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Etwa 1.500 Rostocker kamen mit dem Fahrrad nach Lichtenhagen.

Weitere Gedenken an Rostocker Krawalle

Rostock - Mit weiteren Aktionen ist in Rostock an die ausländerfeindlichen Krawalle vor 20 Jahren erinnert worden. 1500 Menschen beteiligten sich an einer Fahrrad-Sternfahrt nach Lichtenhagen.

Mehrere tausend Menschen haben auch am Sonntag aus Anlass des 20. Jahrestags der ausländerfeindlichen Krawalle von Rostock für Toleranz und gegen das Vergessen demonstriert. Unmittelbar vor Beginn der zentralen Gedenkkundgebung, auf der auch Bundespräsident Joachim Gauck sprechen wollte, wurde am Schauplatz des damaligen Geschehens im Stadtteil Lichtenhagen ein Baum als Symbol des Friedens gepflanzt. Er soll an die fremdenfeindlichen Ausschreitungen am sogenannten Sonnenblumenhaus im August 1992 erinnern.

Im Rahmen einer Sternfahrt waren rund 1500 Radfahrer nach Lichtenhagen gekommen, um an der zentralen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, die als Höhepunkt der mehrtägigen Reihe von Kundgebungen, Diskussionen und Konzerten gilt. Schon am Samstag hatten rund 5000 Menschen am Sonnenblumenhaus friedlich für Toleranz und Mitmenschlichkeit demonstriert, aber auch Änderungen an der Asylgesetzgebung in Deutschland gefordert. Der Geschäftsstellenleiter der nach den Unruhen gegründeten Initiative „Bunt statt braun“, Torsten Sohn, rechnete für Sonntag mit bis zu 8000 Menschen.

Im August 1992 hatten in der Plattenbau-Vorstadt rechte Randalierer tagelang ein Asylbewerberheim im Sonnenblumenhaus belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf das dort ebenfalls untergebrachte Ausländerwohnheim geworfen. Die Ereignisse zählen zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Übergriffen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

dpa

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