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Oh, du fröhliche Adventszeit? Von wegen! Gerade in der Zeit vor Weihnachten und an Heiligabend streiten sich viele Paare besonders heftig, weil sie im Stress sind. Das muss aber nicht sein – wenn sie ein paar Regeln beherzigen.

Beziehungs-Tipps vom Experten

Weihnachten ohne Streit: Das rät der Therapeut

Die Vorweihnachtszeit ist oft Stress pur. Auch Weihnachten selbst endet oft impulsiv. Was die häufigsten Streit-Gründe sind - und ein paar Tipps, damit alles harmonisch bleibt.

Zu Weihnachten soll alles schön sein. „Wir wollen uns ein Instant-Paradies schaffen“, sagt Paartherapeut Jörg Wesner. Aber: „Das klappt natürlich nicht.“ Und dann reicht schon ein kleiner Funken – und das Pulverfass geht in die Luft. Streit an Weihnachten - der Horror für viele Paare und Familien!

Schon in der Adventszeit kochten oft Familienkonflikte hoch, die lange vor sich hinschwelten. An den Feiertagen, beim Familienbesuch, fühlten sich dann manche wie im Käfig. „Man denkt: ,Oh, Gott! Jetzt muss ich hier bei der Schwiegermutter bis morgen Abend sitzen. Das halte ich nicht aus!’“, erklärt Paartherapeut Wesner. Er rät: Es ist wichtig, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen und eventuell mit dem Partner darüber zu reden. „Denn wenn man zu viel Harmonie erwartet, rasselt man in den Konflikt rein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

Stattdessen müssten Paare einkalkulieren, dass es selbst an Heiligabend Misstöne geben kann. Und sie sollten es nicht zu überspielen versuchen, wenn sie eine halbe Stunde wütend oder enttäuscht sind vom anderen. Wenn sie nämlich krampfhaft die Fassade wahrten und solche Gefühle unterdrückten, passiere es umso eher, dass sie am Ende richtig explodierten. Streiten sie sich dann vor den Augen der Kinder oder Eltern, kann das schnell peinlich werden, warnen Experten. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Paare die sieben „Todsünden“ kennen – und sie vermeiden.

Todsünde Nummer 1: Nicht streiten wollen  

Kein Streit ist auch keine Lösung – Probleme nur unter den Teppich zu kehren, geht auf Dauer nicht gut. Streit ist generell nichts Schlechtes, erklärt der Paartherapeut David Wilchfort aus München. Schlecht ist er nur, wenn es bloß darum geht, wer Recht hat oder schuld ist. Paare bräuchten eine konstruktive Streitkultur, sagt auch der Paarberater Ferdinand Krieg aus Berlin. Der Grundsatz sollte daher stets lauten: Wir können über alles reden. „Viele haben das aber nie gelernt“, so Paarberater Krieg.

Todsünde Nummer 2: Immer gewinnen wollen

Wenn es gut läuft, heißt es bei einem Streit nicht „Ich will gewinnen.“ Sondern: „Wir wollen gewinnen.“ Paartherapeut Wilchfort veranschaulicht das so: Beide Partner sind mit einem Seil verbunden. Wenn einer den Spielraum zu sehr ausreizt, spürt der andere, wie sich das Seil spannt. Und reflexartig zieht er daran. Schon entwickelt sich ein handfestes Tauziehen. Und dann? Der Klügere gibt nach? Nein, mahnt Wilchfort. „Es muss heißen: Die Klügeren geben gleichzeitig nach.“ Erst wenn beide aufeinander zugehen, löst sich die Spannung im Seil.

Todsünde Nummer 3: Aus einer Mücke einen Elefanten machen

Es ist der Klassiker: der Streit um eine offene Zahnpasta-Tube oder die liegen gelassenen Socken. Warum dabei aus der Mücke so schnell ein Elefant wird? Es ist der Gedanke: Der andere respektiert meine Wünsche nicht, erklärt Paartherapeut Wilchfort. Hinzu kommt die Angst, etwas immer wieder erdulden zu müssen. „Es ist ja nicht die eine Socke, die der andere liegen lässt. Man sieht dann vor sich gleich die 1000 Socken, die der andere in den nächsten Jahren liegen lassen wird.“ In so einem Fall kann es helfen, eine Woche lang genau Buch zu führen. Dann sieht man, wie oft der andere seine Socken eben nicht liegen lässt.

Todsünde Nummer 4: Pauschalvorwürfe 

„Nie gehst du einkaufen“ oder „Immer lässt du deine Sachen herumliegen“: Solche Verallgemeinerungen sind „Killersätze“, sagt Paarberater Krieg. Denn Pauschalvorwürfe lassen dem anderen keinen Spielraum übrig. Viel besser sei es, ein positives Beispiel zu nennen – etwa so: „Früher hast du jeden Abend den Müll heruntergebracht.“ In solchen Fällen sieht sich der Partner eben nicht nur mit Vorwürfen konfrontiert.

