Feuerwehr im Großeinsatz

Insgesamt 39 Leichtverletzte: Reizgas an Schulen in Hamburg und Baden-Württemberg versprüht

Zahlreiche Menschen in zwei Schulen in Hamburg und Baden-Württemberg klagen wegen Reizgas über Atemwegsprobleme. Die Feuerwehr rückt an. Mutmaßlich haben Schüler das Reizgas versprüht.

Nach dem Austritt von Reizgas in einer Hamburger Schule sind 16 Menschen leicht verletzt worden. Nach Angaben der Feuerwehr wurden fünf von ihnen am Mittwoch ins Krankenhaus gebracht. Auch in Wertheim in Baden-Württemberg wurde Reizgas versprüht - dort war von 23 Leichtverletzten die Rede.

Die Einsatzkräfte in Hamburg waren mit einem Großraumrettungswagen und zwei Notärzten zu der Schule im Stadtteil Neustadt gefahren. Insgesamt 36 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Verletzten sind nach Angaben der Polizei zwischen 11 und 22 Jahre alt. Sie klagten über Reizungen der Atemwege und der Augen, sagte eine Sprecherin.

Um welche Art Reizstoff es sich genau handelte, stand zunächst nicht fest. Eine unbekannte Person habe ihn versprüht, sagte die Polizeisprecherin. Es werde wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt.

In Wertheim hatte ein 13-Jähriger das Reizgas vermutlich in der Mensa versprüht. Viele Schüler hatten Atembeschwerden sowie Reizungen an Haut und Augen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte waren bereits alle rund 900 Schüler im Freien. 18 der 23 Leichtverletzten kamen laut Polizei vorsorglich ins Krankenhaus. Der 13-Jährige gab die Tat zu.

Die Hamburger Feuerwehr musste in diesem Jahr schon mehrfach zu solchen Einsätzen ausrücken. Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte vermutlich ein 15-Jähriger Reizgas in einem Gymnasium im Stadtteil Wandsbek versprüht. Ein Großaufgebot der Feuerwehr versorgte 21 Menschen, drei Schüler wurden in ein Krankenhaus gebracht. Im Juli wurde Reizgas in einer Gasstätte auf der Reeperbahn versprüht. Bestimmte Arten von Reizgassprays sind frei verkäuflich, wenn sie als Tierabwehrspray deklariert werden.

dpa

Rubriklistenbild: © Armin Forster

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