+
Klinik-Clowns demonstrieren bei einer Aktion vom Dachverband Clowns in Medizin und Pflege in Berlin vor dem Berliner Hauptbahnhof.

Sie haben ein Anliegen

Warum demonstrieren 60 Clowns mitten in Berlin?

Berlin - Wer lange im Krankenhaus liegt oder im Pflegeheim nicht mehr aufstehen kann, ist dankbar für Abwechslung. Dafür gibt es auch geschulte Clowns - aber das Geld für Auftritte ist knapp.

Auch Clowns haben Sorgen: Bei einer Demonstration in Berlin haben etwa 60 von ihnen am Mittwoch mit roten Nasen und viel Schminke im Gesicht auf ihr Finanzproblem aufmerksam gemacht. Der Dachverband „Clowns in Medizin und Pflege“ fordert öffentliche Zuschüsse, um schwer kranken Patienten eine heitere Abwechslung zu bieten. Es gebe zu wenig Spendengelder, um Auftritte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen langfristig zu planen. Der Verband bildet seit zehn Jahren Klinikclowns aus. 200 Profis haben sich bundesweit organisiert, um Kranke mit Humor von ihrem Leid abzulenken.

Schon mit ihrer Anreise hatten manche Klinik-Clowns im Kostüm Aufmerksamkeit erregt: Sie kamen per Anhalter. Bei ihrer Demonstration in Berlin zogen mehrere Dutzend Clowns mit Transparenten vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor und ans Bundeskanzleramt. „Lachen hilft“ und „Ich will einen Clown von Dir“ war auf Plakaten zu lesen.

Denn ein Job als Klinik-Clown ist kein Hobby. Hinter den Masken stecken oft freiberufliche Schauspieler und Artisten. Im Doppelpack kostet eine „Clownsvisite“ rund 300 Euro. Spenden fließen aber oft nur für Auftritte vor kranken Kindern.

Zunehmend gefragt sind Clown-Besuche nach Angaben des Verbands aber auch bei erwachsenen Patienten, zum Beispiel in Seniorenheimen und in Hospizen. Ein gemeinsamer ethischer Kodex des Verbandes regelt dabei, wie Clowns sich gegenüber Patienten, Angehörigen und Klinikpersonal verhalten sollen. Da Spenden nur unregelmäßig eingingen, ließen sich solche Auftritte aber kaum langfristig planen, sagte Elisabeth Makepeace, Vorsitzende des Dachverbandes. Das solle sich durch Zuschüsse ändern.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brände in Schweden lodern weiter
Über Schwedens Wäldern liegt weiter dichter Qualm. So dicht, dass die Löschflugzeuge mancherorts nicht abheben können. Trotzdem gibt es erstmals seit Tagen gute …
Brände in Schweden lodern weiter
Kampf gegen Aids: Experten warnen vor dramatischem Scheitern
Dem Kampf gegen HIV und Aids wird nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie früher. Experten schlagen aufgrund eines starken Anstieges von Neuinfektionen Alarm.
Kampf gegen Aids: Experten warnen vor dramatischem Scheitern
Schreckliche Tat in Hamburg: 19-Jährige sucht bei Ebay nach Job - und wird vergewaltigt
Einen Albtraum musste eine 19-jährige Hamburgerin erleben, nachdem sie sich auf der Plattform Ebay-Kleinanzeigen für einen Job beworben hatte. Sie wurde …
Schreckliche Tat in Hamburg: 19-Jährige sucht bei Ebay nach Job - und wird vergewaltigt
Nach 19 Jahren Haft in Indonesien: Französischer Drogenschmuggler zurück in Europa 
Weihnachten 1999 war der französische Drogenschmuggler Michael Blanc am Flughafen auf Bali mit 3,8 Kilogramm Haschisch erwischt worden. Erst 19 Jahre später darf er als …
Nach 19 Jahren Haft in Indonesien: Französischer Drogenschmuggler zurück in Europa 

Kommentare