Wetter in Deutschland

Gewitter-Walze rollt über Deutschland: Hier drohen schwere Unwetter - DWD warnt sogar vor Tornados

  • Martina Lippl
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Heftige Unwetter sind schon in der Nacht auf Sonntag über den Westen Deutschlands gezogen. Die Wetterlage bleibt brisant. Es drohen nun weitere schwere Unwetter.

Update vom 21. Juni, 13.52: Es gibt noch keine Entwarnung. Was die Unwetter in Deutschland (siehe Erstmeldung) betrifft, rät der DWD vor allem im Süden noch an diesem Montag zu Vorsicht. Schon am Wochenende hatte es in weiten Teilen Frankens (Bayern) gekracht. In manchen Regionen kam es zu einem brutalen Temperatursturz — die Details lesen Sie hier.

Deutschland: Heftige Unwetter in Teilen des Landes erwartet

Unsere Erstmeldung vom 20. Juni: München - Das Wetter in Deutschland ist zwischen zwei Fronten geraten. Tief Ulfert bringt teils unwetterartige Gewitter von Westen nach Osten. In einigen Regionen Deutschlands warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag vor heftigen Unwettern: mit Orkanböen um 120 km/h, Starkregen und Golfball-großen Hageln (bis fünf Zentimetern). „Potenzial für Tornados ist gegeben“, heißt es im DWD-Warnlagebericht.

Turbulent ging es schon in der Nacht auf Sonntag im Westen Deutschlands zu. Heftige Gewitter mit Hagel tobten über Nordrhein-Westfalen und dem Rheinland. Allein in Köln rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben 244 Mal aus. „Gegen 1 Uhr zog letzte Nacht ein Unwetter mit Starkregen über Köln. Die Berufsfeuerwehr und alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr waren zur Beseitigung der Wasserschäden bis heute Morgen etwa 7 Uhr“, twitterte die Feuerwehr Köln am Sonntagvormittag.

Heiße und teils schwüle Subtropikluft bestimmt das Wetter weiterhin. Das Gewitter-Risiko steigt laut den DWD-Wetterexperten in allen Teilen Deutschlands: Anfangs im Norden und stellenweise im Süden, im Tagesverlauf dann im Osten und Süden sowie im zentralen Mittelsgebirgsraum. Zwischendurch scheint aber auch die Sonne, vor allem im Südosten und Osten.

Schwülheiß und schwere Gewitter - Unwetter-Alarm in Deutschland

Spätnachmittags und abends ziehen von Frankreich und der Schweiz her schwere Gewitter auf und greifen auf den Süden und Südwesten über - mit heftigem Starkregen, großem Hagel und eventuell Orkanböen. Schwülheiß mit 27 bis 37 Grad bleibt es mit den höchsten Werten im Osten, an der Nordseeküste und in der Eifel ist es etwas kühler.

In Baden-Württemberg ziehen die ersten Gewitter am Nachmittag auf. Hier ist mit schweren Unwettern - Starkregen bis zu 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, großem Hagel (mit Korngrößen von 3 bis 5 Zentimetern) sowie Orkanböen um 120 km/h zu rechnen. „Potenzial für Tornados ist gegeben“, heißt es im DWD-Warnlagebericht. Dann breiten sich die Unwetter nach Nordosten über Bayern, das südliche Hessen bis nach Thüringen aus.

In der Nacht zum Montag ziehen heftige Gewitter vom Südwesten und Süden über die Mitte nach Norden. Im Westen und Nordwesten ist laut dem DWD gebietsweise mit Starkregen, Sturmböen und Hagel zu rechnen. Im Südosten und an Oder und Neiße bleibt es dagegen meist trocken. Tiefstwerte zwischen 22 und 14 Grad.

Unwetter in Deutschland: Hier drohen heftige Gewitter, Starkregen, Sturm und Hagel

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen und Bremen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz und Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Am Sonntag ist zwar noch mit einer extremen Wärmebelastung zu rechnen. Für die folgenden Tage sah der DWD allerdings in seiner Prognose jüngst ein wenig Abkühlung in Sicht. „Zu Beginn der kommenden Woche überquert uns die Kaltfront von Tief Ulfert ostwärts und verdrängt die Hitze“, heißt es. Auch wenn die größte Unwettergefahr gebannt ist, dürfte es weiter Schauer und Gewitter geben.

Schwere Unwetter in Deutschland: Es drohen Orkanböen, Hagel und Starkregen, wie die Grafik des Wetterdienstes zeigt.

Heftige Unwetter im Nachbarland

In den Niederlanden hatten Unwetter bereits erhebliche Schäden angerichtet. Westlich von Utrecht wurden am Freitag sechs Häuser so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr zu bewohnen sind. Neun Menschen wurden verletzt. In der Region des Nationalparks Utrechtse Heuvelrug wurden zudem Tausende Bäume umgeknickt. Möglicherweise habe es sich um einen Tornado gehandelt, sagte ein Behördensprecher. Untersuchungen des Wetterdienstes dazu seien noch nicht abgeschlossen. Auch in Teilen Deutschlands kam es zu wetterbedingten Verkehrsbehinderungen. (ml mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © DWD-Grafik

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