Überschwemmungen

Unwetter verwüsten Deutschland: Erster Kreis ruf Katastrophenfall aus - „Die Lage ist sehr ernst“

  • Marcus Giebel
    VonMarcus Giebel
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Immer heftigere Unwetter ziehen über Deutschland. Besonders schlimm trifft es den Westen. Ein Landkreis hat nun den Katastrophenfall ausgerufen. Wir halten Sie im News-Ticker auf dem Laufenden.

  • Heftige Unwetter haben in Deutschland Mitte Juli ganze Regionen verwüstet.
  • Die Mitarbeiterin eines Seniorenheims wird von einem umstürzenden Baum schwer verletzt. (Update vom 14. Juli, 13.30 Uhr)
  • Der Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz hat den Katastrophenfall ausgerufen(Update vom 14. Juli, 21.23 Uhr)

Update vom 14. Juli, 21.23 Uhr: Die Gewitter im Westen der Republik werden immer heftiger. Der Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz hat nun sogar den Katastrophenfall ausgerufen, wie n-tv berichtet. „Die Lage ist sehr ernst, wir haben viele überschwemmte Straßen und Ortschaften, die nicht mehr erreichbar sind“, sagte Landrätin Julia Gieseking. Die Schulen im Kreis sollen am morgigen Donnerstag geschlossen deswegen bleiben.

Update vom 14. Juli, 18.20 Uhr: Starkregen und schwere Gewitter: Der DWD warnt vor schwerem Unwetter in NRW. In Köln tritt der Rhein über die Ufer, Düsseldorf evakuiert wegen Hochwasser einen Stadtteil. In einer Stadt sieht es besonders schlimm aus - ein Überblick zur Lage in Nordrhein-Westfalen.

Update vom 14. Juli, 17.05 Uhr: In der Jagst bei Widdern (Kreis Heilbronn) haben Feuerwehrkräfte eine Leiche entdeckt und geborgen. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, könnte es sich dabei um einen seit Anfang der Woche vermissten Senior handeln (siehe Eintrag von 12.30 Uhr). Allerdings stand die Identität zunächst noch nicht fest, wie es hieß.

Unwetter in Deutschland: Düsseldorf evakuiert wegen Überschwemmungen einen Stadtteil

Update vom 14. Juli, 16.15 Uhr: Wegen einer drohenden Überschwemmung hat die Stadt Düsseldorf die Anwohner im Ortsteil Grafenberg zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgefordert. Besonders betroffen vom steigenden Hochwasser der Nördlichen Düssel seien etwa 350 Gebäude der Ostparksiedlung, teilt die Stadt mit. Eine Betreuungsstelle für die Anwohner sei in einer Schule eingerichtet worden.

Am Nachmittag soll zudem aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der dortigen Trafo-Station der Strom abgeschaltet werden. Die Stadt rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Keller der Häuser mit Wasserständen von 1,50 bis zwei Metern Höhe überflutet werden. Erst in den kommenden Tagen könnten die Wassermassen kontrolliert abgepumpt werden.

Update vom 14. Juli, 15.30 Uhr: Aufgrund steigender Pegelstände ist die Schifffahrt auf dem Rhein in Rheinland-Pfalz teilweise eingeschränkt. Am Pegel Maxau wurd die Schifffahrts-Hochwassermarke II überschritten, wie der Hochwassermeldedienst in Mainz mitteil. Im Bereich der Pegel Speyer und Worms bis Kaub ist die Hochwassermarke I weiterhin überschritten. Binnenschiffe müssen deshalb hier ihr Tempo drosseln und in der Mitte der Fahrrinne bleiben.

Wasserfahrt: Manche Straße in Deutschland ist komplett überflutet.

Unwetter in Deutschland: Mitarbeiterin von Seniorenheim wird von umstürzendem Baum getroffen

Update vom 14. Juli, 13.30 Uhr: In Mettmann bei Düsseldorf ist eine Mitarbeiterin eines Seniorenheims während des Unwetters von einem umstürzenden Baum schwer verletzt worden und wäre beinahe ertrunken. Ein Helfer habe den Kopf der Frau über Wasser halten können, bis Feuerwehrleute die eingeklemmte Frau befreit hatten, teilt die Feuerwehr mit.

Die Frau habe in der Nacht zu Mittwoch mit ihren Kollegen versucht, das Gebäude vor den Wassermassen zu schützen und dafür Sandsäcke ausgelegt. Dabei sei ein Baum auf sie gefallen und habe sie unter sich begraben. Das Wasser auf dem Gelände sei immer weiter angestiegen, so dass für die eingeklemmte Frau akute Lebensgefahr bestanden habe.

