+
Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017.

Nachfolger des Stieglitz

Diese Eulenart ist der Vogel des Jahres 2017

Berlin - Die einen hielten sie für weise Tiere, die anderen für Todesboten. Seit Harry Potter haben Eulen einen tadellosen Ruf. Mit dem Waldkauz wird eine Eulenart 2017 Vogel des Jahres.

Runde Knopfaugen, ein freundlich-gefiedertes Gesicht und ein unheimliches "Huuh-hu-huuh": Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017. Nach dem Stieglitz, Titelträger 2016, wählte der Naurschutzbund Deutschland (Nabu) den hübschen Kauz stellvertretend für alle Eulenarten aus. Wie viele andere Waldvögel auch ziehe der Waldkauz (Strix aluco) immer häufiger in die Städte, zum Beispiel auf Friedhöfe, in Parks und in Gärten, teilte der Verband am Donnerstag mit.

Nach Schätzungen gibt es zwischen 43.000 und 75.000 Waldkauz-Brutpaare in Deutschland. Vogelschützer halten das Vorkommen langfristig nur für stabil, wenn auch der Lebensraum für Eulen erhalten bleibt. Dazu zählen vor allem alte Bäume mit Höhlen. "Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Es gilt, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder zu vermehren", sagte Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz, der den Titel "Vogel des Jahres" seit 1971 gemeinsam mit dem Nabu vergibt.

Ideal für Käuze ist eine waldreiche Umgebung, die mit Lichtungen und angrenzenden Feldern aufgelockert ist. Eintönige junge Wälder und Agrarlandschaften ohne Brachflächen und Schlupfwinkel gehören dagegen nach Ansicht der Naturschützer zu den größten Gefahren für die Vögel.

Waldkäuze nutzen bei der Jagd den "Überraschungseffekt"

Waldkäuze, rund 40 Zentimeter groß, sind Jäger der Nacht und haben feine Sinne. Sie können besonders gut sehen und hören das leiseste Geräusch noch in 100 Metern Entfernung. Spezielle "Schalldämpfer" an den Flügelkanten sorgen dafür, dass sie ihre Beute nahezu lautlos anfliegen und überraschen können. Auf dem Speiseplan stehen Nagetiere, Vögel, Frösche, Insekten und Regenwürmer. Die ältesten beringten Tiere wurden in freier Natur fast 20 Jahre alt. Waldkauz-Paare bleiben sich in der Regel ein Leben lang treu und brüten nur einmal im Jahr. Beim Tod des Gefährten suchen sie sich neue Partner.

Die Bezeichnung "Kauz" ist eine Besonderheit im deutschen Sprachraum. In anderen europäischen Ländern gibt es kein eigenes Wort für diese Eulen mit rundem Kopf - aber ohne die charakteristischen Federohren.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Passbild erkennen: Jeder vierte Betrüger wird nicht entdeckt
Menschen können bekannte Gesichter gut erkennen, unbekannte hingegen nicht so gut. Bei einer Passkontrolle müssen Polizisten aber genau dies tun. Psychologen zeigen …
Passbild erkennen: Jeder vierte Betrüger wird nicht entdeckt
Völlig in Rage: Polizisten wegen Knöllchens angegriffen
Ein Knöllchen bringt einen Anwohner in Rage. Seine Söhne kommen dazu. Der Mann vom Ordnungsamt ruft die Polizei. Die wird verprügelt. Jetzt beginnt der Prozess.
Völlig in Rage: Polizisten wegen Knöllchens angegriffen
Jupiter-Atmosphäre an den Polen turbulenter als erwartet
Mehrere Jahre brauchte die Raumsonde "Juno" bis zum Jupiter. Die ersten Überflüge zeigen: Auf dem Riesenplaneten ist mächtig was los.
Jupiter-Atmosphäre an den Polen turbulenter als erwartet
Nagetier Nutria breitet sich stark aus
Berlin/Lüneburg (dpa) – Die aus Südamerika stammenden Nutrias haben sich erheblich ausgebreitet. "In neun Jahren hat sich das Vorkommen in den erfassten Gebieten etwa …
Nagetier Nutria breitet sich stark aus

Kommentare