Mancherorts sogar Stromausfälle

Unwetternacht in Deutschland: Die verheerende Bilanz

  • Marcus Giebel
    VonMarcus Giebel
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Deutschland hat eine wahre Schreckensnacht hinter sich. Unwetter machten den Menschen das Leben in einigen Teilen des Landes schwer. Beträchtliche Schäden sind die Folge.

  • In einigen Teilen Deutschlands wüteten in der Nacht zu Mittwoch (14. Juli) heftige Unwetter.
  • Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll und auch Bäume stürzten um.
  • Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz - auch wegen Verkehrsunfällen.

München - Diese Sommernacht hat Spuren in weiten Teilen Deutschlands* hinterlassen. Infolge des Starkregens kam es zu zahlreichen Unfällen, die Feuerwehr war teilweise im Dauereinsatz. Besonders heftig betroffen von den Wetterkapriolen waren der Süden und der Osten der Bundesrepublik. Besonders tragisch: Eine Person wurde von den Fluten mitgerissen und wird seither vermisst.

Am späten Dienstagabend war im Landkreis Hof in Bayern wegen der Unwetter mit starken Regenfällen* der Katastrophenfall ausgerufen worden, allein hier kam es zu 200 Einsätzen. Wegen der vielen Anrufe war der Notruf 112 in Einzelfällen nicht sofort erreichbar, teilte das Bayerische Rote Kreuz mit. Die rettungsdienstliche Versorgung sei jedoch sichergestellt gewesen.

Unwetter über Deutschland: Feuerwehr und THW pumpen Keller aus

Mehr als 50 Feuerwehren mit knapp 1000 Leuten sowie 140 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Dauereinsatz, um Wasser aus Kellern zu pumpen und Sandsäcke zu beschaffen. Besonders stark vom Unwetter* wurde die Stadt Selbitz getroffen. Dort mussten die Einsatzkräfte über 120 Mal anrücken. Die Grundschule in Selbitz sowie einige Kindertagesstätten in Selbitz, Köditz und Naila bleiben am Mittwoch geschlossen.

Wie ein Sprecher der Polizei am frühen Mittwochmorgen mitteilte, gab es im gesamten Landkreis Straßensperrungen aufgrund von Überschwemmungen sowie einen Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzten Personen. Demnach rutschte ein Auto auf regennasser Fahrbahn gegen eine Leitplanke.

Im Dauereinsatz: Die Feuerwehr bahnt sich den Weg durch überflutete Straßen.

Unwetter über Deutschland: Umgestürzte Bäume und Stromausfall - „Leute sind verzweifelt“

Straßen und Keller wurden überflutet, Bäume stürzten um, vereinzelt fiel sogar der Strom aus. Auch Brandmelder schlugen Alarm. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Die Helfer hätten die ganze Nacht durchgearbeitet, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Hof am Morgen.

Auch in Nordrhein-Westfalen musste die Feuerwehr wegen Starkregens und Überschwemmungen zahlreiche Keller auspumpen. „Die Leute sind verzweifelt“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Hagen in Hinblick auf die Vielzahl an vollgelaufenen Kellern in der Stadt. Außerdem seien aufgrund der überspülten Straßen stellenweise Fahrzeuge ins Rutschen gekommen. Informationen über verletzte Personen gab es zunächst nicht.

Von Hängen wurden zudem Schlammmassen auf Straßen gespült, viele Ortsteile waren daher nicht befahrbar. Selbst die Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr kamen nicht überall durch. In der Landeshauptstadt Düsseldorf rückte die Feuerwehr zu rund 330 Einsätzen aus. Der Rhein soll laut Bild schon um 8.30 Uhr auf einen Pegel von 5,49 Metern gestiegen sein - doch das war noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Das Wasser bahnt sich einen Weg: Eine Straße durch die Stadt Hagen ähnelt mehr einem Fluß.

Unwetter über Deutschland: Wassermengen gehen von Hängen auf Stadt nieder

Wie das Blatt weiter berichtet, kämpften Einsatzkräfte im sauerländischen Altena gegen Wasser-, Erd- und Geröllmassen. Hier seien von den umliegenden Hängen an mehreren Stellen größere Wassermengen auf die Stadt niedergegangen. Von „massiven Abrutschen“ ist die Rede.

Heftig ging es auch in Mannheim und der Umgebung zu. Regenfälle hätten laut Bild umgestürzte Bäume und überflutete Straßen zur Folge gehabt. Auch Fahrzeuge seien in Mitleidenschaft gezogen worden. In Hockenheim mussten demnach sogar zwei Autos geborgen werden, weil diese über eine „Straße mit starker Wasseransammlung“ gesteuert wurden. Zu Verkehrsbehinderungen kam es auch in Heidelberg wegen der Wassermassen auf den Straßen.

Fast komplett von den Wassermassen begraben: Dieses Fahrzeug ist beinahe abgesoffen.

Unwetter über Deutschland: Unfälle nach Aquaplaning - Polizei ermittelt

Auf Thüringens Autobahnen sei es zudem durch heftige Gewitter* mit Starkregen und Windböen* bis zum späten Dienstagabend zu fünf Unfällen gekommen, bei denen drei Verletzte zu beklagen seien. In allen Fällen war der Polizei zufolge Aquaplaning dir Unfallursache. Da die Fahrer „mit unangepasstem Tempo auf der regennassen Fahrbahn unterwegs“ gewesen seien, hätten die Ordnungshüter Bußgeldverfahren eingeleitet.

Mit der Verlagerung von Tief „Bernd“ zögen weitere Starkregengebiete vor allem in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und sorgten dort bis in den Donnerstag hinein für anhaltend hohe Niederschlagsmengen, hatte der Deutsche Wetterdienst am Vortag angekündigt. Die Wetterexperten rechneten bis mindestens Freitag mit kräftigem Regen und Gewitter. (dpa, mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © David Young/dpa

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