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In einem Tunnel soll in der Gegend am Gleiskilometer 65 ein deutscher Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg verborgen sein.

"Fangt endlich an zu graben!"

Was wurde eigentlich aus dem "Nazi-Zug"?

Walbrzych - Den Schatzsuchern und ihren Fans geht die Geduld aus: Sie wollen endlich die Existenz des so genannten Goldzuges in Niederschlesien nachweisen.

Der polnische Ableger des Fernsehsenders Discovery heizte das Schatzfieber unmittelbar vor den Osterfeiertagen noch einmal an: „Auf der Spur des Goldzuges“ lautete der Titel der Dokumentation, die die Fernsehzuschauer einmal mehr zum Gleiskilometer 65 der Bahnstrecke zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych in Niederschlesien führt.

Hier, so sind die Hobby-Schatzsucher Piotr Koper und Andreas Richter überzeugt, ist in einem geheimen Tunnel seit mehr als 70 Jahren ein deutscher Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg verborgen. Über die Ladung kann nur spekuliert werden. Doch die örtlichen Legenden über verstecktes Nazigold schüren die Erwartungen nicht nur der Entdecker.

Eigentlich wollten Koper und Richter bereits vor einem Monat Bohrungen durchführen, um die Existenz von Tunnel und Zug nachzuweisen. Doch vorläufig, so berichten örtliche Medien, ertrinken die beiden in einer wahren Papierflut. Ehe auf dem Bahngelände gegraben werden darf, müssen viele Anträge ausgefüllt und Genehmigungen erteilt werden.

Anwohnern platzt angesichts des andauernden Goldrausches langsam die Geduld. In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu Protestkundgebungen, bei denen die Teilnehmer schon mal mitgebrachte Spaten schwenkten und forderten: „Fangt endlich an zu graben!“

„Wir sind froh über so viel Unterstützung“, sagt Koper. Mittlerweile laufen Gespräche mit der Bahngesellschaft PKP, die als Grundstückseigentümerin ihre Zustimmung zu den Grabungen geben muss. „Es gibt einen ersten Vertragsentwurf“, berichtet Koper. „Wir sind froh, dass endlich Bewegung in die Angelegenheit kommt.“

Wann es tatsächlich losgeht mit der Probebohrung, kann der Möchtegern-Goldgräber nicht sagen. Immerhin: Das polnische Militär hat bereits im vergangenen Jahr grünes Licht für die Suche gegeben: Sprengmaterial oder Munitionsreste konnten auf dem Gelände und nahe der Erdoberfläche nicht ausgemacht werden. Auch das dichte Unterholz wurde schon mal gelichtet.

Goldzug-Shirts und Kaffeebecher sowie Schokolade-Goldbarren

Mittlerweile können Goldzug-Fans bei den Schatzsuchern Feuerzeuge in Goldbarren-Form anfordern und mit ihrem Kauf die bevorstehenden Untersuchungen unterstützen. Im Bergbau-Museum von Walbrzych gibt es im Museumsshop Goldzug-Shirts und Kaffeebecher sowie Schokolade-Goldbarren. Selbst ein Gebrauchtwagenhändler am Ortsrand ist auf den Hype aufgesprungen und hat seinen Firmennamen entsprechend geändert in „Goldzug Skoda“.

„Wir haben von Anfang an die Untersuchungen auf eigene Kosten durchgeführt“, betont Koper. Daher habe das Schatzgräber-Duo im vergangenen August bei der Meldung ihrer angeblichen Entdeckung auch gleich zehn Prozent Finderlohn geltend gemacht.

Doch ob es die Belohnung gibt, ist derzeit noch genauso ungewiss wie die Existenz des Zuges. Nicht alle Experten waren überzeugt von den Bodenradaraufnahmen, die Koper und Richter als Beweis für ihre Entdeckung vorlegten. Ein Krakauer Geologe vermutete gar eine Fälschung. Immerhin stellte ein anderer Geologe im Januar bei Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera fest: Irgendetwas ist da unter der Erde.

dpa

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