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„Niemand geht, egal, wie oft sie uns evakuieren“: Erbitterter Kampf gegen Brände in Griechenland

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Von: Kathrin Reikowski

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Bewohner der griechischen Inseln Euböa und Peleponne stellen sich mit Menschenketten gegen die Waldbrände. Nach Regen droht eine Hitzewelle.

Euböa (Griechenland) - „Niemand geht, egal, wie oft sie uns evakuieren“, sagt ein Bewohner Euböas. „Wir bleiben, bis zum bitteren Ende. Ich komme aus dem Nachbardorf und bin hier, um zu helfen.“ Gegenüber Puls24 beschreiben Anwohner, wie sie seit Tagen gegen die Flammen kämpfen - und manchmal alles zurücklassen müssen. Die zweitgrößte griechische Insel ist nach wie vor stark von den Bränden betroffen, wenngleich sich die Lage zunächst etwas zu entspannen schien. Am Dienstagabend waren einige bereits unter Kontrolle gebrachte Feuer wieder aufgeflammt, weil sich die Löschhubschrauber nach Einbruch der Dunkelheit zurückziehen mussten.

54 neue Waldbrände meldet die Halbinsel Peleponnes. Am Dienstagabend war die Feuerfront in der Gemeinde Gortynia im Westen rund zehn Kilometer lang, berichteten griechischen Medien. Per Not-Sms seien bisher 19 Dörfer evakuiert worden, im Ort Pirris brannten Häuser. Im Fokus des Kampfes gegen die Flammen steht jetzt auch die Präfektur Ilia, wo die Brände die antike Stadt Olympia angreifen könnten. Auch Bayern hat Griechenland Hilfe gegen die Brände angeboten.

Panik, Desaster und Trauer - Anwohnerin spricht über ihre Gefühle nach den Waldbränden

Eine Frau, deren Haus völlig ausgebrannt ist, sagt: „Ich konnte nur meine Mutter und meinen Hund mitnehmen. Wir hatten Panik, waren traurig, es war ein Desaster. Wir haben jede traurige Emotion, die man sich vorstellen kann, durchgemacht.“

Laut wetter.com gelang es Anwohnern in einigen Orten, die Feuer von den Ortschaften fernzuhalten. Unter anderem hätten hunderte Helfer vor der Ortschaft Kamatriades eine Menschenkette gegen die Wand aus Flammen gebildet und nur mit Zweigen die Flammen ausgeschlagen.

Nach Regen am MIttwoch: Hitzewelle rollt auf die vom Waldbrand betroffenen Regionen zu

Für Mittwoch sagt der Wetterdienst mancherorts mehrstündige Regenfälle vorher: Die gute Nachricht trifft unter anderem auch die von Bränden betroffenen Teilen Euböas und der Peloponnes. Schon am Dienstag hatte der starke Wind nachgelassen, der die Flammen sonst oft zusätzlich noch anfachte.

Doch laut wetter.com droht danach eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 45 Grad. Die extreme Hitzewelle droht auch Italien, wo Waldbrände auch in Urlaubsregionen wüten.

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