Naturkatastrophe

Vulkanausbruch auf La Palma: Deutsche Urlauber schildern dramatischen Ascheregen - „Arme verbrannt“

  • Astrid Theil
    VonAstrid Theil
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Seit Sonntag erreichen uns von der kanarischen Insel La Palma apokalyptische Fotos. Tausende Menschen werden von der Lava des dortigen Vulkans bedroht - darunter auch Touristen.

La Palma/Madrid - Der Vulkan Cumbre Vieja auf der kanarischen Insel La Palma spuckt seit Sonntag Asche, Gesteinsbrocken und Lava aus. Dies tat er zuletzt im Jahr 1971. Bereits vor dem Vulkanausbruch am Sonntag war die seismische Aktivität auf der kanarischen Insel gestiegen. Seither blieb sie hoch, auch wenn sie sich Angaben der Guardia Civil zufolge stabilisiert hat. Bis zu 4200 Meter hoch wurden Lava, Asche und Rauch aus dem Vulkan geschleudert, weswegen zuletzt auch die Flugsicherheit im Luftraum infrage gestellt wurde.

Ein Ende des Vulkanausbruchs ist erstmal nicht in Sicht. Der Vulkan Cumbre Vieja spuckt nach wie vor Lava in den Himmel. Ein giftiger Ascheregen bedeckt weite Teile der kanarischen Insel und die Lava fließt weiter in Richtung Meer. Dabei zerstörte sie bisher etwa 350 Häuser sowie weite Flächen der großen Bananenplantagen der Insel. Auch Straßen und Stromleitungen verschwanden unter der Lava - mittlerweile sind ungefähr 166 Hektar der Insel mit Lava bedeckt.

Vulkanausbruch auf den kanarischen Inseln: Lavadecke in Höhe von 15 Metern

Die Lava fließt mittlerweile langsamer, was allerdings dazu führen kann, dass sie sich weiter auf dem Land ausbreitet und nicht ins Meer fließt. Durch die Verlangsamung hat die Lavaschicht teilweise eine Höhe von 15 Metern erreicht. Allerdings haben die Anwohner der Insel nun mehr Zeit, sich und ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen.

Im Umkreis von zwei Seemeilen um die Stelle, wo die Lava vermutlich ins Meer fließen könnte, wurde eine Sperrzone eingeführt. Ob die Lava das Meer erreichen wird, ist aktuell jedoch nicht sicher. Sollte die Lava in das Meer fließen, kommt es zu einer gefährlichen chemischen Reaktion, die sich unter anderem in Form einer Wasserdampf-Explosion äußert.

Vulkanausbruch auf La Palma: Die Lava wälzt sich über Häuser und einen Swimmingpool.

Nach Vulkanausbruch: Schwefeldioxid-Wolke bedroht gesamten westlichen Mittelmeerraum

Der Vulkanausbruch hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Insel La Palma und die unmittelbar umliegenden Gebiete, sondern auf weite Teile des Mittelmeers. Nach Angaben des kanarischen Vulkanforschungsinstituts Involcan spuckt der Cumbre Vieja seit Sonntag jeden Tag zwischen 6.000 und 11.500 Tonnen Schwefeldioxid aus. Die Wolke dieses Gases hat bereits die Küste Marokkos erreicht und wird voraussichtlich auch das spanische Festland treffen.

Von dort aus wird sie sich in Richtung Balearen und Südfrankreich ausbreiten. Verschiedenen Berechnungen zufolge wird die Wolke vermutlich den gesamten westlichen Mittelmeerraum sowie große Teile der Maghreb-Region bedecken. Die Nachwirkungen des Vulkanausbruchs könnten noch zwischen drei und zwölf Wochen andauern.

Mit einer Lava von über 1.000 Grad erlebt La Palma aktuell eine schlimme Katastrophe. Für Mensch und Umwelt.

Lebensgefahr: Urlauber geraten in Ascheregen bei Vulkanausbruch

Bereits vor dem Vulkanausbruch, der sich ankündigte, wurden Tausende Menschen evakuiert - darunter auch Touristen. Wie viele Menschen wurde auch ein deutsches Touristen-Paar von dem Vulkanausbruch überrascht. Wie das Paar, welches in einem umgebauten Feuerwehr-Auto unterwegs war, gegenüber der Bild berichtete, hielten sie sich am Tag des Vulkanausbruchs am Fuße des Cumbre Viejas auf.

Sie waren laut eigener Aussage nur 800 Meter vom Vulkan entfernt, als dieser begann, Lava und Asche zu spucken. Im Gegensatz zu den Anwohnern konnten sie mit ihrem Wagen, wo sie alle Habseligkeiten aufbewahren, schnell fliehen. In etwas weiterer Entfernung beobachten sie laut eigenen Angaben die Lava. Dabei gerieten sie jedoch in den heißen Ascheregen, der ihnen die „Arme verbrannte“. Mittlerweile halten sie sich im Ort Los Llanos de Aridane auf La Palma auf, welcher nicht evakuiert wurde.

Ein anderes beeindruckendes Naturphänomen gibt es derweil auf den Balearen zu beobachten. (at)

Rubriklistenbild: © Arturo Jimenez / dpa

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