Video zeigt glühenden Strom 

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava überrollt ganzes Dorf - Doch ein Haus bleibt verschont

  • Jennifer Lanzinger
    VonJennifer Lanzinger
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Nach dem Vulkanausbruch auf La Palma frisst sich die glühende Lava ihren Weg weiter, über Häuser und ganze Dörfer hinweg. Ein Experte befürchtet einen „Kampf der Titanen“.

La Palma - Nach dem Vulkanausbruch auf der Kanarieninsel La Palma entspannt sich die Situation auch Tage nach dem ersten Ausbruch nicht. Mehr als 300 Häuser wurden bereits von der unaufhörlich über die Ortschaften rollenden Lava zerstört, tausende Menschen mussten vor dem Lavastrom fliehen. Ein Drohnen-Video zeigt nun extreme Ausmaße, einzig ein Haus wird von den Lavamassen verschont.

Nach Vulkanausbruch auf La Palma: Lava überrollt ganzes Dorf - Doch ein Haus bleibt verschont

Wie ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des europäischen Erdbeobachtungsdienstes Copernicus bestätigt hatte, seien bereits seit Sonntag insgesamt 320 Gebäude durch die Lava zerstört worden. Die Zahl der betroffenen Häuser dürfte seit Mittwoch noch einmal stark angestiegen sein. Doch einzelne Bewohner dürften noch Hoffnung haben, denn ein Foto zeigt nun einen seltenen Lichtblick: inmitten des gefährlichen Lavastroms bleibt ein einziges Haus verschont. Auf der Aufnahme zu sehen ist jedoch, wie die glühende Lava an dem Wohnhaus vorbeizieht und es komplett von der Außenwelt abschottet.

Spanien, La Palma: Ein Haus steht umgeben von Lava und Glut und blieb nach dem Vulkanausbruch verschont.

Ursprünglich war erwartet worden, dass der Lavastrom bereits am Montagabend das Meeresufer erreicht, die Fließgeschwindigkeit verlangsamte sich dann jedoch. Die Experten befürchten, dass sich giftige Gase bilden könnten, sobald die heiße Lava ins Wasser fließt. Forscher David Calvo vom kanarischen Vulkanforschungsinstitut Involcan mahnte zu äußerster Vorsicht angesichts der zu erwartenden Gase und Wasserdämpfe und verglich das Zusammentreffen von Lava und Meerwasser mit einem „Kampf der Titanen“.

Vulkan-Ausbruch auf den Kanaren: Fließt die Lava schon bald ins Meer? Experte befürchtet „Kampf der Titanen“

Auch Explosionen glühender Lavabrocken und kochend heiße Flutwellen sind nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS möglich. Die Regionalregierung der Kanaren verhängte ein Sperrgebiet im Umkreis von zwei Seemeilen rund um die Stelle, wo die Lava den Berechnungen zufolge ins Meer fließen könnte. Ob die Lava das Wasser jedoch tatsächlich erreichen wird, scheint indes nicht mehr absolut sicher. Am Donnerstag war der Lavastrom noch rund zweieinhalb Kilometer von der Küste entfernt, die Geschwindigkeit habe sich jedoch stark verringert.

Der Cumbre Vieja war am Sonntag zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Mehr als 6000 Menschen mussten seither in Sicherheit gebracht werden, darunter 400 Touristen, die nach Teneriffa gebracht wurden. Laut Involcan kann die Eruption noch zwischen drei und zwölf Wochen andauern.

Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet.

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