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Vulkanausbruch auf La Palma: Lava nähert sich unaufhaltsam dem Meer - Experten warnen

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Von: Martina Lippl

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Die Lavaströme bewegen sich unaufhaltsam Richtung Meer. Auf dem Weg zerstört die Lava alles, was in seinem Weg steht. Weitere Erdbeben haben La Palma nach dem Vulkanausbruch erschüttert.

Es Paso/Madrid - Der Vulkanausbruch auf La Palma ist faszinierend und erschreckend. In der Nacht auf Dienstag bebte die kanarische Insel erneut. Ein Erdbeben der Stärke 4 auf der Richterskala weckte die Bevölkerung aus dem Schlaf. Experten beobachten die Aktivität des Vulkans Cumbre Vieja genau. Wissenschaftler hatten schon vor Wochen einen Vulkanausbruch befürchtet. Sogenannte Schwarmbeben kündigten eine Eruption an. Am Sonntagnachmittag war es dann so weit: Der Vulkan Cumbre Vieja spuckte Asche und glühende Lava Kilometer weit in den Himmel. Tausende Menschen wurden zuvor evakuiert. Auch Touristen waren darunter.

Vulkanausbruch auf La Palma: Die Lava wälzt sich über Häuser und einen Swimmingpool.
Vulkanausbruch auf La Palma: Die Lava wälzt sich über Häuser und einen Swimmingpool. © Europa Press/dpa

Vulkanausbruch auf La Palma - 166 Häuser komplett zerstört

Lavaströme wälzen sich seitdem gnadenlos bergab durch das Land. Die Front ist durchschnittlich sechs Meter hoch. Satellit EU Sentinel 1 hat aus dem Weltall Bilder gesendet, die das Ausmaß der Naturgewalt zeigen. Die Lava des Vulkans bedeckt inzwischen 103 Hektar Land. 166 Häuser sind komplett zerstört. Doch es könnten noch viel mehr werden. Behörden befürchten, dass 1000 Häuser verloren gehen.

In der Nacht ist eine neue Mündung 900 Meter entfernt vom Hauptkrater aufgebrochen. Ein Szenario, das die Forschenden bereits vorhergesehen haben. Magma sucht sich auf Weg zur Oberfläche einen Weg. Die Wissenschaftler schließen jedoch nicht aus, dass es zu weiteren Rissen kommen kann. Doch wann erreicht die Lava das Meer? Und wenn auf welchem Weg? Der Strom der Lava hat sich zwischenzeitlich verlangsamt.

Vulkanausbruch auf La Palma - Lava nähert sich Meer

Es ist eine Frage, die Experten beunruhigt. Denn, in dem Moment, wenn die Lava ins Meer fließt, gibt es eine gefährliche Reaktion. Trifft die Lava-Zunge mit einer Temperatur von etwa tausend Grad und das salzige Meerwasser (rund 20 Grad) gibt es eine Explosion von Wasserdampf. Die extreme Hitze der Lava verursacht eine dichte weiße Wolke, aber auch eine chemische Reaktion. Es ist eine Mischung aus kondensiertem sauren Dampf, der Salzsäuregase und winzigen Vulkankristallen enthalten kann, ist auf der Webseite United States Geological Survey unter dem Stichwort „Lava entering Ocean“ (auf Deutsch: Lava fließt ins Wasser) zu lesen. Es ist eine Warnung an ahnungslose Menschen, die sich dieses Spektakel aus der Nähe ansehen möchten.

Neben der giftigen Wolke, können auch die Küsten plötzlich einstürzen, Klippen in sich zusammenbrechen. Der Vulkanausbruch zieht Schaulustige an. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, die betroffenen Gebiete zu meiden. Schon am Montag war der Verkehr auf den Hauptstraßen und Zufahrtsstraßen zeitweise zusammengebrochen, berichten lokale Medien. Der Zivilschutz verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen, um Menschen den Zutritt in das Vulkangebiet zu verwehren.

Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet. Im 20. Jahrhundert war er bislang nur zwei Mal ausgebrochen: 1971 und zuvor 1949. Zuletzt hatte es in der Region 2011 einen Vulkanausbruch am Meeresboden vor der Insel El Hierro gegeben. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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