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Weniger gefälschte Impfpässe in Niedersachsen – doch Zahlen immer noch hoch

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist ein Haufen an Impfpässen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen berichtet, dass die Zahl an gefälschten Impfpässen im nördlichen Bundesland leicht zurückgegangen ist. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Infolge der verschärften Corona-Regeln in Niedersachsen wird immer mehr auf gefälschte Impfpässe zurückgegriffen. Doch ist die Zahl zuletzt gesunken.

Hannover – Jede Aktion bringt zwangsläufig auch eine Reaktion mit sich. Das wird aktuell in Niedersachsen deutlich. Im nördlichen Bundesland gilt seit Mittwoch, 1. Dezember 2021, die 2G-plus-Regel in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Zugang in entsprechende Geschäfte erhalten also nur Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen negativen Test nachweisen müssen. Wer nicht geimpft ist, schaut in die Röhre – oder bedient sich eines gefälschten Impfpasses.

Polizeibehörde in Hannover, Niedersachsen:Landeskriminalamt Niedersachsen
Adresse:Am Waterloopl. 11, 30169 Hannover
Telefon:0511 262620
Gründung:1946
Dachorganisation:Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport
Behördenleitung:Friedo de Vries
Aufsichtsbehörde:Nds. Ministerium für Inneres und Sport
Stellung:Landesoberbehörde

Gefälschte Impfpässe in Niedersachsen: Landeskriminalamt (LKA) vermeldet leichten Rückgang

Die Zahl der gefälschten Dokumente, die über den Corona-Impfstatus Auskunft geben, war zuletzt gestiegen. Doch kann das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen nun erfreuliche Nachrichten vermelden. Denn es sei ein Rückgang der bearbeiteten Fälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfpässen zu verzeichnen. Darüber berichtet die dpa am Samstag, 4. Dezember.

Wie das LKA auf Anfrage mitgeteilt hätte, seien die Zahlen im November im Vergleich zum Oktober um rund elf Prozent gesunken. Doch liege die Zahl der gemeldeten Fälle von gefälschten Impfpässen zwischen Januar und November 2021 immer noch im mittleren dreistelligen Bereich. Zur Einordnung: ein Bearbeitungsfall kann dabei mehrere gefälschte Impfpässe beinhalten.

Ermittlungen der Polizei dauern noch an: Untersuchung von Blankoimpfpässen und Totalfälschungen

Was aber sind die Gründe für die rückläufigen Werte hinsichtlich der gefälschten Impfpässe in Niedersachsen? Dazu kann das LKA noch keine validen Aussagen treffen. Von einer Sprecherin des Landeskriminalamtes in Hannover heißt es lediglich, dass die entsprechenden Zahlen auf Daten der laufenden Bearbeitung basieren. Und, dass die polizeilichen Ermittlungen noch andauern.

Konkret gehe es hierbei um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Darüber hinaus weist das LKA nur sogenannte Anhaltefälle aus. Und einer dieser Fälle könne dabei jeweils eine Vielzahl von Impfausweisen beinhalten.

Viele gefälschte Impfpässe in Niedersachsen im Umlauf: Polizei muss in Braunschweig, Gifhorn und Hannover eingreifen

Derweil hat es in der ersten Dezember-Woche aus mehreren Polizeistationen in Niedersachsen Meldungen zu Funden gegeben. Bei Durchsuchungen zu gefälschter Ware wären die Beamten in Braunschweig und Gifhorn zufällig auch auf Blanko-Impfpässe gestoßen.

Gefälschte Impfpässe, die teilweise auch schon bearbeitet waren. Eine größere Anzahl sei sogar schon verkauft worden. Indes ermittelte die Polizei in der Region Hannover einen 21-Jährigen aus Lehrte als mutmaßlichen Anbieter von Impfausweisen im Internet. In seiner Wohnung fanden die Beamten zehn Impfpässe, bei denen bereits gefälschte Aufkleber und Stempel eingefügt waren.

Welche Strafen drohen Impfpass-Fälschern und deren Kunden? Neues Infektionsschutzgesetz schafft rechtliche Klarheit

Fakt ist: Nicht nur den Fälschern selbst, sondern auch den Käufern dieser gefälschten Impfpässe drohen Konsequenzen. Denn wer solch ein Dokument benutzt, um sich beispielsweise im Restaurant Einlass zu verschaffen, macht sich der Urkundenfälschung strafbar. Durch das Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes konnten nämlich rechtliche Unsicherheiten beseitigt werden.

Denn wie das niedersächsische Justizministerium mitteilt, werden neben Impfausweisen auch Test- und Genesenenzertifikate* unter strafrechtlichen Schutz gestellt. Was aber droht den Fälschern respektive ihren „Kunden“ konkret? Grundsätzlich werden einfache Urkundenfälschungen in Deutschland mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren sanktioniert.

In besonders schweren Fällen können die Gerichte sogar Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren verhängen. Hierunter fällt zum Beispiel, wenn die Fälschung mit mehreren Menschen (mindestens drei Personen) gemeinsam und in regelmäßigen Abständen begangen wird. Wird durch die Fälschung der Rechtsverkehr gefährdet oder aber entsteht ein großer finanzieller Schaden, wird dies auch als schwerer Fall klassifiziert.

Corona-Lage in Niedersachsen: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht – weniger Neuinfektionen als tags zuvor

Drastische Strafen, die eigentlich davor abschrecken sollten, Impfpässe zu fälschen oder aber diese zu benutzen. Doch konnte das LKA Niedersachsen immerhin einen leichten Rückgang hinsichtlich gefälschter Impfpässe registrieren. Ähnliches ist auch in Bezug auf die Corona-Zahlen in Niedersachsen festzuhalten.

Denn am Samstag, 4. Dezember 2021, hat das Land Niedersachsen binnen 24 Stunden insgesamt 2798 Corona-Neuinfektionen vermeldet – und damit 484 weniger als am Vortag und sogar 596 weniger als eine Woche zuvor. Zudem ist auch die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen immerhin leicht gesunken. Sie beläuft sich nun auf 203,0 Fälle pro 100.000 Einwohner (Vortag: 205,9; Vorwoche: 209,8). (Stand der Daten: 4. Dezember 2021) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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