Flucht vor Lava

Vulkanausbruch auf La Palma: Tausende Menschen evakuiert - Etliche Erdbeben erschüttern Insel

Auf La Palma haben die Behörden wegen des Ausbruchs des „Cumbre Vieja“ weitere Evakuierungen angeordnet. Zudem wird die Kanareninsel weiterhin von Erdbeben erschüttert.

La Palma - Fast ein Monat ist seit dem Ausbruch eines Vulkans auf der Kanareninsel La Palma vergangen und noch immer müssen sich Menschen vor den Folgen des Vulkanausbruchs in Sicherheit bringen. So ordneten die Behörden am Donnerstag (14. Oktober) die Evakuierung von weiteren 300 Bewohnern an. Damit stieg die Zahl der evakuierten Menschen auf mehr als 7000, wie der staatliche TV-Sender RTVE am Donnerstag berichtete.

Vulkanausbruch auf La Palma: Tausende flüchten vor Erdbeben und Lava

Zudem seien weitere etwa 100 leichte bis mittlere Erdbeben registriert worden. Eines habe die Stärke von 4,5 gehabt und sei damit das heftigste seit dem Ausbruch des Vulkans am 19. September gewesen.

Seit die Nordflanke des Vulkankegels am vergangenen Samstag zusammengebrochen ist, verstärkte sich der Lavafluss durch bewohnte Gebiete Richtung Meer. Auch war die austretende Lava mit rund 1200 Grad heißer als zuvor und damit dünnflüssiger und etwas schneller.

Nach dem Zusammenbruch der Nordflanke des Vulkans bildete sich ein neuer zerstörerischer Lavastrom.

Am Donnerstagnachmittag lief der Trichter des Vulkans über und große Mengen Lava flossen über dessen Rand. Dies sei Experten zufolge jedoch ein von Zeit zu Zeit normaler Vorgang, wie RTVE berichtete. Die Lava werde voraussichtlich auf ihrem bisherigen Weg Richtung Meer strömen, ohne neue Zerstörungen anzurichten.

La Palma: Vulkanausbruch hinterlässt eine Schneise der Zerstörung

Nach Auswertung der Daten des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus wurden bisher 1548 Gebäude von der Lava zerstört und eine Fläche von 680 Hektar von Lava und Asche bedeckt. Das entspricht etwa 950 Fußballfeldern. Zu Schaden kam bisher niemand.

Der Flughafen der Kanareninsel La Palma ist laut des Betreibers Aena weiter betriebsbereit. Allerdings werde dieser nur von wenigen Fluggesellschaften angeflogen. Der Flugverkehr zu den anderen großen Touristeninseln der Kanaren, wie Teneriffa oder Fuerteventura, läuft hingegen normal. Der Flughafen hatte zwischenzeitlich aufgrund der Vulkanasche den Flugbetrieb einstellen müssen. Der am 19. September ausgebrochene Vulkan gehört zur Cumbre Vieja. Sie besteht aus einer Kette von Vulkanen auf der Insel La Palma in Spanien. Der nun wieder aktive Vulkan hatte zuletzt 1971 Lava und Asche gespuckt. (dpa/jsch)

Rubriklistenbild: © Daniel Roca / dpa / AP

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