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Allein in Deutschland würden jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen.

Welthungerhilfe kritisiert Lebensmittel-Vernichtung

Berlin - Rund 930 Millionen Menschen leiden nach Angaben der Welthungerhilfe zur Zeit an Unterernährung und Armut. Umso schärfer kritisiert die Organisation deshalb die Lebensmittel-Vernichtung in Industrieländern.

“Das ist ein Skandal in einer Welt, in der es ausreichend Nahrungsmittel gibt“, kritisierte Präsidentin Bärbel Dieckmann zum Start des 50-jährigen Jubiläums der Organisation am Donnerstag in Berlin. Allein in Deutschland würden jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen. In den Entwicklungsländern gingen 30 bis 40 Prozent der erzeugten Nahrungsmittel verloren, weil es an Kühl- oder Konservierungsmöglichkeiten fehle.

Die gravierendsten Probleme gibt es nach dem Welthunger-Index der Organisation weiterhin in Zentral- und Ostafrika. Weltweit lebt jeder siebte Hungernde in ländlichen Regionen. Die Lage in bettelarmen Regionen verschärfe sich durch den Aufkauf landwirtschaftlicher Flächen durch andere Länder (“Land Grabbing“), berichtete Dieckmann. Einheimische Bauern würden dabei vertrieben und danach oft reine Export-Produkte mit hohem Wasserverbrauch angebaut.

Abhilfe sieht die Welthungerhilfe in Entwicklungsländern zum Beispiel in effizienteren und klimagerechten Anbaumethoden und in einer besseren Energieversorgung auf dem Land. “Energie ist der Schlüssel zur Entwicklung“, betonte Dieckmann.

Die Hilfsorganisation, die im Dezember 1962 in Bonn gegründet wurde, will den Beginn ihres Jubiläumsjahrs unter anderem mit einer neuen Kampagne und Fachtagungen zum Thema Nachhaltigkeit gestalten. Neben Nothilfe setzt die gemeinnützige Organisation mit rund 400 Mitarbeitern und 2500 Helfern in Partnerländern vor allem auf Selbsthilfe-Projekte. Das Jahresbudget der Welthungerhilfe, das sich aus öffentlichen Geldern und Spenden zusammensetzt, beträgt 2011 rund 150 Millionen Euro. In 50 Jahren half die Organisation mit rund 2,25 Milliarden Euro in 70 Ländern.

dpa

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