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Amy Fabbrini und Eric Ziegler können die Entscheidung der Behörden nicht verstehen. Sie wollen ihre Kinder zurück.

Paar wehrt sich seit vier Jahren

Weil sie zu „dumm“ waren: Sozialamt nimmt Eltern Kinder weg

Missbrauch oder Vernachlässigung soll es nicht gegeben haben. Die Eltern hätten aber einen zu niedrigen IQ, begründete das Amt. Nun geht das Paar an die Öffentlichkeit. 

Oregon - Eigentlich haben Amy Fabbrini und ihr Lebensgefährte Eric Ziegler zwei Söhne. Die beiden leben in den USA im Bundesstaat Oregon. Doch bereits vor Jahren entzog ihnen die Behörde das Sorgerecht. Seitdem sind ihre beiden Kinder fort. 

Wie die Zeitung The Oregonian berichtete, hatte das Amt aber nicht etwa Vernachlässigung oder Missbrauch festgestellt, sondern den IQ der Eltern als zu niedrig eingestuft. Das Paar besäße nicht die geistige Fähigkeit, um sich um die Kinder zu kümmern, so das Amt. Laut der Zeitung The Oregonian wurde bei einem offiziellen Intelligenztest bei Amy ein IQ von 72 und bei Eric ein IQ von 66 festgestellt. Der Durchschnitt der Bevölkerung liegt zwischen 90 und 110. 

Der Vorwurf der Behörden: Sie würden die einfachsten Dinge vergessen

Wie die Zeitung weiter berichtet, hatte das Paar die erste Schwangerschaft im Jahr 2013 erst bei der Geburt bemerkt. Wie die Nachrichtenseite Raw Story zudem berichtet, werfen die Behörden dem Paar vor, wichtige Dinge zu vergessen, wie den Hund zu füttern, Sonnencreme nicht nur im Gesicht aufzutragen oder die Hände nach dem Toilettengang zu waschen.

Aus ihrer ersten Ehe hat Amy Fabbrini ebenfalls zwei Kinder,für die sie zunächst das geteilte Sorgerecht hatte. Doch auch die leben mittlerweile nicht mehr bei ihr. Der Grund: Ihr früherer Ehemann behauptete, er hätte sich maßgeblich um die Kinder gekümmert. 

Das Paar hat sich mittlerweile an die Öffentlichkeit gewand. Eine Petition, die im März gestartet worden war, hatte bereits Erfolg. Initiiert wurde sie von einer ehemaligen Mitarbeiterin des Sozialamtes, die gegenüber den Behörden mitteilte, sie halte die Eltern für fähig. "Ich konnte nicht erkennen, dass die beiden intellektuell nicht in der Lage wären, ihre Kinder zu erziehen“, sagte sie. Die Mitarbeiterin wurde daraufhin gefeuert.

Mittlerweile hat sich sogar der republikanische Senator des Bundesstaates Tim Knopp in der Sache eingeschaltet. Er will, dass die beiden ihre Kinder wieder zurückbekommen. „Ich denke, dass der Staat in einem Fall, in dem es keine spezifische Anschuldigung des Missbrauchs oder der Vernachlässigung gibt, Familien zusammenführen sollte und die Kinder nicht in eine Pflegeeinrichtung schicken sollte”, sagte er der Zeitung.

Zweites Kind wurde noch im Krankenhaus weggenommen

Bereits seit vier Jahren streitet das Paar mit den Behörden. Ausgelöst wurde der Streit durch einen anonymen Hinweis, der nach der Geburt des ersten Kindes bei den Behörden eingegangen war. Als die 31-jährige Amy in diesem Jahr ein zweites Kind bekam, wurde es ihr noch im Krankenhaus weggenommen. Sie selbst versteht die Vorwürfe der Behörden nicht: „Ich liebe Kinder und ich bin aufgewachsen mit anderen Kindern. Meine Mutter war Grundschullehrerin, weswegen ich immer mit anderen Kindern zusammen war.“

Das Paar geht nun gerichtlich gegen die Entscheidung der Behörden vor und hofft auf diese Weise das Sorgerecht zurück zu bekommen

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