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Mitten in der Urlaubs-Saison: Nach Hitze und Dürre - Italien-Region hat mit neuer Plage zu kämpfen

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Von: Patrick Mayer

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Die italienische Maremma: Vorne die Halbinsel Monte Argentario, die mittlere Landzunge zum Festland ist Ortbetello.
Die italienische Maremma: Vorne die Halbinsel Monte Argentario, die mittlere Landzunge zum Festland dahinter ist Orbetello. © IMAGO / Cavan Images

Wären die permanente Hitze und der resultierende Wassermangel in Italien nicht schon problematisch genug, muss sich eine Urlaubsregion der Toskana einer neuen Herausforderung erwehren.

München/Orbetello - Die italienische Maremma. Dieser weiche Begriffe beschreibt das sumpfige Küstenland zwischen der südlichen Toskana und dem nördlichen Latium, der Region, in deren Zentrum die Metropole Rom eingebettet ist. Weitläufige Pinienwälder und feinsandige Strände zeichnen diesen Küstenstreifen Italiens aus, an den insbesondere Tagesausflügler reisen. Auf dem Weg von Florenz, Livorno und Grosseto in Richtung Rom.

Dürre in Norditalien: Wasserspiegel des Gardasees sinkt - Po bekommt Wasser über den Mincio

Zwar ist auch hier seit Wochen die Hitze enorm, dennoch hat die Maremma mit den Binnenseen im Hinterland - wie dem Lago di Bolsena - nicht so extrem mit Dürre und Trockenheit zu ringen wie die landwirtschaftlich bedeutenderen Regionen in Norditalien.

Dort sank zum Beispiel der Wasserspiegel des Gardasees bei Sirmione um einen Meter, weil über den Zufluss Mincio bei Peschiera del Garda Wasser in den 650 Kilometer langen Fluss Po abgelassen wird.

Im Video: Italien - Gardasee kämpft mit extremer Trockenheit

Am südlichen Teil begrenzt die Lagune von Orbetello am Monte Argentario indes die Maremma. Hier haben Einwohner und Touristen zugleich mit einer anderen Plage zu kämpfen, die nicht gänzlich neu für den sumpfigen Landesteil ist. Wie der britische Guardian schreibt, führte die andauernde Hitzewelle zu einer extremen Stechmücken-Plage. So würden Tausende blutsaugende Insekten Urlaubern und Anwohnern in der Kleinstadt Orbetello (rund 15.000 Einwohner) das Leben schwer machen.

Maremma zwischen Toskana und Latium: Italienische Region kämpft mit Mückenplage

Die lokalen Behörden in dem italienischen Ort, der gleichzeitig eine Landzunge ist, sollen die Bevölkerung sogar dazu aufgefordert haben, ihre Fenster zu schließen und keine Wäsche im Freien aufzuhängen. Auch der Corriere della Sera berichtet von der Mückenplage an den Küstenstreifen der südlichen Toskana. Gäste würden demnach abends die Lokale und Restaurants meiden, um nicht reihenweise gestochen zu werden, heißt es in dem Bericht.

Tausende von Mücken schwirren um die Glühbirnen und bewegen sich wie eine beunruhigende Welle zwischen den Tischen im Freien.

Besitzer des Restaurants „Ovosodo“ in Orbetello

Der Besitzer des „Caffè sul Corso di Luigi Drogo“ wird mit den Worten zitiert: „Wir müssen zwei Stunden früher schließen.“ Restaurants würden ihre Beleuchtung dimmen und nur noch Reservierungen bis 21 Uhr annehmen, aber all diese Maßnahmen würden nichts bringen.

Orbetello in der Maremma: Wegen Stechmücken - Umsätze gehen an Urlaubshotspot der Toskana zurück

„Die Umsätze sind trotz dieser Maßnahmen um 60 Prozent zurückgegangen“, erklärte Marco Di Pietro, der Besitzer des Restaurants „Ovosodo“ dem Corriere. Er sprach wegen der Stechmücken sogar von einem „psychologischen Horror. Tausende von Mücken schwirren um die Glühbirnen und bewegen sich wie eine beunruhigende Welle zwischen den Tischen im Freien“. (pm)

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