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Flammen-Inferno in Österreich – Kanzler Schallenberg: „Herausforderung ist enorm“

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Von: Franziska Schwarz

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Mehrere Helikopter sind bei der Bekämpfung eines Waldbrandes in Niederösterreich in Reichenau an der Rax im Einsatz.
Szene vom Kampf gegen den Waldbrand in Reichenau an der Rax (Niederösterreich). © Matthias Fischer/LFKDO NÖ/dpa

Ein Waldbrand sorgt in Niederrösterreich aktuell für eine „hochsensible“ Lage. Einsatzkräfte mühen sich ab, dass das Feuer nicht überspringt.

Update vom 28. Oktober, 14.43 Uhr: Eine Fläche von rund 150 Fußballfeldern steht laut dpa in Österreich gerade in Flammen. Damit gilt das Unglück als bisher größter Waldbrand des Landes (siehe Erstmeldung). Nun ist auch die österreichische Regierungsspitze ins Krisengebiet fahren lassen.

„Die Herausforderung, vor der die Einsatzkräfte hier im Rax-Schneeberg-Gebiet stehen, ist enorm“, sagte Kanzler Alexander Schallenberg. Auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Agrarministerin Elisabeth Köstinger verschafften sich vor Ort ein Bild.

Am Donnerstag waren rund 500 Helfer, davon 400 Feuerwehrleute, im Einsatz. Hubschrauber schütteten in vielen Flügen Löschwasser ins unwegsame Brandgebiet. Siedlungen sind bislang nicht gefährdet.

Flammen-Inferno in Österreich: „Noch lange nicht unter Kontrolle“

Erstmeldung vom 28. Oktober: Bezirk Neunkirchen - Österreich kämpft aktuell mit einem der größten Waldbrände seiner Geschichte. Mehr als 100 Hektar Fläche standen im Gebiet Reichenau an der Rax am Mittwoch weiterhin in Flammen. Das berichten übereinstimmend der öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF sowie die Kronen Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

„Der Brand ist noch lange nicht unter Kontrolle, und die Wetterprognose ist keine gute“, zitiert das Boulevardportal Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Für die nächsten fünf Tage sei weder Regen noch zusätzlicher Ostwind vorhergesagt. Von einer „veritablen Flammenwand“ ist die Rede. In weniger als zehn Stunden hätte sich das Feuer in dem Forst, der im Besitz der Stadt Wien ist, ausgebreitet.

Waldbrand in Österreich: Glutnester und drohende „Feuersprünge“

Das Verhängnis nahm schon am Montag seinen Lauf. Am Dienstag war dann ein Großeinsatz von Feuerwehr-Katastrophenhilfsdienst, Polizei-Helikoptern und Bundesheer vonnöten. Entlang der Waldrand-Schneisen waren laut ORF auch am Abend weiterhin 200 Feuerleute im Einsatz. Forstarbeiter wurden laut Krone verletzt ins Krankenhaus gebracht Am Dienstagvormittag mussten sogar Schneisen in nicht betroffene Gebiet geschlagen werden, um einen „Feuersprung“ zu vermeiden.

Die Einsatzkräfte planen „eine neue Verteidigungsfront“, sagte Landesfeuerwehrkommando-Sprecher Franz Resperger dem ORF. Wasserwerfer und fünf Großtanklöschfahrzeuge seien in Stellung gebracht. Verhindert werden müsse, dass durch den Funkenflug auch die benachbarte Region Rax in Brand gerät.

„Noch lange nicht unter Kontrolle“: Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach laut dem Bericht am Mittwochvormittag in einer Pressekonferenz von einem Einsatz „unter gefährlichsten Bedingungen“ und einer „hochsensiblen Situation“.

Katastropheneinsatz wegen Feuer in Österreich: Löscharbeiten für Tage

Gehe der Wind wie prognostiziert in den kommenden Stunden Richtung Rax hin, „haben wir dort einen Düseneffekt“, erläuterte der Wiener Forstdirektor Andreas Januskovecz gegenüber dem ORF. „Das Höllental wird enger, der Wind wird dadurch stärker, und diese Düse facht das Feuer stark an. Talauswärts seien die Verhältnisse aber besser, „denn dort haben wir Forststraßen und können das Gelände teilweise begehen“.

Der Waldbrand wurde rückwirkend mit Dienstagfrüh zum Katastropheneinsatz erklärt. Gelegentliche Felsstürze erhöhten die Gefahr für die Helfer zusätzlich. Die Löscharbeiten mit Unterstützung aus der Luft werden nach Einschätzung vieler Beteiligter wohl noch einige Tage andauern. (frs)

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