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Die verurteilte dreifache Kindsmörderin vor Gericht.

"Beispielloser Fall"

Sie waren "im Weg": Frau ersticht drei Kinder

Dortmund - Eine Frau ersticht die drei Kinder ihres Lebensgefährten, weil sie der Beziehung im Weg stehen. Die Richter sprechen von einem beispiellosen Fall.

Zu lebenslanger Haft hat das Dortmunder Landgericht eine dreifache Kindermörderin verurteilt. Die 30-Jahre alte Frau hatte im August vergangenen Jahres die drei Kinder ihres Lebensgefährten mit einem Schlafmittel betäubt und dann in ihren Betten erstochen. Die Angeklagte habe gemordet, weil ihr die Kinder schlicht im Weg gewesen seien, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung. Die Schwurgerichtskammer stellte gleichzeitig die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. „Diese Tat ist für uns ohne Beispiel“, sagte Meyer.

Die brutale, skrupellose Ausführung und die rücksichtslose Gesinnung der 30-Jährigen erinnerten an die schlimmsten Gräueltaten in Bürgerkriegsgebieten. Die Frau habe aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt, „die auf sittlichen niederster Stufe stehen“. Sie habe mit ihrem Lebensgefährten eine eigene Familie gründen wollen. Dabei hätten die vier und zehn Jahre alten Jungen und das zwölfjährige Mädchen sie einfach gestört.

Nach der Bluttat hatte die 30-Jährige in der Wohnung Feuer gelegt, um die Spuren zu verwischen. In den Augen der Richter brachte sie damit die sieben außerdem in dem Mehrfamilienhaus schlafenden Menschen in Lebensgefahr. „Auch das Schicksal dieser Personen war ihr egal“, sagte Richter Meyer. Das Urteil lautete deshalb auf dreifachen Mord, siebenfachen Mordversuch und schwere Brandstiftung.

Zahlreiche Zuschauer im Gerichtssaal reagierten auf die Entscheidung mit Applaus und lauten Zwischenrufen. Die Angeklagte, die im Ermittlungsverfahren ihre Unschuld beteuert und im Prozess keine Angaben gemacht hatte, zeigte keine äußere Regung. Ihr Rechtsanwalt kündigte an, Revision einzulegen. Er hatte auf Freispruch plädiert.

dpa

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