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Virologe Streeck stellt Masken in einem Punkt über die Corona-Impfung: „Besserer Effekt“

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Von: Christina Denk

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Immer wieder wird über die einrichtungsbezogene Impfpflicht diskutiert. Virologe Hendrik Streeck hat nun seine Position erklärt und auf den Nutzen von Masken hingewiesen.

Berlin - Eine Maske schützt in einem Punkt besser als eine Impfung gegen das Coronavirus? So hat es Virologe Hendrik Streeck in einem Interview dargestellt. Warum dann die Impfpflicht, mag sich mancher fragen. Ein wichtiges Detail macht den Unterschied. Der Virologe stellt die Faktenlage dar, zeigt sich aber überrascht über die Debatte. Gibt es außerdem Hoffnung auf Lockerungen?

Virologe Hendrik Streeck stellt Masken in einem Punkt über die Corona-Impfung - „besseren Effekt“

Einrichtungsbezogene, allgemeine oder gar keine Impfpflicht*? Die Diskussion kocht derzeit hoch. Das Verfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht erst einmal abgelehnt. Sie soll ab dem 15. März in Kraft treten. Viele Fragen zur Umsetzung sind jedoch noch ungeklärt. In einem Interview mit Welt hat sich der Virologe Hendrik Streeck* zur Impfpflicht-Debatte geäußert. Über das Gespräch berichtet auch Heidelberg24*. „Rein virologisch“ sei er sehr überrascht darüber. Er sieht eine andere, altbewährte Methode als noch wirksamer als eine Impfung: Das Maskentragen.

Es gibt „eine sehr gute Studie von der CDC in den USA, die gezeigt hat, dass eine FFP2-Maske* das Risiko einer Ansteckung um 80 Prozent reduziert, sodass eine Maske einen besseren Effekt hat als Fremdschutz als eine Impfung“, sagte Streeck im Interview. Die Zahl aus der Studie, auf die sich der Virologe bezieht, hatte die Wirksamkeit einer FFP2-Maske als Schutz für andere ermittelt - wie viele Partikel eine Maske beim Ausatmen also abblockt. Die einzige Einschränkung: „Wenn man sie richtig trägt“, merkt Streeck an. Bei geschultem Personal im Pflegebereich sollte dies allerdings der Fall sein, so der Virologe. Gegen Omikron sollen die FFP2-Masken besonders effektiv wirken*.

Ansteckung trotz Impfung: Warum dann die Impfpflicht? - Streeck erklärt den Unterschied

Maske mit besserem Effekt zum Fremdschutz: In Einrichtungen im Gesundheitswesen dürfte eben dies an erste Stelle stehen, um die Patienten zu schützen. Bei einer Impfung hingegen sei aus „sehr guten Haushaltsstudien aus Dänemark“ bekannt, dass „ein Geimpfter genauso das Virus weitergeben kann, wie ein Ungeimpfter“, so Streeck. Warum also die Impfpflicht, stellt sich die Frage.

Hendrik Streeck erklärt im Interview den höheren Fremdschutz beim Masketragen gegenüber einer Impfung.
Hendrik Streeck erklärt im Interview den höheren Fremdschutz beim Maskentragen gegenüber einer Impfung. © Screenshot/Welt

„Der beste Schutz, den wir einführen oder behalten können, vor allem auch im Pflegebereich und bei vulnerablen Gruppen, ist das Maskentragen“, betont Streeck im Interview. Impfen sei jedoch sinnvoll, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Wir wissen, dass Ungeimpfte viel eher einen schweren Verlauf haben“, so Streeck. Lange Ausfälle durch schwere Covid-Verläufe beim Pflegepersonal könnten die angespannte Lage im Gesundheitssystem zudem belasten. Maske also zum Fremdschutz, Impfung eher als Eigenschutz und zum Schutz des Gesundheitssystems.

Wie sieht die Lage im Gesundheitssystem derzeit aus? In der aktuellen Omikron-Welle* steigt vor allem die Belastung der Normalstationen. Am 10. Februar meldete die Deutsche Krankenhausgesellschaft 18.321 positiv getestete Patienten in Krankenhäusern. Davon wurden 15.926 Patienten auf Normalstationen behandelt. 20 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Auf den Intensivstationen gab es einen Anstieg um 5,9 Prozent auf 2395 Covid-Patienten. Ein Chefarzt sieht das Gesundheitssystem an der Belastungsgrenze. Im Interview fordert er die allgemeine Impfpflicht.

Absolute Zahl der PatientenAnstieg
Normalstation15.92620%
Intensivstation23955,9%

Hendrik Streeck im Interview: Kein PCR-Test mehr zum Freitesten - „Wir wissen ziemlich gut...“

Nicht nur in der Impfpflicht-Debatte gibt es laufend Neuerungen. Auch bei der Testordnung gilt ab Samstag (12. Februar) eine Neuregelung. Ein PCR-Test* ist demnach nur noch nach einem positiven Antigentest kostenlos und nötig. Eine rote Warnmeldung auf der Corona-Warn-App reicht nicht mehr für einen PCR-Test aus. Auch das Freitesten darf mit einem Antigentest erfolgen. Hier steht die Entlastung der PCR-Labore im Vordergrund, doch auch aus virologischer Sicht scheint die Neuerung sinnvoll.

„Wir wissen ziemlich gut, dass wenn der Antigentest negativ wird, also wenn er vorher positiv gewesen ist und dann wieder negativ wird, auch keine Infektiösität mehr von dem Patienten ausgeht und wenn man da auf den PCR verzichtet, ist das vollkommen richtig“, so Streeck.

Hendrik Streeck: Wann kommen die Lockerungen? Bundesregierung und Virologe scheinen sich einig

Lockerung bei der Testordnung: Kommen nun auch bald weitere Lockerungen? Möglich, wenn es nach Virologe Streeck geht. „Wir sollten uns sehr genau angucken, was in den Krankenhäusern passiert und auf den Intensivstationen“, mahnt er. Doch Regelungen wie 2G oder 3G könnten schrittweise abgeschafft werden. Anders sei dies bei den Masken. „Die Masken sind etwas Wichtiges und die sollten wir beibehalten und müssen uns daran erinnern, dass man nächsten Winter wahrscheinlich auch wieder mehr Masken tragen soll“, so Streeck.

Aktuell plant die Bundesregierung wohl einen Stufenplan zur Abschaffung weitgehend aller Corona-Regeln ab 19. März. Nur Abstandregelungen und Masken sollen wohl bleiben, so Regierungsmitglieder gegenüber Business Insider. Alle aktuellen Corona-Entwicklungen in Deutschland finden Sie im News-Ticker. (chd) *Merkur.de und Heidelberg24. de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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