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Symbolbild

Protest gegen Kirche: Waldbesitzer sperrt Pilgerweg

Wien/Graz - Aus Protest gegen den Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsskandalen hat ein österreichischer Waldbesitzer einen Pilgerweg in den Wallfahrtsort Mariazell gesperrt.

Warnschilder verbieten Geistlichen in Begleitung von Kinder- und Jugendgruppen das Betreten des Pilgerwegs, der über den Privatgrund des Waldbesitzers läuft, berichtete die österreichische Zeitung “Standard“ am Dienstag.

“Das Betreten dieses Grundstücks ist Priestern, Ordenspersonal oder anderem Kirchenpersonal gemeinsam mit unbeaufsichtigten Kindern ohne Beisein von deren Eltern, Vormunden oder Bevollmächtigten verboten“, steht unter anderem auf einer Tafel. Wenn keine Minderjährigen dabei sind, dürfen Geistliche den Privatwald in der Obersteiermark aber durchqueren.

Er wolle ein Zeichen setzen, sagte Waldbesitzer Sepp Rothwangl dem Blatt: “Der katholischen Kirche gelingt es nicht, die Missbrauchstäter aus den eigenen Reihen zu entfernen.“ Er wisse als Betroffener, welche Auswirkungen die Vertuschung von sexuellem Missbrauch habe. Rothwangl ist auch Sprecher der “Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“.

Gerade auf Pilgerfahrten seien ihm einige Fälle massiven Missbrauchs bekanntgeworden, sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Kirche sieht sich unter Generalverdacht gestellt: “Sie diffamieren einen ganzen Berufsstand.“ Hinter der Aktion stecke “billiger Aktionismus auf Kosten einer seriösen Auseinandersetzung mit der schwierigen und komplexen Thematik des sexuellen Missbrauchs“, sagte der Sprecher der Diözese Graz-Seckau, Georg Plank. Diese Art der Pauschalverurteilung sei weder rechtlich noch moralisch haltbar.

dpa

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