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Vierjähriger nach Behandlungsfehler in Hamburg gestorben

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- Hamburg - Vier Tage nach einem Behandlungsfehler ist ein vierjähriger Junge in einem Hamburger Kinderkrankenhaus gestorben. Das Kind, das ins Koma gefallen war, starb am Freitag vor Abschluss weiterer Untersuchungen an Herz- und Kreislaufversagen, teilte der Chefarzt der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Wilhelmstift, Axel Hennenberger, mit.

Der Junge hatte durch eine Überdosis Glukose bei einer Infusion nach einer Routineoperation am Montagabend schwerste irreparable Hirnschäden erlitten. Durch mehrere EEG-Messungen (Elektro-Enzephalographie) sei der Hirntod des Jungen bestätigt worden, teilte die Klinikleitung mit.

Die 48 Jahre alte Ärztin, die die Infusion angeordnet hatte, wurde beurlaubt. Die Krankenhausleitung hat nach eigenen Angaben bereits am Dienstag die Staatsanwaltschaft informiert. Die Behörde ermittelt nun gegen die 48-Jährige, sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger am Freitag.

«Gestern haben wir den Jungen noch getauft», sagte Hennenberger. «Es geschah im Beisein der Familie, in ruhiger Atmosphäre und bei stabilem Kreislauf des Kindes.» Seit Donnerstagabend sei der Zustand zunehmend instabil geworden. Der Tod des Jungen sei vorhersehbar gewesen. «Die Eltern sind schwer geschockt. Sie werden weiterhin psychologisch und seelsorgerisch betreut.»

Der Geschäftsführer und Pastor der Klinik, Bertholdt Bonekamp- Kerkhoff, sagte, die Ärztin sei zutiefst betroffen und werde psychologisch betreut. «Sie kann die Situation noch nicht fassen.»

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