Wetter-Chaos in den Alpen

Heftige Überschwemmungen in Österreich und Italien: Pässe wegen Schnee gesperrt - Schneefallgrenze sinkt

  • Andreas Schmid
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Die unruhige Wetterlage in den Alpen stellte am Wochenende mehrere Orte vor große Probleme. Schnee und Starkregen sorgten für Chaos.

  • Am Wochenende herrschten in den Alpen besondere Wetterbedingungen*.
  • In der Schweiz sowie in Frankreich gab es sogar Schnee*.
  • In Österreich sorgten heftige Unwetter* für Probleme. In Südtirol wurde eine Gemeinde wegen drohendem Hochwasser evakuiert.

Update vom 1. September, 8.59 Uhr: Das Wetter in Österreich bleibt weiter kühl und nass. Vor allem in der Osthälfte regnet es mitunter auch länger anhaltend und kräftig. In den Bergen ist mit Regen oder Schnee zu rechnen - zum Teil ist es tiefwinterlich! Die Schneefallgrenze sinkt auf 1800 bis 2400 Meter Seehöhe, teilt der Österreichische Wetterdienst.

Update vom 31. August, 14.30 Uhr: Nach den schweren Unwettern, die am Wochenende die Alpenregion getroffen hatte, warnt die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in weiten Teilen Österreichs vor weiterem Niederschlag. Betroffen von der Warnung vor "potenzieller Gefahr" durch Niederschlag sind die Bundesländer Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich und das Burgenland. Der Regen soll am Nachmittag einsetzen und bis in die Nacht hinein andauern.

Wetter-Chaos in den Alpen: Familientragödie bei schwerem Unwetter - Baum stürzt auf Zelt

In Verbindung mit den Unwettern, die am Wochenende auch in Italien gewütet haben, kam es darüber hinaus am Sonntagmorgen zu einem tragischen Familienunglück in der Toskana. Wie jetzt bekannt wurde, war während eines Gewitters ein Baum auf das Zelt einer Familie gestürzt. Dabei wurden zwei Töchter der Familie im Alter von 3 und 14 Jahren getötet.

Update vom 31. August, 9.30 Uhr: Die schweren Unwetter in den Alpen haben am Sonntag auch in Norditalien zu erheblichen Einschränkungen und zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt. Der ergiebige Dauerregen des Wochenendes hat den Pegel der Etsch gefährlich ansteigen lassen und so gleich mehrere Gebiete betroffen. Unter anderem musste zwischenzeitlich ein Abschnitt der Brennerautobahn A22 zwischen Bozen und San Michele in beiden Richtungen gesperrt werden. Wie der ORF berichtet, ist die Sperre mitlerweile jedoch wieder aufgehoben.

Wetter-Chaos auch in Südtirol: Drohendes Hochwasser - Gemeinde zwischenzeitlich evakuiert

Besonders von drohendem Hochwasser betroffen war die Gemeinde Neumarkt südlich von Bozen. Dort stiegen die Pegelstände der Etsch so gefährlich an, dass sich der Zivilschutz in Südtirol dazu entschloss, Teile der Gemeinde zu evakuieren. Betroffene sollten unter anderem öffentliche Plätze und Straßen verlassen und sich in höhere Stockwerke begeben. Das verkündete der Landesfeuerwehrverband Südtirol auch über Facebook.

In der Nacht von Sonntag auf Montag (31. August) entspannte sich die Lage glücklicherweise wieder etwas. Die Pegelstände gingen leicht zurück, sodass unter anderem die evakuierten Bewohner von Neumarkt am Montagmorgen in ihrer Häuser zurückkehren durften. In Südtirol waren insgesamt rund 3000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Das Unwetter in Italien sorgte derweil für ein Drama auf einem Campingplatz. Ein Baum krachte auf das Zelt einer Familie, in dem zwei Schwestern schliefen - beide starben.

Wetter-Chaos in den Alpen: Überschwemmungen in Österreich und Italien (Südtirol)

Erstmeldung vom 30. August 2020: München - Unangenehmer Regen und milde zwölf bis 14 Grad - das Wetter in Bayern hatte am Sonntag (30. August) so gar nichts mehr mit Sommer zu tun. Für die nächsten Tage ist derweil ebenso keine Besserung in Sicht, das Wetter im Freistaat ist - wie im überwiegenden Rest Deutschlands - auch zum Wochenstart von grauen Regenwolken geprägt. Diese November-Tristesse ist allerdings nichts gegen das Wetter-Chaos, dass die Alpen am Wochenende heimsuchte.

In der Schweiz hat es am Sonntag bis auf unter 2.000 Meter Höhe hinab geschneit. Aufgrund der teils großen Schneemassen mussten einige Straßenpässe wie der Furkapass oder der Nufenenpass gesperrt werden. Darüber hinaus waren auch Teile der französischen Alpen, wie etwa der Gebirgspass Col d‘Iseran auf 2764 Meter Höhe, weiß eingefärbt. Ein ähnliches Bild zeigte sich auf dem Übertalferner in Südtirol, dem größten Gletscher der Stubaier Alpen.

Zillertaler Alpen: Lastwagengroßer Felssturz - Fluss reißt Baustelle mit

Von noch heftigeren Wetterkapriolen heimgesucht wurde das Zillertal in Österreich. Dabei hatten die Bewohner jedoch nicht mit Schnee, sondern vielmehr mit Starkregen zu kämpfen. Wegen massiver Regenfälle kam es zu einem Felssturz beim Kraftwerk Häusling im Zillergrund, wo ein etwa lastwagengroßer Felsbrocken auf eine Materialseilbahn krachte und ein großes Loch in die Asphaltdecke schlug. Verletzt wurde bei dem Aufprall niemand.

Im tirolerischen Ginzling im Bezirk Schwaz entwickelte sich ein überschwemmter Bach zu einem gefährlich reißenden Fluss, der eine ganze Baustelle unter sich begraben zu droht. Auf Fotos ist zu sehen, wie ein Kran in den Wassermaßen steht. Weil nicht absehbar ist, wie lange die Baumaschinen dem Druck standhalten können, wurde der Bereich großflächig abgesperrt.

Wetter in den Zillertaler Alpen: Auch zu Wochenbeginn bleibt es nass und kühl

Die Region um die Zillertaler Alpen sehnt sich nach einem Rückgang des Starkregens, doch dazu wird es erst einmal nicht kommen. Laut wetter.com liegt die Regenwahrscheinlichkeit von Wochenstart bis Mittwoch stets bei mindestens 80 Prozent. Weil die Tiefst-Temperaturen in der Nacht mit 1 Grad knapp über dem Gefrierpunkt liegen, bleibt es derweil auch bei Regen statt Schnee. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetwzerks

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Rubriklistenbild: © Landesfeuerwehr Südtirol/Facebook

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