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5000 Menschen haben in Baden-Württemberg die längste Löschkette der Welt gebildet.

Weltrekord: Längste Löschkette

Pfullingen - Rund 5000 Menschen haben einen neuen Weltrekord aufgestellt: Sie bildeten eine 4,7 Kilometer lange Löschkette und sicherten sich den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde.

An der Strecke ist die Stimmung gut. Sarah Brodbeck und ihre Freundinnen haben Getränke dabei. Sie sitzen im Schatten am Rand des Fahrradwegs und warten. Auf dem Asphalt wurde eine farbige Linie gezogen: Auf ihr stellten sich später 5000 Menschen auf. Sie haben am Samstag in Pfullingen (Baden-Württemberg) die längste Eimerkette der Welt gebildet und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt.

Bis die Eimer ankommen und ihr Einsatz gefragt ist, machen es sich die Träger gemütlich. Ein paar Meter weiter tanzen Kinder zur Rockmusik aus den Boxen. Der lokale Radiosender beschallt viele Teile der Strecke. Stephan Wörner, der Organisator des Rekordversuchs, sagt: “Das Wetter ist perfekt, die Stimmung ist ausgezeichnet - an der Strecke wird sogar gegrillt.“

Dann heißt es anpacken: 100 Wassereimer, gefüllt mit je 7,5 Litern, müssen von Hand zu Hand gegeben werden. Wasser darf dabei kaum verschüttet werden. Ein Notar begleitet den hundertsten, letzten Eimer, schreitet die Menschenkette ab, misst die Meter und zählt die Menschen. Damit der Rekord anerkannt wird, dürfen die Lücken zwischen den Wasserträgern nicht zu groß sein.

Die größte Herausforderung ist die Menschenmasse. Wie bekommt man 5000 Menschen in eine Reihe? “Wir haben 100 Helfer, die ständig die Strecke ablaufen und kontrollieren, dass keine Lücken entstehen“, erklärt Wörner. Per Funk geben sie durch, wo noch Wasserträger gebraucht werden. Zusätzlich gibt es einen Fahrdienst, der die Teilnehmer zu den Abschnitten außerhalb der Stadt fährt.

Der Weg der Wassereimer führt vom Klostersee, wo die Feuerwehr früher das Löschwasser holte, quer durch Pfullingen. Insgesamt ist die Strecke 4,7 Kilometer lang - das ist Weltrekord. Der bisherige Rekord lag bei 4183,9 Metern. Pfadfinder aus den USA hatten ihn 1997 aufgestellt.

Nun steht die Jugendfeuerwehr Pfullingen, die den Rekordversuch am Samstag organisiert hat, im Guinnessbuch der Rekorde. Organisator Wörner sagt: “Uns hat der Ehrgeiz gepackt, wir wollten den Rekord endlich ins Ländle holen.“ Bereits 2002 war ein Versuch in Stuttgart gescheitert, 2010 in Bielefeld. Am Samstagabend war es dann geschafft, die Bedingungen waren erfüllt: Rund 5000 Teilnehmer waren dabei, 500 Liter Wasser kamen nach 4,7 Kilometern am Ziel an.

“Für jeden Teilnehmer ist dieses Erlebnis die Krönung“, sagt Wolfram Auch von der Pfullinger Feuerwehr. Der Rekordversuch fand im Rahmen des Treffens der Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg statt, rund 2000 der Wasserträger waren am Samstag Feuerwehrmänner und -frauen aus dem ganzen Land. Aber auch Familien und Vereine waren dabei. Bei einem solchen Vorhaben müssten alle an einem Strang ziehen, sagt Auch. “Das ist typisch Feuerwehr.“

dpa

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