Der Vulkan Cumbre Vieja stößt in der Morgendämmerung eine große Aschesäule aus.
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Der Cumbre Vieja auf der Kanaren-Insel La Palma ist seit Tagen aktiv.

Video-Aufnahmen der Naturkatastrophe

Vulkanausbruch auf Kanaren-Insel: Flüge gestrichen – Spaniens Premier kündigt „außergewöhnliche Maßnahmen“ an

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Seit fast einer Woche spuckt der Cumbre Vieja Asche, Rauch und Lava aus. Die Gase stiegen bis auf fast 5000 Metern Höhe. Spanien zieht nun Konsequenzen. 

La Palma/Madrid - Die Lage in dem Touristenort La Palma spitzt sich zu. Nach einer erneuten Eruption des Vulkans Cumbre Vieja sind am Freitag alle Flüge von und zu der Kanaren-Insel gestrichen worden. Das teilte laut AFP die spanische Flughafenbetreibergesellschaft Aena mit.

Der Cumbre Vieja war vergangenen Sonntag zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Am Freitag spuckte der Vulkan eine dicke Wolke schwarzer Asche in die Luft. Laut dem kanarischen Vulkanforschungsinstitut Involcan können die Eruptionen noch zwischen drei und zwölf Wochen andauern.

Die Behörden ordneten weitere Evakuierungen für Teile der Ortschaft El Paso an. Aufgrund der „aktuellen eruptiven Phase“ bestehe ein „erhöhtes Risiko für die Bevölkerung“, teilte die Regionalregierung mit.

Vulkanausbruch auf Kanaren-Insel: Spanien will Insel zum Katastrophengebiet erklären

Etwa 6000 Menschen mussten bislang evakuiert werden. Viele von ihnen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die bisher etwa 180 Hektar von Lava begrabenen Flächen werden auf Jahrzehnte weder wieder bebaut noch landwirtschaftlich genutzt werden können, betonten Experten. Die regionalen Behörden schätzen den Schaden auf weit über 400 Millionen Euro. Selbst US-Medien berichten von dem Fall:

Die Kanaren in Spanien, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der Cumbre Vieja war im 20. Jahrhundert nur zweimal ausgebrochen: 1971 und zuvor 1949. Ansonsten galt er als schlafender Vulkan.

Vulkan auf La Palma: „Lage auf der Insel erfordert außergewöhnliche Maßnahmen“

Die Regionalregierung will La Palma nun zum Katastrophengebiet erklären und einen umfangreichen Wiederaufbauplan ausarbeiten. Das kündigte Regierungschef Pedro Sánchez am Freitag an. Die Beschlüssen sollten kommenden Dienstag gefasst werden. „Die Lage auf der Insel erfordert außergewöhnliche Maßnahmen“, betonte der Sozialist.

Den Betroffenen soll mit einem Sofortprogramm geholfen werden. Zudem kündigte die Regionalregierung den Ankauf und Neubau von Wohnungen an. Verletzte gab es weiter nicht (frs/AFP/dpa).

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