Todsünde Nummer 5: Du-Botschaften benutzen

Ob etwas verletzend wirkt oder nicht, hängt auch davon ab, wie man etwas sagt. Eine Du-Botschaft wie „Du bist so ein schlampiger Typ“ klingt schon von der Formulierung her aggressiv. Denn so wird eine sachliche Kritik zum persönlichen Angriff, erklärt Paarberater Krieg. Besser sind Ich-Botschaften wie diese: „Ich fühle mich unwohl, wenn das Wohnzimmer unordentlich ist.“

Todsünde Nummer 6: Vor anderen eine Szene machen

Die Eltern sind zu Besuch? Die Freunde sind zum Essen da? Beste Bedingungen dafür, dass ein Streit so richtig peinlich wird. Denn wenn ein Partner dem anderen in diesem Augenblick eine Szene macht, stellt er ihn bloß vor den Gästen, warnt Paarberater Krieg. Es gibt zwei Wege, die Situation zu retten. Entweder man sagt ganz offen: „Wir beide haben jetzt ein Hühnchen zu rupfen und gehen mal nach nebenan. Wir sind gleich wieder da.“ Oder man nimmt den anderen zur Seite und macht im Stillen aus: „Wir haben noch ein Hühnchen zu rupfen – aber das machen wir morgen.“

Todsünde Nummer 7: Laut werden – statt sachlich zu bleiben

„Wer schreit, hat Unrecht“, so lautet ein Sprichwort. Warum es dann im Streit trotzdem oft laut wird? Weil Paare dabei schnell in eine Streitspirale geraten, erklärt Paarberater Krieg. Will heißen: Jeder zückt seine Waffen – und der Kampf steigert sich immer mehr. Bald hat sich der Streit dann so hochgeschaukelt, dass keiner mehr einen Ausweg weiß. Gut sei in diesem Fall eine Streitpause. Man sagt etwa: Pass auf, ich glaube, wir können gerade nicht mehr vernünftig miteinander reden. Wir treffen uns in 20 Minuten wieder und sprechen dann in normaler Lautstärke weiter. Auch ein Ortswechsel hilft. Paarberater Krieg empfiehlt zum Beispiel einen gemeinsamen Spaziergang. Bei einem Streit vor dem Weihnachtsbaum hilft es übrigens auch oft, erst einmal aus dem Zimmer zu gehen und sich zu beruhigen, rät Paartherapeut Wesner. „Zur Not geht man fünf Minuten aufs Klo.“ Dann kommt man wieder hinein und fängt nicht wieder mit dem Streit an.

Die häufigsten Gründe für einen Krach

Unordnung sorgt besonders oft für Streit zwischen Paaren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach. Demnach gehören unterschiedliche Auffassungen von Ordnung und Sauberkeit zu den häufigsten Streitthemen.

Gleichauf liegen schlechte Angewohnheiten des Partners sowie die Eltern oder Schwiegereltern. Für Zoff sorgen diese Punkte jeweils bei fast der Hälfte (42 Prozent) aller Menschen in Deutschland, die verheiratet sind oder in einer festen Beziehung leben.

Dahinter folgen Geldfragen (41) und die Aufgabenverteilung im Haushalt (36), ergab die Studie im Auftrag von Vorwerk aus dem Jahr 2013.

Je knapp ein Drittel (32) nennt als Auslöser unterschiedliche Ansichten zur Kindererziehung und nervige Kommentare beim Autofahren.

Die wichtigsten Tipps für gute Beziehungen

Damit eine Beziehung lange hält und gut bleibt, müssen Paare ein paar Dinge beachten - hier die fünf wichtigsten:

Nehmen Sie sich Zeit für den Partner. Eine Beziehung bleibt nicht von allein gut, wenn Sie sich nur auf ihren Job, die Kinder, den Haushalt, den Tennisverein oder die Gartenarbeit konzentrieren.

Sprechen sie Konflikte offen an  - sonst kommt es zum Streit.

Setzen Sie auch nach vielen Jahren die "rosa Brille"  auf - statt über die Macken und Fehler ihres Partners innerlich eine Art "Schwarze Liste" zu führen und jede Verfehlung anzuprangern.

Entdecken Sie neue gemeinsame Ziele  - nicht immer nur in eingefahrenen Gleisen bewegen, die eine Resignation fördern.

Pflegen Sie Rituale, die ihre Beziehung bestätigen - heiraten Sie, wenn Sie lange zusammen sind, tragen Sie ihren Ehering, denken Sie an Ihren Hochzeitstag.

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