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Der ehemalige Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings steht unter dem Verdacht, zwei Frauen belästigt und genötigt zu haben, die sich dem Opferhilfeverein anvertrauten.

Ähnliche Vorwürfe bereits 2016

Nach Belästigungsvorwürfen tritt Spitze des Weißen Rings Schleswig-Holstein zurück

Zwei Frauen werfen dem ehemaligen Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings vor, sie belästigt zu haben. Der Betreffende wies die Vorwürfe zurück und erstattete selbst Anzeige. 

Update 13.45 Uhr

Neumünster - Der Landesvorsitzende des Weißen Rings Schleswig-Holstein, der frühere Justizminister Uwe D., ist am Samstag zurückgetreten. Er wolle Schaden vom Weißen Ring, der sich seit Jahrzehnten engagiert für Kriminalitätsopfer einsetze und auf Spenden angewiesen sei, abwenden, sagte D. in Neumünster. Hintergrund sind Medienberichte vom Samstag. Demnach soll der ehemalige Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings Frauen, die Hilfe suchten, sexuell belästigt haben. Der heute 73-Jährige hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

D. wies den Vorwurf, zu spät reagiert zu haben, zurück. Die ersten Belästigungsvorwürfe seien im November 2016 erhoben worden. Im Juli 2017 wurde dem Mann verboten, Opferfälle zu bearbeiten, formal schied er im November 2017 aus dem Weißen Ring aus.

Erstmeldung

Lübeck - Der ehemalige Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings steht unter Verdacht, zwei Frauen sexuell belästigt und genötigt zu haben, die sich dem Opferhilfeverein anvertraut hatten. Die Frauen im Alter von 40 und 50 Jahren stellten Strafanzeige gegen den 73-jährigen pensionierten Polizeihauptkommissar, wie die „Lübecker Nachrichten“ (Samstag) und das Magazin „Der Spiegel“ berichten. Seit dieser Woche lägen der Staatsanwaltschaft die Anzeigen vor.

Der Betreffende wies die Vorwürfe zurück. „Das ist ehrverletzend und widerlich“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er wisse von keiner Anzeige, habe aber selbst Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet. Für den Weißen Ring habe er weit mehr als 1000 Fälle betreut.

Der Weiße Ring habe von ähnlichen Vorwürfen im November 2016 erfahren, sagte der Landesvorsitzende und frühere schleswig-holsteinische Justizminister Uwe D. der Zeitung. Daraufhin sei mit dem Mann vereinbart worden, dass er keine Frauen mehr unter vier Augen zur Beratung empfangen durfte. Im Juli 2017 habe der Verband den Mitarbeiter zum Rücktritt als Außenstellenleiter gedrängt. Von Frauen seien bei einer Hotline seit Jahresanfang zehn weitere Fälle geschildert worden, die den 73-Jährigen belasten sollen.

Die zwei Frauen, die unabhängig voneinander Anzeige erstatteten, untermauerten ihre Aussagen mit Eidesstattlichen Versicherungen, die den „Lübecker Nachrichten“ vorliegen. Danach sollen sie in Beratungsgesprächen sexuell belästigt worden sein. Laut „Spiegel“ soll sich der Mann vor einer Frau auch entblößt haben.

dpa

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