1. Startseite
  2. Welt

„Globale Auswirkungen“: Forscher rätseln über drohenden Ausbruch eines Super-Vulkans

Erstellt:

Von: Tom Offinger

Kommentare

In der kalifornischen Sierra Nevada brodelt seit fast 800.000 Jahren der Supervulkan Long Valley Caldera. Forscher vermuten nun, dass die Ruhe in der Region bald vorbei sein könnte.

Los Angeles/München - 32 Kilometer lang, 18 Kilometer breit und stellenweise mehr als 900 Meter tief - der kesselartige Krater der Long Valley Caldera ist die Spitze eines Supervulkans, wie er im Buche steht. Seit rund 760.000 Jahren schweigt der Gigant in der Sierra Nevada in Ostkalifornien. Doch dieses Szenario könnte bald der Vergangenheit angehören: Verschiedene Anzeichen sprechen für ein baldigen Ausbruch der riesigen Kammer und sorgen damit für Diskussionen in der Wissenschaft.

Long Valley Caldera: Schlummernder Riese in den USA

US-Forscher Rob Nelson ist überzeugt von der wachsenden Gefahr rund um die Long Valley Caldera. In der Dokumentation Secrets of the Underground berichtete er, dass es Hinweise auf eine bevorstehende Eruption gebe. Beispielsweise seien bei einem Besuch in der Region mehrfach Rauchsäulen gesichtet worden, die aus dem Boden aufgestiegen waren. Auch wiederkehrende Erdbeben und Veränderungen bei den Thermalquellen und Gasemissionen sprächen laut mehreren Wissenschaftlern für ein nahendes Unglück.

Diese Beobachtung wird auch von einer Studie im Magazin GeoScienceWorld gedeckt. Die seismische Aktivität des Vulkans sei deutlich höher als angenommen, unter dem Krater würden „beträchtliche Mengen“ Magmaschmelze schlummern. Ein Ausbruch dieser Größenordnung hätte dabei auch weitreichende Folgen, wie Geophysiker Birger-Gottfried Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum gegenüber der Plattform Travelbook bestätigte: Sollte der Ausbruch eine ähnliche Größenordnung wie vor 760.000 Jahren haben, müsste man „mit globalen Auswirkungen rechnen.“

Ausbruch des Supervulkans: Wissenschaft uneinig

Trotz der dargestellten Hinweise herrscht in der Wissenschaft keineswegs Einigkeit über eine zeitnahe Eruption der Long Valley Caldera. Der Geophysiker Ashton Flinders erklärte gegenüber dem Focus zwar, dass das Potenzial für einen riesigen Ausbruch durchaus vorhanden wäre, allerdings zweifle er an einem zeitnahen Ausbruch.

„Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruches in den nächsten Jahren ist, unter der Voraussetzung, dass sich Aktivitätsparameter wie Seismizität, Deformation, Entgasung etc. nicht ändern, als eher gering einzuschätzen“, unterstrich auch Lühr gegenüber Travelbook. Gleichzeitig betonte der deutsche Geophysiker auch, dass die Vorhersage eines Vulkanausbruchs jedes Mal „eine schwierige Sache sei“. Auf der 4-stufigen Warnskala für Eruptionen lege die Long Valley Caldera laut United States Geological Survey auf Stufe 1. Es ist also weiterhin unklar, ob und wann der Supervulkan wieder Asche und Lava ausspucken wird. (to)

Auch interessant

Kommentare