Blick auf das „Cumbre Vieja“ auf La Palma
+
Blick auf das „Cumbre Vieja“ auf La Palma.

Evakuierung droht

Vulkan-Alarm auf den Kanaren: Schon 3000 Beben – „Alarmstufe Gelb“ ausgerufen

  • Kai Hartwig
    VonKai Hartwig
    schließen

Auf einer spanischen Insel bebt die Erde. Ein Experte erwartet, dass es schon bald zum Vulkanausbruch kommen wird. Auch deutsche Touristen wären betroffen.

La Palma – Auf der spanischen Kanareninsel La Palma bebt die Erde. Im Vulkangebirge „Cumbre Vieja“ (dt.: Alter Gipfel) wurden in den vergangenen Tagen rund 3000 Erdbeben erfasst. Das bislang heftigste erreichte den Wert von 3,5 auf der Richterskala.

Die reichhaltige Natur rund um das Gebirge lockte über Jahre massenweise Touristen an. Am „Cumbre Vieja“ war seit Jahrzehnten Ruhe eingekehrt. Zuletzt hatte sich dort Ende Oktober 1971 ein Vulkanausbruch ereignet. Damals bebte die Erde auf der Insel über mehrere Tage. Aus aufgerissenen Kratern sprühte glühend heiße Lava. Bricht auf La Palma nun erneut ein Vulkan aus?

La Palma: Drohender Vulkanausbruch auf spanischer Kanareninsel wird „früher oder später kommen“

„Früher oder später wird es auf La Palma zu einer Eruption kommen“, ist sich Luca D’Auria sicher. „Der Cumbre Vieja ist ein aktiver Vulkan“, erklärte der Chef des Vulkaninstitutes Involcan gegenüber dem lokalen Radio-Senders Cope. Die Institution überwacht die Inselkrater der Gebirgskette, die als aktivste Vulkanlandschaft der Kanaren gilt.

Derzeit ist auf La Palma „Alarmstufe Gelb“ ausgerufen. Der Katastrophenschutz ist in Alarmbereitschaft. „Es ist wichtig, dass wir vorbereitet sind“, befand D’Auria dem Bericht nach. Allerdings kann auch er noch nicht vorhersehen, wann genau der Vulkanausbruch erfolgen wird. „Das kann Wochen, Jahre oder auch Jahrzehnte dauern.“

Aufgrund der jüngsten Daten rechnet der Vulkan-Experte jedoch damit, dass der Ausbruch schon „in den nächsten Wochen oder Monaten“ vonstatten geht. So fanden D’Auria und sein Team heraus, dass sich das Epizentrum der Bebenaktivitäten von zunächst acht bis zwölf Kilometer Tiefe bis am Mittwoch (15. September) auf ein bis drei Kilometer nach oben bewegte.

Drohender Vulkanausbruch auf spanischer Insel La Palma – Kanaren-Insel besonders bei Deutschen beliebt

Sollte in den kommenden Tagen und Wochen die Alarmstufe von Gelb auf Rot springen, würden Evakuierungsmaßnahmen erfolgen. Vom drohenden Vulkanausbruch sind vier Gemeinden der Kanareninsel betroffen, hier wohnen knapp 35.000 Menschen.

Auch zahlreiche Hotels und Appartements für Touristen sind in diesem Gebiet beheimatet, vor allem im größten Ort Los Llanos de Aridane. Die Unterkünfte sind im September traditionell gut besucht, besonders von deutschen Urlaubern. Doch die können momentan ihren Urlaub noch entspannt auf La Palma verbringen.

„Das Leben auf der Insel geht momentan normal weiter“, gaben die örtlichen Behörden bekannt. Man sei auf La Palma erfahren im Umgang mit Vulkanen und daher auf alle möglichen Szenarien gut vorbereitet, hieß es. Unterdessen sorgte in Italien kürzlich ein bekannter Vulkan für Aufregung. (kh)

Auch interessant

Kommentare