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Ätna: Italien-Vulkan rutscht langsam ab - Droht ein Tsunami?

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Von: Lukas Zigo

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Der Ätna hat Sizilien dieses Jahr auf Trab gehalten. Forscher untersuchen, welche Auswirkungen die jüngsten Ausbrüche haben.

Sizilien – Im vergangenen Jahr ist der Ätna mehrmals, teils spektakulär ausgebrochen. Doch die große Aktivität des Vulkans hat auch andere Seiten neben der offensichtlichen, die es zu betrachten gilt. Der 3350 Meter hohe Vulkan auf einem rutschenden Hang bewegt sich Jahr für Jahr weiter auf das Meer zu.

Forschende aus Kiel werden in den kommenden Wochen im Rahmen ihrer Expedition „Hazelnut“ mit dem Forschungsschiff „Meteor“ der Frage nachgehen. Expeditionsleiter Felix Gross sagt dem Nachrichtenportal ntv dazu: „Wir wollen das Tsunami-Potenzial vor dem Ätna besser verstehen“. Das Team bestehend aus 16 Forschenden startete am 21. November 2021 vom niedersächsischen Emden aus Richtung Sizilien. (Erst kürzlich gab es einen Vulkan-Alarm. Eine italienische Trauminsel musste evakuiert werden.

Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die südöstliche Flanke des Ätna in Bewegung ist und langsam ins Meer rutscht. „Das Ganze rutscht einfach runter“. Geophysiker Gross vom Center for Ocean and Society der Kieler Universität ist der Meinung, der wahrscheinlichste Grund dafür sei die Schwerkraft. Der Ätna habe sich auf einer Tonschicht aufgebaut, welche immensem Druck ausgesetzt sei.

Ätna-Ausbrüche: Sensordaten zeigen Bewegung des Vulkans

Mithilfe von Sensoren konnten die Forschenden der Universität für Ozeanforschung in Kiel die Bewegung bereits vor zwei Jahren feststellen. „Zwei bis drei Zentimeter pro Jahr rutscht der Hang ab“, sagt die Geowissenschaftlerin Morelia Urlaub von Geomar ntv. Zwar lasse sich die Bewegung über Wasser recht einfach mit Satellitendaten erfassen, die Unterwasserforschung bedarf jedoch akustischer Sensoren. „Wir konnten nachweisen, dass sich die Flanke unter Wasser genauso schnell bewegt wie an Land“, sagt Urlaub gegenüber ntv.

Vulkan Ätna auf Sizilien
Der Vulkan Ätna in der Nähe von Catania spuckt Lava. (Archivfoto) © Davide Anastasi/dpa

Fünf Sensoren messen seit 2016, inwieweit die Flanke des Vulkans abdriftet, mittels solcher Akustiksensoren. Ziel der anstehenden Reise ist das Auslesen der Daten mittels eines Modems. Auch sollen die Module gewartet werden. Das Hauptaugenmerk der Forschenden fällt dabei auf die Auswirkungen, die die vermehrten Ausbrüche auf diese Entwicklung haben. „Sehen wir vielleicht auch eine stärkere Bewegung am Meeresboden?“, fragt Urlaub. Dass die Sensoren ausgerechnet in der Aktivphase des Ätna installiert sind, ist für Gross ein Glücksfall. Diese geben besondere Auskunft über diese Zeit.

Der rutschende Ätna: Hohes Tsunami-Risiko oder nur heiße Luft?

Sollten vom Ätna kleinere Blöcke den Hang hinab rutschen, so würde dies kleinere Wellen im Mittelmeer erzeugen. Expeditionsleiter Gross sagte dazu Ntv: „Wir reden in diesem Fall aber von zwei, drei Meter hohen Tsunamis. Die sind aber eher mit einer großen Windwelle vergleichbar und fallen vielleicht auch gar nicht auf“.

Ein beschleunigtes Abrutschen würde sich frühzeitig ankündigen, „dann würden wir das wahrscheinlich Jahre vorher sehen“. Diese Beschleunigung könnte sowohl morgen als auch in 1000 Jahren erfolgen. Für akute Besorgnis gäbe es keinen Anlass. Seit Mitte Februar hat es besonders viele kleine Ausbrüche an dem im Osten Siziliens gelegenen Ätna gegeben.

Das Forschungsteam will Sediment-Kerne von dem Hang entnehmen, um Aufschluss über die seismischen Aktivitäten des Vulkans zu erlangen. Die Forscher gehen bislang davon aus, dass die Kräfte, die aufsteigendes Magma auf die Vulkanflanken ausübt, bei dem beobachteten Phänomen eine eher untergeordnete Rolle spielt. Nicht nur für die Menschen vor Ort ist die Asche ein Problem. Der Flughafen in der Stadt Catania am Fuße des Vulkans hatte den Betrieb vorübergehend einstellen müssen, weil die Start- und Landebahnen verschmutzt waren. (lz)

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