Zu wenig Medikamente gegen Tropenkrankheit

Berlin - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schlägt in Südamerika Alarm. Die Versorgung für die Tropenkrankheit Chagas ist zusammengebrochen.

Die Tropenkrankheit Chagas könne in den kommenden Monaten bei tausenden Patienten nicht behandelt werden, weil es an Medikamenten fehle, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag mit. In Brasilien gebe es das weltweit einzige Labor, das die nötige Substanz Benznidazol herstelle. Die Versorgung mit dem Medikament sei jedoch zusammengebrochen.

Symptome der Chagas-Krankheit sind zunächst Fieber, Ödeme im Gesicht, Durchfall, Bauchschmerzen und Luftnot. Ein langer Befall kann zu Herzbeschwerden und Nervenschädigungen führen. Ärzte ohne Grenzen forderte Brasilien auf, den Engpass bei einem Pharmaunternehmen zu beheben. Chagas sei für 12 500 Todesfälle pro Jahr verantwortlich, schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen seien derzeit infiziert.

Die meisten Chagas-Fälle gibt es in Teilen von Paraguay. Dort seien Ärzte gezwungen, die Untersuchung von Patienten mangels Medikamenten einzustellen. Das gefährde die kürzlich begonnenen Programme mehrerer Staaten, Chagas zu bekämpfen. Die Tropenkrankheit wird von einem Parasiten verursacht und hauptsächlich von Wanzen übertragen. Eine Infektion kann aber auch von Mutter zu Kind, durch Bluttransfusionen oder durch kontaminierte Lebensmittel erfolgen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
Bristol (dpa) - US-Präsident Trump mit seinen morgendlichen Twittersalven scheint eine Ausnahme zu sein: Einer groß angelegten Auswertung von Tweets zufolge denken die …
Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
Steigender Meeresspiegel bedroht Statuen auf der Osterinsel
Mit ihren jahrhundertealten Steinfiguren mutet die Osterinsel mitten im Pazifik als verwunschenes Reiseziel an. Doch viele dieser Moai an der Küste sind gefährdet, denn …
Steigender Meeresspiegel bedroht Statuen auf der Osterinsel
Eltern klagen auf Zugang zu Facebook-Konto der toten Tochter
Sie wollen wissen, warum ihre Tochter tot ist, und erhoffen sich Aufschlüsse von ihrem Facebook-Konto. Doch darauf dürfen die Eltern seit mehr als fünf Jahren nicht …
Eltern klagen auf Zugang zu Facebook-Konto der toten Tochter
Mehrere Tote: Lkw fährt in Mexiko in Menschenmenge
Tuxtla Gutiérrez (dpa) - Ein Lastwagen ist in Mexiko nach Medienangaben in eine Gruppe Demonstranten gefahren und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Bei dem …
Mehrere Tote: Lkw fährt in Mexiko in Menschenmenge

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.