Keine Entspannung in Sicht

Vulkanausbruch auf La Palma: Neuer Lavastrom an der Nordflanke - Flugverkehr massiv gestört

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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Der Vulkan auf La Palma kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil. Jetzt bahnen sich neue Lavaströme an der Nord-Flanke der Cumbre Vieja unaufhaltsam ihren Weg.

Santa Cruz - Donnernde Geräusche der Explosionen, Asche und Erdbeben - seit fast einem Monat ist der Vulkan auf La Palma aktiv - und er ist weiter unberechenbar. Der Flugverkehr musste zeitweise wegen der Aschewolken eingestellt werden. Die Fähren zur Nachbarinsel Teneriffa heillos überfüllt. Am Hafen der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma kommt es zu langen Warteschlangen.  

Vulkanausbruch auf La Palma - Neue Lavaströme an der Nordflanke des Cumbre Vieja

In den vergangenen Stunden hat sich die Lage auf der Kanareninsel erneut verschärft. Ein neuer Lavastrom nordwestlich des Vulkankegels an der Cumbre Vieja ist aufgetaucht. Experten beobachten alles ganz genau, analysieren täglich. Vorhersagen über die Stärke der Eruptionen oder Dynamik der Lavaströme lassen sich trotz allem schwer treffen. Inzwischen dauert der Vulkanausbruch auf La Palma mehr als vier Wochen an. Immer wieder stockt der Lavafluss und Optimismus macht sich breit - dann wälzt sich die glühende Lava erneut unerbittlich mit etwa 15 Kilometer pro Stunde Richtung Meer. Die Lavamassen haben den Berg La Laguna umkreist und bewegen sich Richtung Meer. Sonntagmittag war die Lavazunge noch 200 Meter von der Küste entfernt.

Vulkanausbruch auf La Palma: Experte untersuchen einen neuen Lavastrom am Cumbre Vieja.

Vulkan La Palma: Weitere Lavazunge nähert sich Meer

Seit 20.30 Uhr breiten sich die Lavaströme aus, twittert das kanarische Vulkanforschungsinstituts Involcan und postet dazu aktuelle Vulkanfotos aus der Nacht. Die Aufnahmen sind faszinierend und erschreckend zugleich. Wenn der Lavastrom das Meer erreicht, muss eine weitere Sperrzone an der Küste von Tazacorte eingerichtet werden, teilt der Katastrophenschutz mit. Wenn die etwa tausend Grad heiße Lava ins Meer fließt, kann es zu gefährlichen Reaktionen kommen.

Vulkanausbruch auf La Palma - Kein Ende in Sicht

  • Der Vulkan an der Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma ist am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen.
  • Riesige Lavaströme haben inzwischen mehr als 1800 Gebäude und fast 790 Hektar Land zerstört.
  • Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der Cumbre Vieja galt als schlafender Vulkan.

„Du musst ganz fein spinnen“ - Vulkanausbruch auf La Palma sorgt für bizarren Flugverkehr auf Teneriffa

Der Vulkanausbruch auf La Palma bringt auch den Flugverkehr auf den kanarischen Nachbarinseln durcheinander. Vulkanasche ist extrem gefährlich. Es kann Flugzeug-Triebwerke beschädigen und auch zum Totalausfall bringen. So mussten Piloten und Fluglotsen am Sonntag auf dem Flughafen Teneriffa jonglieren, um Starts und Landungen trotzdem hinzubekommen.

„Es ist notwendig, sehr fein zu spinnen“, erklären Fluglotsen in einem Tweet und fügten der Nachricht ein Video bei, das es sehr eindringlich verdeutlicht. Es sei eben ein Problem beim Betrieb von Abfahrten und Ankünften auf gegenüberliegenden Gleisen, da müsse man sehr vorsichtig sein.

Noch hat der zweite Lavastrom des Vulkans auf La Palma das Meer nicht erreicht. Das Tempo hat sich verlangsamt. Die 1270 Grad heiße Lavazunge sei inzwischen noch 160 Meter vom Meer entfernt und bewegt sich nur noch mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Stunde vorwärts.  

Es war ein Symbol der Hoffnung - das „Wunderhaus“ auf La Palma. Das Foto von dem kleinen Haus umgeben von mächtigen Lavamassen ging um die Welt. Doch das Wunder dauerte nur wenige Tage. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Luismi Ortiz/UME /afp

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