1. Startseite
  2. Welt

Nächste Eskalationsstufe nach Vulkanausbruch auf La Palma: Lava erreicht Meer - Experten fürchten fatale Folgen

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Über die Klippen fließt die Lava nach dem Vulkanausbruch auf La Palma ins Meer. Dampfwolken steigen auf. Experten warnen vor giftigen Gasen.

Santa Cruz - Zehn Tage nach dem Vulkanausbruch auf La Palma ist es so weit: Ein gewaltiger Lavastrom hat die Küste der Urlaubsinsel erreicht und ergießt sich in den Atlantik. Das Szenario wurde erwartet, doch der Moment ist faszinierend und unheimlich zugleich. Die Lava stürzt von etwa einer hundert Meter hohen Klippe bei Tazacorte in der Nähe eines Strandes ins Meer. Kurz davor ist das gesamte Hafengebiet evakuiert worden. Von der spanischen Regierung wurde die kanarische Insel La Palma am Dienstag zum Katastrophengebiet erklärt.

Vulkanausbruch auf La Palma - Angst vor giftigen Gasen

„Der Lavastrom hat das Meer bei Playa Nueva erreicht“, twitterte das Vulkanologische Institut der Kanaren in der Nacht. Glühend heiße Lavabrocken stürzen ins Meer, Dampfwolken steigen auf. Es sind gespenstische Aufnahmen. Stunden zuvor hatte die Lava sich Meter für Meter schon durch das Küstengebiet gewalzt. Die Behörden haben eine Sperrzone im Umkreis von 3,5 Kilometern um das betroffene Gebiet eingerichtet. Eine Ausgangssperre für vier Ortschaften wurde verhängt. Bewohner der Westküste sind aufgefordert, Türen und Fenster zu schließen und diese mit Klebeband und nassen Tüchern zu versiegeln, um sich vor giftigen Gasen zu schützen, berichtet La Vanguardia.

„Das Einatmen oder der Kontakt mit ätzenden Gasen oder Flüssigkeiten kann Haut, Augen und Atemwege reizen und Atembeschwerden verursachen, insbesondere bei Menschen mit bereits vorhandenen Erkrankungen der Atemwege“, warnt das Vulkanologische Institut der Kanaren. „Wenn Sie draußen sind, suchen Sie sich einen sicheren Ort, um Zuflucht zu suchen“, twittert die kanarische Sicherheitsbehörde.

Experten hatten schon kurz nach dem Vulkanausbruch auf La Palma vor den gefährlichen Gasen - einer giftigen Wolke gewarnt. Trifft die extrem heiße Lava auf das salzige Meerwasser, gibt es eine gefährliche Reaktion. Es können sich giftige Dämpfe bilden, die Salzsäure und winzige Vulkankristalle enthalten. Auch kochend heiße Flutwellen sind nach Ansicht von Experten möglich.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lavamassen strömen ins Meer

Die Sperrzone wird vom Wasser aus überwacht. Auch Forschungsschiffe sind vor Ort. Die Lava strömt indes weiter ins Meer. „Es beginnt sich ein Lavadelta zu bilden, das im Meer nach und nach an Boden gewinnt“, twittert das Instituto Español de Oceanografía. Was das bedeutet zeigt ein Clip. Vor der Küste hat sich eine 50 Meter hohe Lava-Pyramide gebildet.

Vulkanausbruch auf La Palma

Der Vulkan im Gebiet Cumbre Vieja auf La Palma ist am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Der Ausbruch hatte sich zuvor durch sogenannte Schwarmbeben angekündigt. Forscher warnten davor. Nichtsdestotrotz wurde die kanarische Insel durch massiven Ausbruch überrascht. Stündlich ändert sich die Lage. Vor kurzem hatte der Vulkan eine gespenstische Pause eingelegt. 6.000 Menschen mussten ihre Häuser bereits verlassen. Mehr als 650 Häuser sind von der Lava zerstört. Viele haben alles verloren. Die Schäden sind enorm. Experten rechnen damit, dass der Vulkan noch für Wochen oder sogar Monate aktiv bleibt. Der Vulkanausbruch auf La Palma macht sich auch in Europa bemerkbar. Eine gigantische Schwefelwolke breitet sich immer weiter aus. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare