1. Startseite
  2. Welt

Vulkanausbruch auf La Palma: Behörden befürchten Gefahr durch giftige Gase - Lavastrom frisst sich weiter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Veronika Silberg

Kommentare

Nach kurzer Unterbrechung wütet der Vulkan auf La Palma erneut. Zahlreiche Häuser hat der Lava-Strom bereits verschluckt. Nun könnten giftige Gase entstehen.

La Palma/Los Llanos de Aridane - Für einen kurzen Moment schien die Gefahr gebannt: Etwa zwei Stunden stand der Vulkan in der Cumbre Vieja still. Dann erwachte der Lava spuckende Berg erneut zum Leben. Wie der lokale Fernsehsender RTVE berichtet, stand am Montagmittag eine riesige schwarze Wolke über dem Kegel des Vulkans. Vulkanologen hatten zuvor betont, solche kurzen Unterbrechungen eines Vulkanausbruchs seien nicht ungewöhnlich.

Die Lava bahnt sich unterdessen langsam ihren Weg zum Meer. Nur noch 800 Meter war die etwa 1000 Grad heiße Lava-Masse am Montagmittag vom Wasser entfernt. Sie steht damit kurz vor einem gefährlichen Punkt: dem Aufeinandertreffen von Meer und Lava. Denn beim Eintreten in das salzige Wasser könnten sich giftige Dämpfe bilden. Um die Bevölkerung vor möglichen gesundheitlichen Schäden zu schützen, verhängten die Behörden nun für mehrere Ortschaften eine Ausgangssperre. Bewohner der betroffenen Gebiete sollen ihr Haus nicht verlassen, sowie Türen und Fenster sicherheitshalber geschlossen halten.

Vulkanausbruch auf La Palma: Asche, Giftgas und schwere Schäden - Flughafen öffnet wieder

La Palma
Der Vulkan auf La Palma war nur kurz verstummt. © Kike Rincón/EUROPA PRESS/dpa

Über 6000 Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht. Über 300 Häuser sind von der Lava im Südwesten der Urlaubsinsel bereits zerstört worden. Mehr als 212 Hektar hat der Lavastrom bereits verschlungen. Dramatische Bilder zeigen, wie er am Sonntag eine Kirche zerstörte. Bisher schätzte die Regionalregierung den Schaden auf mindestens 400 Millionen Euro. Sollte die Lava nach mehreren Monaten abgekühlt sein, wird der betroffene Boden jahrzehntelang nicht mehr nutzbar sein. Tourismus und Landwirtschaft der kleinen Insel werden noch lange leiden.

Der Flughafen von La Palma wurde laut der Fluggesellschaft Aena unterdessen wieder freigegeben. Die Landebahn habe von Vulkanasche gesäubert werden können, schrieb das Unternehmen auf Twitter. Anderen Fluggesellschaften ist das Risiko bislang aber dennoch zu hoch. Zentimeter-hohe Vulkanasche hatte zuletzt die Landebahn des Flughafens bedeckt.

Wie lange der Vulkan der Cumbre Vieja noch aktiv bleiben wird, ist ungewiss. Eine Eruption kann noch Wochen oder gar Monate andauern. In dieser Woche wird die spanische Regierung entscheiden, ob La Palma zum Katastrophengebiet erklärt wird. (vs/dpa)

Auch interessant

Kommentare