Spektakuläre Bilder zeigen Feuerfontänen

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava fließt auf „mehrere Orte“ an Küste zu - Hunderte Touristen evakuiert

  • Jennifer Lanzinger
    VonJennifer Lanzinger
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Es ist ein seltenes Naturereignis, das sich aktuell auf La Palma ereignet. Ein Vulkan spuckt hunderte Meter weit Lava, mehrere Orte an der Küste könnten betroffen sein. Auch Touristen mussten evakuiert werden.

  • Auf der spanischen Kanareninsel La Palma ist ein Vulkan ausgebrochen.
  • Der Cumbre Vieja spuckt seit Sonntagnachmittag (19. September 2021) Lava-Fontänen, Asche und riesige Rauchwolken.
  • Tausende Menschen, auch Touristen, mussten evakuiert werden.

Update vom 20. September, 14.59 Uhr: Die Lava des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma hat nach Behördenangaben rund hundert Häuser auf der spanischen Kanareninsel zerstört. Allein im Dorf El Paso wurden mindestens 20 Häuser zerstört, wie der Bürgermeister am Montag sagte. Tausende Menschen waren bereits am Sonntag aus dem Gefahrengebiet in Sicherheit gebracht worden. Die Lavaströme wälzen sich nun von der Vulkankette in südwestlicher Richtung zum Meer - unaufhaltsam.

„Im Augenblick haben wir 5.000 Evakuierte und rund 100 zerstörte Häuser“, sagte die Kommunalpolitikerin Lorena Hernández, die im Stadtrat von Los Llanos de Aridane für öffentliche Sicherheit zuständig ist, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

„Die Lava hat alles auf ihrem Weg vernichtet“, sagte der Bürgermeister von El Paso, Sergio Rodríguez, im Sender TVE. Die Bewohner des Dorfes könnten wohl für längere Zeit nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Der Vulkan Cumbre Vieja im Süden der Insel war am Sonntagnachmittag zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Er spuckte Lava-Fontänen, Asche und eine riesige Rauchsäule aus. Die Behörden riefen die Inselbewohner zu „äußerster Vorsicht“ auf, rund 5.000 Menschen mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Auch mehrere Straßen mussten gesperrt werden.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava fließt auf „mehrere Orte“ an Küste zu - Hunderte Touristen evakuiert

Erstmeldung vom 20. September 2021

La Palma - Es ist ein ganz besonderes Naturereignis, das sich aktuell auf der bei Touristen beliebten Insel La Palma im Atlantik abspielt. Nach 50 Jahren ist der örtliche Vulkan erstmals wieder ausgebrochen, Lava fließt Richtung Küste. Tausende Menschen mussten bereits in Sicherheit gebracht werden, darunter auch unzählige Urlauber.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava fließt auf „mehrere Orte“ an Küste zu - Hunderte Touristen evakuiert

Gegen 15.12 Uhr Ortszeit (16.12 Uhr MESZ) wurde die spanische Kanareninsel La Palma am Sonntag zum ersten Mal von heftigen Explosionen erschüttert. Rauch, Asche und Steine wurden in der Gegend der Cumbre Vieja im Süden der kleinen Insel, die ganz im Nordwesten der zu Spanien gehörenden Kanaren liegt, durch die Luft geschleudert. Auf Bildern sind spektakuläre Feuerfontänen zu sehen, der namenlose Vulkan schießt seine Lava hunterte Meter weit in den Nachthimmel.

Bis zum späten Abend wurden mindestens sieben Schlote gezählt, also verschiedene Stellen, an denen Vulkanmaterial austrat, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Die Behörden riefen die Alarmstufe rot eines Vulkannotfallplanes aus und begannen mit Evakuierungen.

Vulkanausbruch auf La Palma: Tausende Menschen in Sicherheit gebracht - Unklarheit über deutsche Touristen

Lava läuft aus dem Vulkan Cumbre Vieja auf der kanarischen Insel La Palma.

Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Der Ausbruch liege in einem unbesiedelten Bereich der Insel, die insgesamt 83 000 Einwohner hat, berichtete der lokale Fernsehsender Canarias7 unter Berufung auf den regionalen Regierungschef der Kanaren, Ángel Víctor Torres. Wegen sich nähernder Lava, die sich in der Dunkelheit in orangeglühenden Flüssen bergab Richtung Küste wälzte, wurden etwa 5000 Bewohner der Ortschaften El Paso, Llanos de Aridane und des Badeortes Tazacorte an der Westküste der Insel in Sicherheit gebracht, wie die Polizei mitteilte. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt. Ob sich unter den Touristen auch Deutsche befinden ist bislang noch nicht bekannt.

Mehrere Landhäuser gingen bereits in Flammen auf, als sie von der um die 1000 Grad heißen Lava erreicht wurden. „Es wird wohl noch mehr Zerstörungen geben, denn die Lava fließt auf mehrere Orte zu“, sagte Lucas Leal, einer der Bewohner der betroffenen Gegend, im Fernsehen. Nach Medienberichten schlossen die Behörden nicht aus, dass auch bis zu 10 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten.

Vulkanausbruch auf La Palma: Behörden hatten bereits mit Naturereignis gerechnet

Die Feuerwehr musste unterdessen immer wieder ausrücken, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen, die durch den Vulkanausbruch und am Rande der Lavaströme aufflammten. Auch Einheiten des spanischen Militärs wurden zu der Insel in Marsch gesetzt. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders intensiv. Es wurde jedoch vor der Asche aus dem Vulkan und vor eventuell gesundheitsschädlichen Gasen gewarnt. Schaulustige wurden aufgefordert, die Gegend zu verlassen, um die Evakuierungen nicht zu behindern.

La Palma liegt ganz im Nordwesten der Kanaren, einer Inselgruppe im Atlantik vor der Westküste Afrikas. Sie ist 85 Kilometer von der nächstgelegenen größeren und auch bei deutschen Touristen sehr beliebten Insel Teneriffa und 57 Kilometer von La Gomera entfernt.

Überraschend kommt der Vulkanausbruch für örtliche Behörden nicht. Das Naturereignis hatte sich bereits in den vergangen Tagen angekündigt. Über 6.000 kleinere und mittlere Erdbeben sollen den Vulkanausbruch bereits angedeutet haben, auch eine leichte Anhebung des Erdbodens sei verzeichnet worden. Behörden hatten Anwohner in der Nähe des Gebiets bereits aufgefordert leichtes Gepäck und wichtige Dokumente für den Fall einer Evakuierung vorzubereiten.

Rubriklistenbild: © Arturo Jimenez/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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