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Vulkanausbruch auf La Palma: Experte spricht von düsterem Szenario - Öffnet sich der nächste Schlot?

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Von: Jennifer Lanzinger

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Der Vulkan auf La Palma spuckt weiter Lava und Asche, doch nun könnte bereits das nächste dramatische Szenario drohen. Ein Experte spricht von einem weiteren Schlot, der sich öffnen könnte.

La Palma - Bereits seit dem 19. September spuckt der Vulkan auf der Insel La Palma unaufhörlich Lava und Gestein und ein Ende ist auch nach der Meinung eines Experten noch lange nicht in Sicht. Während sich die Lava aktuell ihren gewohnten Weg ins Meer sucht, könnte sich schon bald ein weiterer Vulkanschlot öffnen. Für die Insel wäre das ein Fiasko.

Vulkanausbruch auf La Palma: Experte spricht von düsterem Szenario - Öffnet sich schon bald der nächste Schlot?

Obwohl der Vulkan bereits seit Wochen aktiv ist, erwarten Vulkanologen nicht, dass das Ende des Ausbruchs naht. Das zeichne sich unter anderem durch die anhaltende Heftigkeit der Vulkantätigkeit ab. Wie der staatliche TV-Sender RTVE am Mittwoch erklärt hatte, werden an einigen Tagen mehr als 100 mittlere und leichte Erdbeben und vor allem der Ausstoß großer Mengen von Schwefeldioxid verzeichnet. Wie der Vulkanologe Ramón Ortíz der Zeitung La Vanguardia erklärt hatte, sei das Terrain um den Vulkan rund zehn Zentimeter in die Höhe gedrückt worden. Der Grund sei das nach oben drängende Magma. „Es drückt so lange, bis die Erdkruste bricht und Lava ausströmt.“

Obwohl das Magma und Gestein teilweise Hunderte Meter in die Luft geschleudert werden, richten sie kaum noch Schaden an. Der Grund sei, weil die heiße Lava sich ihren Weg über die bereits zuvor ausgetretene und bereits erkaltete Lava bahnt. Wie der Vulkanologe Ramón Ortíz der Zeitung La Vanguardia weiter berichtet, würden die Lavaströme aktuell kaum noch Richtung Meer vorankommen. Vielmehr werde neue Lava auf alte Lava geschoben. Die Schicht sei aktuell bis zu 30 Meter hoch.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lavaströme türmen sich meterhoch - Dramatisches Szenario droht

Doch könnten sich die Lava und die Gesteinsbrocken nicht nur über den aktuellen Vulkanschlot ihren Weg in die Freiheit bahnen. Wie der Vulkanologe Vicente Soler vom spanischen Forschungsinstitut CSIC erklärt, gehe der Vulkanausbruch im besten Falle so weiter. Doch die Situation könnte sich in der nächsten Zeit noch weiter zuspitzen. So könnte sich ein neuer Vulkanschlot in größerer Entfernung vom bisherigen Vulkan öffnen. Dadurch könnten neue Lavaströme auf der anderen Inselseite Richtung Meer fließen und so beispielsweise Verkehrsverbindungen zwischen dem Norden und dem Süden der Insel vollständig unterbrechen. Das ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“, warnte Soler.

Bereits jetzt hat der Vulkan auf La Palma großen Schaden angerichtet. Etwa 7.000 Menschen mussten seit Beginn des Ausbruchs ihre Häuser verlassen, mehr als 2.100 Gebäude wurden zerstört. Viele Menschen haben ihre Existenzgrundlage verloren, auch die für die Wirtschaft wichtigen Bananenplantagen haben gelitten.

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