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Waldbrände in Kanada weiten sich aus – zwei Drittel aller Feuer außer Kontrolle

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Kanada kämpft seit Wochen gegen verheerende Waldbrände. Städte sind in Rauch gehüllt, Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Die Lage ist weiter kritisch.

Update vom 23.08.2023, 6.41 Uhr: Jared Schroeder, ein hochrangiger Vertreter der Feuerwehr in der stark betroffenen Provinz British Columbia, erklärte, dass keine weitere Ausbreitung der Brände erwartet wird. Trotzdem bleibt die Bedrohung durch die Brände für große Teile des Okanagan-Tals in der Provinz bestehen, darunter die Städte Kelowna und das benachbarte West Kelowna.

Offiziellen Angaben zufolge ist es weiterhin zu früh, die Rückkehr der Evakuierten zu planen. Die vom Brand bedrohten Gebiete seien weiterhin in dichten Rauch gehüllt. Zudem sei die Region mit Trümmern übersät, darunter Bäume, die von starken Winden aus dem Boden gerissen wurden, sowie heruntergefallene Stromleitungen. Die Kanadier beobachteten „mit Entsetzen die Bilder der apokalyptischen Verwüstung“, sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau bei einer Kabinettstagung. „Es ist eine beängstigende und herzzerreißende Zeit“, so Trudeau weiter.

Eine Frau trägt einen kleinen Jungen vor einem Evakuierungszentrum für Menschen, die aufgrund von Waldbränden aus ihren Häusern vertrieben wurden, in Kelowna, British Columbia.
In diesem Jahr zerstören Feuer in Kanada bereits eine Fläche von der Größe Griechenlands. Tausende Menschen sind zur Evakuierung aufgerufen. © Darryl Dyck/ dpa

Waldbrände in Kanada: zwei Drittel aller Feuer außer Kontrolle

Update vom 22.08.2023, 9.50 Uhr: Die massiven Waldbrände in Kanada werden durch starken Wind, Trockenheit und Hitze weiter angefacht. Insgesamt gibt es 1.000 aktive Feuer, von denen laut dem Kanadischen Waldbrandzentrum zwei Drittel außer Kontrolle sind. In dem besonders betroffenen Ort West Kelowna am See Okanagan im Süden der Provinz British Columbia sehe die Lage jedoch „endlich besser aus“, sagte der dortige Feuerwehrchef Jason Brolund laut dem Sender CBC auf einer Pressekonferenz.

Waldbrände sind in Kanada keine Seltenheit. In vielen Teilen Kanadas sind sie ein jährlich auftretendes Phänomen. Doch das Ausmaß der diesjährigen Feuer sei beispiellos, sagen Experten. Kanada kämpft bereits seit Monaten gegen Waldbrände in mehreren Teilen des Landes. In diesem Jahr handelt es sich allerdings um die schlimmste bekannte Waldbrand-Saison in der Geschichte des Landes.

Rauch von Waldbränden füllt die Luft in Kelowna, British Columbia.
Waldbrände in Kanada wüten weiter © Darryl Dyck/ The Canadian Press via AP/ dpa

Waldbrände in Kanada weiten sich aus: Tausende Menschen fliehen vor den Flammen

Erstmeldung vom 21.08.2023, 11.10 Uhr: Victoria – Feuer frisst sich unerbittlich durch das Land. Flammen schlagen hunderte Meter in den Himmel. Löscharbeiten aus der Luft oder am Boden sind teils zu gefährlich und auch aussichtslos. Kanada erlebt in diesem Jahr Waldbrände von bislang unbekannten Ausmaßen. Zehntausende Menschen mussten sich bereits in Sicherheit bringen. Viele haben bereits alles verloren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Kanadas Premierminister Justin Trudeau kündigte an, Soldaten und Ausrüstung zu entsenden.

Waldbrände in Kanada: Provinz ruft Notstand aus

Im Westen Kanadas wüten großflächige Waldbrände, besonders in British Columbia und Northwest Territories. In British Columbia mussten bereits 30.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 35.000 Menschen könnten bald evakuiert werden, erklärte der Premierminister von British Columbia, David Eby, auf einer Pressekonferenz. Das Ausmaß der Zerstörung durch das Feuer sei bisher noch nicht abschätzbar. British Columbia rief am Freitag den Notstand aus.

Wayne Smith harrt mit seinem Hund und seinem Papagei auf einem Walmart-Parkplatz aus. Er und seine Tiere mussten am Sonntag (20. August) ihr Zuhause verlassen.
Wayne Smith harrt mit seinem Hund und seinem Papagei auf einem Walmart-Parkplatz aus. Er und seine Tiere mussten am Sonntag (20. August) ihr Zuhause verlassen. © PAIGE TAYLOR WHITE/Afp

„In diesem Jahr erleben wir in British Columbia die schlimmste Waldbrandsaison aller Zeiten“, hieß es in einer Mitteilung. Die Lage in der Provinz habe sich in den vergangenen 24 Stunden rasant verändert, hieß es. „Wir stehen in den kommenden Tagen vor einer äußerst herausfordernden Situation.“ Zahlreiche Häuser brannten in West Kelowna (30.000 Einwohner) nieder. Die Großstadt Kelowna (150.000 Einwohner) auf der anderen Seite des Okanagan Lake war am Sonntag weiterhin von dichtem Rauch eingehüllt.

Erschütternde Aufnahmen aus West Kelowna British Columbia ins Kanada. Der Berghang oberhalb des Seeufers steht am Freitag (18. August) in Flammen.
Erschütternde Aufnahmen aus West Kelowna British Columbia ins Kanada. Der Berghang oberhalb des Seeufers steht am Freitag (18. August) in Flammen. © IMAGO/Darryl Dyck

Die Stadt Yellowknife (Northwest Territories) am nördlichen Polarkreis ist schon fast komplett verlassen. Heftige Feuer näherten sich bis auf wenige Kilometer der Stadtgrenze der Gebietshauptstadt.

„Wir haben in den vergangenen 48 Stunden mehr als 19.000 Menschen aus Yellowknife evakuiert“, schreibt der regionale Umweltminister Shane Thompson auf der Online-Plattform X (vormals Twitter). Mehr als 15 000 Menschen seien auf dem Landweg geflüchtet, etwa 3800 seien ausgeflogen worden. Etwa 1000 Menschen mit systemrelevanten Tätigkeiten seien in der Stadt und ihrer Umgebung zurückgeblieben.

Kanada brennt – seit Monaten kämpft das Land gegen Waldbrände

Seit Monaten kämpft Kanada gegen Waldbrände. Insgesamt verbrannten in Kanada in diesem Jahr bereits rund 14 Millionen Hektar Wald – das entspricht der Fläche Griechenlands. Experten sehen die extremen Feuer auch als Folge der Klimakrise, die unter anderem zu ausgetrockneten Böden geführt habe.

Auch jenseits der Grenze in den USA mussten am Wochenende mehrere tausend Menschen vor Waldbränden im benachbarten Bundesstaat Washington fliehen. Laut Berichten örtlicher Medien kam dort mindestens ein Mensch ums Leben. In der Stadt Medical Lake, in der Nähe der Stadt Spokane sowie nahe eines Stützpunkts der US-Luftwaffe wurden Evakuierungen angeordnet. Ein Highway-Abschnitt, der Washingtons Hauptstadt Seattle mit dem Osten des Landes verbindet, wurde geschlossen, wie die Behörden mitteilten. (ml/afp/dpa)

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