Bären rennen auf der Flucht vor den Waldbränden in Sibirien im Juli 2021 vor Lastwagen auf die Straße.
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Szenen wie diese häufen sich wegen der Waldbrände in Russland.

Klimaaktivisten alarmiert

Auf der Flucht vor Waldbränden: Bären suchen Nähe des Menschen – Video zeigt Zusammenstoß

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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So verheerend waren sie schon lange nicht mehr, da sind sich viele einig: Die Waldbrände stellen im Osten Russlands gerade das Leben auf den Kopf.

Jakutsk - Waldbrände verändern gerade Russlands eigentlich kälteste Region. In der Republik Jakutien kämpfen die Menschen seit Mai mit dem Feuer – aber nicht nur sie. Auch Wildtiere fliehen aus ihrer gewohnten Umgebung und geraten dabei mit der Zivilisation in Konflikt: Die Zusammenstöße zwischen den Raubtieren und Fahrzeugen häufen sich. Das berichtet The Siberian Times und postet auf Twitter entsprechendes Videomaterial:

Die Tiere betteln offenbar an den Straßen um Futter. Der Siberian Times, gegründet 2012 in Russlands drittgrößter Stadt Nowosibirsk, wurde von Kritikern schon Übertreibung vorgeworfen. Bei den auf Twitter publizierten Bären-Aufnahmen scheint es sich aber nicht um Fakes zu handeln.

Waldbrände: Ascheregen und Rauchschwaden

Die Sonne sei teils durch den Rauch nicht mehr sichtbar, der Himmel am Tag schwarz-rot, es regne Asche und die Menschen ringen um Atem, heißt es in dem Bericht weiter. „Die Situation war noch nie so schlimm“, zitiert das englischsprachige Portal Anwohner eines örtlichen Dorfes. Seit Ende des 19. Jahrhunderts treten hier regelmäßig Waldbrände auf.

Mehr als 100 Siedlungen und die Großstadt Jakutsk seien betroffen, teilten die Behörden Ende Juli mit. Luftproben sollen nun klären, wie schädlich der Smog für die Gesundheit ist. Rauchschwaden seien sogar zu der mehr als 1700 Kilometer entfernen Insel Sachalin gezogen, so The Siberian Times.

Ein Freiwilliger überwacht ein Gegenfeuer, das die Ausbreitung des Feuers westlich der Stadt Jakutsk eindämmen soll.

Bären flüchten vor Waldbränden in Russland – Klimaaktivisten warnen

In Jakutien sprach die Zivilschutzbehörde Ende Juli von Schäden in Höhe von umgerechnet mehr als elf Millionen Euro. Im Nordosten Russlands liefen laut Forstschutzbehörde zuletzt Löscharbeiten auf einer Fläche von mehr als 5000 Quadratkilometern - etwa das Doppelte der Fläche des Großherzogtums Luxemburg.

In den trockenen Sommermonaten kommt es in Russland, dem flächenmäßig größten Land der Erde, immer wieder zu verheerenden Feuern. Davon betroffen ist auch der für das Klima wichtige Taiga-Waldgürtel. Umweltexperten warnen, dass sich die Situation wegen des Klimawandels weiter verschärft habe. Auch Italien, Griechenland, oder der Türkei richten Waldbrände aktuell schweren Schaden an. (frs)

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