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Außergewöhnliches Tier im Mittelmeer

Hai-Alarm vor Mallorca! Doch wie gefährlich ist so ein Weißer Hai wirklich?

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Tierschützer haben bei einer Expedition eine besondere Sichtung gemacht und in der Nähe der beliebten Urlaubsinsel einen Weißen Hai entdeckt. Wir sprachen mit Haiexperte Jürgen Kriwet.

Hai-Alarm vor Mallorca! In der Nähe der Baleareninsel Cabrera haben Meeresbiologen am Donnerstag einen Weißen Hai gesichtet – zum ersten Mal seit Jahrzehnten in dieser Region des Mittelmeers. Dies teilte das spanische Meeresforschungszentrum Alnitak unter Leitung des Biologen Ricardo Sagarminaga van Buiten auf seiner Facebook-Seite mit. 

Eine Gruppe von Meeresbiologen fotografierte den Weißen Hai vor der Balearen-Insel Cabrera.

Die Tierschützer sind derzeit auf einer wissenschaftlichen Expedition nahe der Balearen. Das mächtige Tier wurde von zehn Besatzungsmitgliedern gesehen und fotografiert. Cabrera ist eine der kleineren Balearen-Inseln. Sie ist nur knapp 16 Quadratkilometer groß und liegt südlich von Mallorca. Von dort fahren auch Ausflugsboote nach Cabrera. Wir sprachen mit dem aus Landsberg am Lech stammenden und in Wien lehrenden und forschenden Haiexperten Jürgen Kriwet:

Überrascht Sie die Sichtung?

Kriwet: Es überrascht mich überhaupt nicht, dass Weiße Haie auch bei Mallorca vorkommen und nun einer gesichtet wurde. Der Weiße Hai ist weltweit verbreitet und erreicht Größen bis 6,50 Meter – alles darüber ist Seemansgarn. Die größten Ansammlungen finden sich normalerweise dort, wo es viele Meeressäuger, zum Beispiel Robben gibt.

Gibt es viele im Mittelmeer?

Kriwet: Das Vorkommen von Weißen Haien im Mittelmeer ist seit dem Mittelalter schriftlich belegt, ist also nichts Neues. Die häufigsten Sichtungen sind interessanterweise aus dem westlichen Mittelmeer, im östlichen Mittelmeer sind Weiße Haie meist kleiner. Mit die häufigsten Sichtungen und Fänge stammen von den Balearen! Von etwa 1920 bis 1976 wurden 27 verlässliche Nachweise von Weißen Haien aus den Gewässern um Mallorca veröffentlicht.

„Der letzte tödliche Unfall mit einem Weißen Hai war 1989 bei Italien“

Wie wahrscheinlich ist es, das so ein Tier näher an die Strände kommt?

Kriwet: Ich erinnere mich an eine Studie, die besagt, dass Weiße Haie heute auf Grund von Klimaerwärmung eher in tieferen Wasserschichten im Mittelmeer vorkommen und daher nicht mehr so häufig gesichtet werden. Und normalerweise kommen diese Haie nicht in die küstennahen Gewässer.

In der Nähe der Baleareninsel Cabrera haben Meeresbiologen am Donnerstag einen Weißen Hai gesichtet.

Ist der Weiße Hai ein Menschenfresser?

Kriwet: Im Magen von Weißen Haien, die im Mittelmeer gefangen wurden befanden sich überwiegend Meeressäuger, Delfine, Walreste, vereinzelt Robben und Fische. Es fanden sich aber auch Landtiere in Mägen, wie Reste von Hunden, Katzen, Rindern, Pferden, Schweinen – und auch Menschen. Insgesamt sind 53 Unfälle mit Weißen Haien im Mittelmeer verbürgt, wovon es sich in 42 Fällen um Bisse – 23 davon waren tödlich – handelt. In elf Fällen wurden menschliche Reste in Mägen gefunden, aber über den gesamten Zeitraum der Beobachtungen seit dem Mittelalter. Der letzte tödliche Unfall mit einem Weißen Hai war 1989 bei Italien.

Muss ich als Mallorca-Urlauber Angst haben?

Kriwet: Der Weiße Hai ist ein Top-Räuber, der an der Spitze der Nahrungskette steht. Man sollte schon Vorsicht walten lassen. Die meisten Unfälle mit Weißen Haien passieren allerdings in Regionen, wo viele Robben vorkommen, und es so vermehrt zu Unfällen kommen kann. 53 Unfälle mit Weißen Haien über einen so langen Zeitraum – seit dem Mittelalter – das ist statistisch vernachlässigbar. 

Was Wikipedia über den Weißen Hai verkündet

Weiße Haie haben kaum natürliche Feinde - außer dem Menschen. Die Flossen werden im asiatischen Raum zur Herstellung von Haifischflossensuppe und in der traditionellen Medizin verwendet. Als Trophäen gelten zudem Zähne, Gebisse und ausgestopfte Tiere, welche teilweise für mehrere tausend Dollar gehandelt werden. Die Gattung gilt als bedroht. Quelle: Wikipedia

Interview: Claudia Muschiol

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