Schrecklicher Unfall: Mann wird von U-Bahn mitgeschleift und stirbt

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Ältere Schwertwal-Weibchen führen ihre Artgenossen zu den besten Futterplätzen. Foto: SECAC/Monica Perez

Weisheit statt Fertilität: Die Gabe alter Weibchen

Exeter (dpa) - Alte Schwertwal-Weibchen leiten in Notzeiten ihre Artgenossen zu überlebenswichtigen Futterplätzen. Die bis zu 90 Jahre alten Tiere tragen so auch nach ihrer fortpflanzungsfähigen Zeit zum Wohl der Gruppe bei.

Dabei profitieren sie von ihrer Erfahrung, schreiben Forscher im Fachblatt "Current Biology". Vor allem wenn das Nahrungsangebot knapp ist, schlüpfen die Schwertwal-Weibchen demnach in die Führungsrolle. Die Untersuchung liefert nach Ansicht der Forscher Hinweise darauf, warum auch beim Menschen Frauen noch viele Jahre weiterleben, obwohl sie keine Kinder mehr kriegen können.

Schwertwale, Kurzflossen-Grindwale und Menschen sind nach bisherigem Kenntnisstand die einzigen Lebewesen, die nach der Menopause - also nach dem Ende ihrer Fortpflanzungsfähigkeit - noch länger weiterleben. Aus evolutionärer Sicht sei allerdings nicht ganz klar, warum das so ist, schreiben die Forscher. Schließlich können die Weibchen dann keine Kinder mehr bekommen. Einer Hypothese zufolge hilft ihre Lebenserfahrung aber den Artgenossen in schlechten Zeiten.

Die Forscher um Lauren Brent von der University of Exeter (Großbritannien) prüften nun diese Annahme an einer Population von sogenannten ortstreuen Schwertwalen (Orcinus orca) im Nordpazifik, vor den Küsten der USA und Kanadas. Diese Schwertwale fressen vor allem Königslachs (Oncorhynchus tshawytscha). Die Weibchen bekommen ab etwa 40 Jahren keinen Nachwuchs mehr, sie können aber ein Alter von 90 Jahren und mehr erreichen. Die männlichen Schwertwale werden hingegen selten älter als 50 Jahre.

Die Wissenschaftler werteten Daten aus, die das US-amerikanische Center for Whale Research (Friday Harbor/US-Staat Washington) in den vergangenen 35 Jahren gesammelt hatte. Zudem analysierten sie Videoaufzeichnungen von den Beutezügen der Tiere aus den Jahren zwischen 2001 und 2009. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Gruppen meist von erwachsenen Weibchen angeführt wurden, die in der Mehrzahl ihre Menopause schon hinter sich hatten.

Vor allem in mageren Jahren, wenn die Lachse rar waren, übernahmen die älteren Weibchen demnach die Führung. Lachsmangel kann den Walen gefährlich werden und ihnen das Leben kosten, schreiben die Forscher. Das Wissen und die Erfahrung der älteren Weibchen sei also von erheblicher Bedeutung für die Population.

"Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass Weibchen nach der Menopause das Überleben ihrer Verwandten durch die Weitergabe ökologischen Wissens erhöhen können", erläutert die Erstautorin der Studie, Lauren Brent. Der Vorteil durch die Weisheit der Älteren könne erklären helfen, warum weibliche Schwertwale und Menschen noch lange weiterleben, auch wenn sie sich nicht mehr fortpflanzen können.

Beim Menschen werde oft angenommen, dass die Menopause nur ein Produkt der modernen Medizin und verbesserter Lebensbedingungen sei, ergänzt der Studienleiter Darren Croft. Es gebe aber zunehmend Hinweise darauf, dass die Menopause beim Menschen mehr ist als das.

"In Jäger-und Sammler-Gesellschaften helfen Frauen nach der Menopause ihren Verwandten - und fördern so die Verbreitung ihrer Gene - indem sie Nahrung teilen. Vielleicht haben sie darüber hinaus noch eine andere wichtige Ware geteilt: Information." Die Menschheit habe fast die gesamte Zeit ihrer bisherigen evolutionären Geschichte ohne Schrift auskommen müssen. Informationen seien zwangsläufig in Individuen gespeichert worden.

2013 hatten kanadische Wissenschaftler berichtet, dass möglicherweise Männer für die Entwicklung der Menopause verantwortlich sind. Ihre Vorliebe für jüngere Partnerinnen könnte dazu geführt haben, dass ältere Frauen eine deutlich geringere Chance haben, sich fortzupflanzen. Womöglich konnten sich bei Frauen deshalb genetische Mutationen durchsetzen, die die Fruchtbarkeit im Alter senken. Das Team um Rama Singh von der McMaster University in Hamilton hatte seine Ergebnisse im Journal "PLOS Computational Biology" vorgestellt.

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