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„Wir haben alles verloren“: „Wunderhaus“ von La Palma von Lava zerstört

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Von: Martina Lippl

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Das „Wunderhaus“ von La Palma umgeben von Lava auf der Kanarischen Urlaubsinsel blieb anfangs verschont
Das „Wunderhaus“ von La Palma blieb verschont - jetzt ist es doch von der Lava zerstört worden. © Emilio Morenatti/dpa

Es war ein Symbol der Hoffnung - das „Wunderhaus“ auf La Palma. Das Foto von dem kleinen Haus umgeben von mächtigen Lavamassen ging um die Welt. Doch das Wunder dauerte nur wenige Tage.

Santa Cruz de La Palma - Ein winziges Haus mitten in einem gewaltigen Lavastrom. Es schien, als würde dieses Gebäude auf wundersame Weise den Naturgewalten trotzen. Die Lava hatte es auf seinem Weg zum Meer intakt gelassen. Nach dem Vulkanausbruch auf der kanarischen Insel La Palma inmitten der Verwüstung ein Symbol der Hoffnung - und das in der Ortschaft El Paraíso (auf Deutsch: Das Paradies). Nun der Schock.

Vulkanausbruch: „Das Wunderhaus“ von La Palma existiert nicht mehr

„Alles ist zerstört. Wir haben alles von unserer geliebten Insel verloren. Es ist sehr traurig. Inge und ich sind am Boden zerstört“, erzählt Rainer Cocq jetzt der spanischen Zeitung El Mundo. Das im kanarischen Stil erbaute kleine Haus gehört Rainer Cocq und seiner Frau Inge. Einem Rentnerpaar aus Dänemark, wie El Mundo berichtet.

Tagelang war die heiße Lava aus dem Vulkan im Naturpark Cumbre Vieja um ihr kleines Landhaus herum geflossen. Doch der Vulkan kennt keine Gnade. Die Lava hat nun auch die letzten Quadratmeter samt Haus verschlungen.

Das Rentnerehepaar wollte eigentlich jetzt nach La Palma reisen. Die Trauben in ihrem Weinberg sind reif. Im Oktober und November ist Erntezeit. Weinberg, der Garten mit seinen Palmen und seinen Drachenbäumen existiert nicht mehr. „Ein Teil unseres Lebens ist damit verloren gegangen“, sagte Däne. Vor mehr als 30 Jahren hatte er gemeinsam mit seiner Frau ein Grundstück in El Paraíso erworben und dann das Haus gebaut.

Vulkanausbruch: Wunderhaus von La Palma „Symbol lebt weiter“

„Das Haus ist weg, aber das Symbol davon lebt weiter“, schreibt Tochter Yenny Croq auf der Plattform gofundme.com. Im Namen der Familie Croq hat sie eine Spendenaktion für die betroffenen Bewohner von La Palma gestartet.

„Meine Familie hat eine emotionale Achterbahnfahrt erlebt“, schreibt Yenny auf Facebook. „Unsere kleine Casita Esperanza (auf Deutsch: Häuschen der Hoffnung) ist weg. Viele Menschen haben alles verloren, ohne Chance zum Wiederaufbau - übrig bleibt nur ein „malpais“ (schlechtes Land).“

Mehr als 656 Häuser und Gebäude sind nach dem Vulkanausbruch auf La Palma bislang zerstört worden, wie auf den neuesten Aufnahmen des europäischen Satellitensystems Copernicus hervorgeht. Die Lava bedeckt eine Fläche von 267,5 Hektar. Viele Menschen haben alles verloren. Der Vulkan auf La Palma ist seit dem 19. September wieder aktiv. Vor kurzem hatte der Vulkan eine gespenstische Pause eingelegt. Inzwischen haben die Lavaströme das Meer erreicht. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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