Temperaturen gehen deutlich zurück

Wetter in Deutschland: Experte eröffnet Heiz-Saison schon nächste Woche - „Kaltstart“ in den Herbst

  • Marcus Giebel
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Der Sommer muss weichen, der Herbst drängt heran. Die dritte Jahreszeit macht sich sofort im ganzen Land bemerkbar. Bodenfrost bringt wohl auch die Heizungen rasch in Wallung.

München - Sommer-Freunde müssen jetzt ganz stark sein. Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen. „Machen wir uns nichts vor: Der Sommer 2021 ist gelaufen“, spricht Diplom-Meteorologe Dominik Jung beim Blick auf die kommenden Tage und Wochen die bittere, wenn auch wenig überraschende Erkenntnis aus.

Nun war dieser Sommer nicht gerade ein Prachtexemplar seiner Spezies. Verhältnismäßig kühl, recht nass und obendrein total unbeständig. Aber was der Experte von wetter.net prophezeit, klingt dann schon nach einer radikalen Umstellung: „Nächste Woche beginnt definitiv für fast alle in Deutschland die Heiz-Saison.“ Es gebe „einen Temperatursturz in den Herbst“, der am 22. September auch kalendarisch beginnt.

Wetter in Deutschland: Bekommen wir ein stabiles Herbst-Hoch oder eine wechselhafte Lage?

Nachdem sich die ersten meteorologischen Herbst-Wochen ja als wohltuender Spätsommer entpuppt haben, müsse sich nun zeigen, wer unser Klima demnächst bestimmt. Zur Auswahl stehen „ein stabiles Herbst-Hoch oder doch die wechselhafte Wetterlage“.

Zunächst verabschiedet sich das Tief Roland in Richtung Osteuropa und lässt kältere Luftmassen nach Deutschland. Der Freitag wird noch wechselhaft mit Sonne und Wolken. Auch Regen kann fallen.

Wetter in Deutschland: In den nächsten Tagen noch um die 20 Grad

Die besten Aussichten bieten sich in einem Streifen im Westen von Nordrhein-Westfalen über Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg bis hinein nach Bayern. Dort lockert es am Abend auch auf. „Im Osten dagegen bleiben die Wolken noch ein bisschen zahlreicher“, erklärt Jung. Am Oberrhein kann es bis zu 24 Grad geben, im Norden, Osten und Südosten wird die 20-Grad-Marke dagegen nicht erreicht.

Der Samstagmorgen präsentiert sich nach Nebelauflösung sonnig. Lediglich über dem Osten hängen dann Wolken und es besteht „ein geringes Risiko für weitere Schauer“. Im Laufe des Tages dominiert weiter die Sonne, kleinere Regengüsse sind vor allem im Mittelgebirge möglich. Auch hier bleibt es in der Osthälfte des Landes mit 16 bis 19 Grad kühler als im Westen, wo 23 Grad erwartet werden. Am Oberrhein sind sogar erneut 24 Grad möglich.

Schlechte Sicht: Es wird in Deutschland nicht nur kälter, sondern am Morgen auch neblig.

Wetter in Deutschland: Am Sonntag im Süden regnerisch und auch Schnee in den Alpen möglich

Den Sonntag betitelt Jung als „sehr interessant“. Dann bekommt der Norden viel Sonne ab. „Im Süden ziehen aus Frankreich dichte Wolken auf, die bringen im Süden von Baden-Württemberg und Bayern zum Teil heftige Regengüsse, hier und da mit Blitz und Donner“, warnt der Wetter-Experte.

Und: Bis auf 1600 Meter herab kann in den Alpen sogar schon Schnee fallen. Während die Werte am Oberrhein auf herbstliche 14 Grad sinken und der Südosten mit 17 Grad vorlieb nehmen muss, darf sich der Westen nochmal auf 22 Grad gefasst machen.

Wetter in Deutschland: Neue Woche bringt wohl viel Sonne und hohen Luftdruck

Freundlich geht es dann in die Woche, die mit der Bundestagswahl enden wird. „Die neue Woche bringt dann viel Sonnenschein. Das Hoch setzt sich wahrscheinlich durch, hoher Luftdruck ist wetterbestimmend“, fasst Jung zusammen. Am Montagmorgen sei es zunächst sehr frisch, „mit ziemlich viel Nebel und ziemlich viel Dunst“. Im Osten bringt der Tag bis zu 17 Grad, im Südwesten klettern die Temperaturen auf 21 Grad.

Ähnlich sieht der Dienstag aus. Die Sonne dominiert. Auch hier wird es im Westen mit 20 bis 21 Grad wärmer werden als im Osten. In Bayern werden wohl nur noch 16 Grad erreicht.

Wetter in Deutschland: Zum Herbstanfang ist mit Bodenfrost zu rechnen

Dann kommt der Mittwoch. Und damit auch der Herbst. Jung spricht von „einem ziemlichen Kaltstart“. Am Morgen werden es in der Mitte und im Süden teilweise nicht einmal fünf Grad. „Hier und da müssen wir auch mit Bodenfrost rechnen, spätestens da springen wahrscheinlich die meisten Heizungen an“, vermutet der Wetter-Mann.

Zwar werde es „ein toller, sonniger Tag“, doch die Thermometer zeigen „mit Ach und Krach 18 bis 20 Grad“ an. Im Norden und Osten sind wohl sogar nur noch 15 Grad drin. Immerhin: Schon am Donnerstag drängen wieder wärmere Luftmassen heran. Kein Spätsommer mehr, aber immerhin ein paar herrliche Herbst-Tage.

Der Blick auf den Trend bis zum 2. Oktober zeigt, dass die Temperaturen nach einem Abfall nochmal etwas anziehen werden, über 25 Grad hinaus geht es aber wohl höchstens noch im Westen. Alarmierender für Flora und Fauna: Abgesehen vom Süden ist nur mit sehr wenig Niederschlägen zu rechnen. (mg)

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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