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In Nigeria protestieren die Menschen weiter gegen den Terror durch Boko Haram-Islamisten.

Brücke gesprengt

Welt entsetzt über Islamistenterror in Nigeria

Abuja - Die Welt ist entsetzt über den Terror in Nigeria. Paris und Washington entsenden Teams, um den örtlichen Behörden zu helfen. Aber die Islamisten lassen sich nicht einschüchtern: Bei einem Attentat auf einer Brücke sterben Dutzende Menschen.

Trotz weltweiter Proteste gegen den Terror in Nigeria setzen die Islamisten von Boko Haram ihre Angriffe fort. Mutmaßliche Mitglieder der Extremisten sprengten am Donnerstagabend im Norden eine Brücke, dabei starben 30 Menschen. Der Bombenanschlag ereignete sich in dem Dorf Gamboru Ngala an der Grenze zu Kamerun, berichtete die Zeitung „Punch“ am Freitag.

In dem selben Dorf hatte die Gruppe erst vor wenigen Tagen über 300 Menschen ermordet und elf Mädchen entführt. Die Einwohner hielten am Donnerstag offenbar gerade ein Massenbegräbnis ab, als die Extremisten erneut zuschlugen. Auf der Brücke befanden sich nigerianische und kamerunische Grenzposten. Unter den Trümmern könnten Zeugen zufolge weitere Opfer liegen.

6000 Tote in fünf Jahren

Boko Haram, die im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten wollen, hat seit 2009 zahlreiche schwere Anschläge mit über 6000 Toten verübt. Vor knapp einem Monat verschleppten Mitglieder der Gruppe über 200 Mädchen aus einer Schule in dem Ort Chibok. In einem Bekennervideo hieß es, sie sollten als Sklavinnen verkauft werden. Trotz intensiver Suche in den Wäldern, in denen die Boko Haram Camps unterhält, fehlt von den Geiseln bisher jede Spur.

Bundespräsident  Joachim Gauck zeigte sich in einem Schreiben an Staatschef Goodluck Jonathan schockiert. Er sprach von „menschenverachtenden und hinterhältigen“ Anschlägen auf die Zivilbevölkerung“. Mit Bestürzung reagierte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Die äußerte sich ebenfalls entsetzt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: „Das sind barbarische Akte jenseits jeglicher Moralvorstellungen, die wir aufs Allerschärfste verurteilen.“

Unterstützung für Nigeria

Mehrere Länder haben Nigeria bereits Unterstützung zugesagt, darunter die USA, Großbritannien und Frankreich. Paris hat nach Angaben der Tageszeitung „Le Parisien“ ein Team des Auslandsgeheimdienstes DGSE (Direction Générale de la Sécurité Exterieure) nach Nigeria geschickt, um bei der Suche zu helfen. Eine offizielle Bestätigung gab es aber zunächst nicht.

Bereits am Donnerstag hatte US-Außenminister John Kerry an die internationale Gemeinschaft appelliert, konkrete Hilfen zur Verfügung zu stellen. „Die gesamte Welt sollte diese Schandtat nicht nur verdammen, sondern alles nur Mögliche tun, um Nigeria in den nächsten Tagen zu helfen“, sagte Kerry in Washington. Die USA würden alles tun, damit die verschleppten Mädchen wieder zu ihren Familien zurück können. Nach einem Bericht des Senders CNN, sollte noch am Freitag ein siebenköpfiges US-Team in Nigeria eintreffen. Dieses soll mehrere Dutzend Militärexperten unterstützen, die bereits seit längerer Zeit vor Ort sind.

dpa

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