Staatsanwaltschaft ermittelt

Vorwurf nach Rosenmontag: "Polizist hat mir ins Gesicht geschlagen!"

Neckarsulm - Ganz schön krass! Beim Rosenmontagsball in Neckarsulm (Baden-Württemberg) kam es zu mehreren körperlichen Auseinandersetzungen. Eine davon wird jetzt hitzig bei Facebook diskutiert.

Ein User berichtet, ihm sei durch Polizeibeamte ein Platzverweis ausgesprochen worden, dem er "vorerst" nicht nachkommen wollte, da sich seine persönlichen Wertsachen noch in der Ballei, wo der Rosenmontagsball stattgefunden hat, befunden hätten. Er schildert im sozialen Netzwerk ein grobes Vorgehen der Beamten, behauptet, man habe ihn als "Kanacken" und "Batschaken" beleidigt. Außerdem sei er grundlos körperlich angegangen und sogar im Streifenwagen auf dem Weg zum Polizeirevier malträtiert worden. Man habe ihm mehrfach ins Gesicht geschlagen. Ein Foto postete er dazu.

Bei Facebook überschlagen sich die Kommentare. Über 3.000 Mal wurde der Beitrag geteilt. Mehr als 400 Mal äußerten sich Nutzer dazu. Einige halten die Schilderung des 21-Jährigen für fragwürdig.

Ein User schreibt: "Nächstes mal einfach Folge leisten! Platzverweis kommt ja nicht einfach so, und wenn die Polizei auch schon da war, dann mit Grund! Vom Bild her war es ein gezielter guter Schlag ins Gesicht (Auge). Die Geschichte, dass während der ganzen Fahrt und davor auch immer ins Gesicht geschlagen wurde ist sehr unglaubwürdig. Sry, da fehlt noch was an der Geschichte, und zwar die andere Seite und der Grund."

Weitere schlagen sich auf die Seite der Polizei und fragen sich, warum es überhaupt zum Platzverweis kam. Im Kommentar einer jungen Frau heißt es: "Leute! Ihr dürft nicht einfach vorschnell urteilen! Es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte. Die Seite eines Betrunkenen, der sich wehrt und gewalttätig wird (Polizistin tritt). Schon einen Platzverweis bekam und zurückkam. Und die Seite der Polizei, die nun mal eingreifen muss, um andere Gäste (vor diesem Verhalten) zu schützen."

Auffallend viele Facebook-Nutzer äußern großen Polizeihass, beschimpfen die Beamten online aufs Übelste. 

Polizei nimmt Stellung zu den Vorwürfen

In einer offiziellen Meldung der Polizei zu diesem Vorfall heißt es: "Am Rosenmontag riefen Security-Kräfte die Polizei zu Hilfe, da ein 21-Jähriger, der zuvor in der Neckarsulmer Ballei in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt war, deren Anweisungen, die Halle nicht mehr zu betreten, nicht nachkam. [...] In den sozialen Netzwerken wird der Vorfall seit Mittwoch unterschiedlich thematisiert.

Die Ermittlungen gegen den 21-Jährigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung laufen derzeit und werden der Staatsanwaltschaft Heilbronn vorgelegt. "Wie in solchen Fällen üblich, werden strafrechtlich relevante Behauptungen zum Verhalten der Polizeibeamten rechtlich geprüft und der Staatsanwaltschaft vorgelegt."

Wer vorschnell einen Kommentar unter den umstrittenen Facebook-Beitrag gesetzt hat, sollte diesen eventuell überdenken. Denn: "Im Kontext zu diesen Ereignissen verfasste Beiträge in den sozialen Medien werden hinsichtlich ihres Inhalts auf mögliche Strafbarkeiten der verantwortlichen Facebook-Nutzer geprüft. Sie haben dann mit entsprechenden Ermittlungsverfahren zu rechnen."

Tatsächlich meldete sich inzwischen ein Zeuge. Was der zu sagen hat, dürfte dem 21-jährigen Prügel-Opfer allerdings weniger gut gefallen. Lesen Sie auf echo24.de, wie die Geschichte weitergeht.

Rubriklistenbild: © dpa

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