Update vom 14. Juli, 12.55 Uhr: Die Feuerwehr in Koblenz baut aufgrund der steigenden Pegel an Rhein und Mosel Hochwasserschutzwände auf. Im Stadtteil Neuendorf errichten die Einsatzkräfte die Stützen einer Wand, wie die Feuerwehr mitteilt. Diese soll am Donnerstag verschlossen werden. Eine weitere Schutzwand im selben Stadtgebiet soll demnach im weiteren Verlauf der Maßnahmen aufstellt werden.

Die Feuerwehr appelliert an Anwohner, deren Häuser und Grundstücke bereits bei vergangenen Hochwassern betroffen waren, im Vorfeld nötige Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Das Technische Hilfswerk stelle ab Mittwochmittag Sandsäcke bereit.

Update vom 14. Juli, 12.30 Uhr: Seit der Nacht zu Montag wird ein 81-Jähriger vermisst. Der Mann sei mutmaßlich in die Jagst gestürzt, als er an seinem Haus in Ufernähe gearbeitet hatte. Der Fluss führt nach starken Regenfällen Hochwasser. Die Suche gestaltet sich aut einem Polizeisprecher aufgrund der Wetterlage im Kreis Heilbronn schwierig. Sowohl die starke Strömung des Flusses als auch der aufgeweichte Uferbereich stellten ein Risiko für die Suchtrupps dar. „Weil sich zurzeit viel Treibgut in der Jagst befindet, ist der Einsatz von Booten außerdem nicht möglich“, erklärt der Sprecher weiter: „Wir rechnen nicht damit, dass die Person noch lebend gerettet werden kann.“ Gleichwohl gehe die Suche dort weiter, wo Einsatzkräfte gefahrlos agieren könnten.

Unwetter in Deutschland: Wohnheim für Geflüchtete muss in Erkrath evakuiert werden

Update vom 14. Juli, 12.00 Uhr: Wegen der Überschwemmungen in Erkrath bei Düsseldorf müssen etwa 100 Bewohner eines Wohnheims ihre Unterkunft verlassen. Die Unterkunft für Geflüchtete befinde sich in einem alten Schulgebäude, dort seien der Keller und die Sporthalle voll Wasser gelaufen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Gefahr für die Bewohner bestehe aber nicht.

Update vom 14. Juli, 11.45 Uhr: Der Landkreis Hof in Bayern hat den Katastrophenfall wieder aufgehoben. Die Wetterlage habe sich in den vergangenen Stunden entspannt, teilte das Landratsamt in Hof mit. Zu tun gibt es aber noch jede Menge. Die Einsatzkräfte seien im gesamten Landkreis unterwegs, um aufzuräumen.

Spezialeinsatz: In Hagen musste ein Altenheim evakuiert werden.

Update vom 14. Juli, 11.20 Uhr: Im nordrhein-westfälischen Erkrath wurden die Anwohner am Morgen über die Sozialen Medien angehalten, möglichst „kein weiteres Abwasser zu produzieren und möglichst nur noch die Toilette zu nutzen.“ Demnach sollen „Duschen, Waschen und die Nutzung der Spülmaschine“ unterlassen werden, „um die Situation nicht zu verschärfen.“ Aufgrund des anhaltenden starken Regenfalls seien die Abwasserkanäle stark überfüllt.

Auch die Düssel trete an einigen Stellen schon über die Ufer. Autofahrer wurden gebeten, sich von den Wassermassen an bestimmten Stellen fernzuhalten. Man solle mit dem Auto auch nicht durch überflutete Stellen fahren.

Unwetter in Deutschland: Dauer- oder Starkregen bis Donnerstagmorgen befürchtet

Update vom 14. Juli, 10.45 Uhr: Im Erzgebirge wurde ein Mensch von den Sturzfluten mitgerissen und wird seither vermisst. Die Überlebenschancen werden als gering eingeschätzt.

Update vom 14. Juli, 9.50 Uhr: Bis in den Donnerstag hinein ist für Teile Deutschlands mit Unwettern zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst warnt. Dies gilt für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Teile Hessens. Extremer Dauerregen beziehungsweise länger anhaltender Starkregen könnten bis zum Donnerstagmorgen zu 50 bis 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter führen. Lokal seien bis zu 200 Liter möglich.

Update vom 14. Juli, 9.30 Uhr: Infolge starken Regens ist in Hagen in Nordrhein-Westfalen ein Autofahrer in einer Unterführung eingeschlossen worden. Die Feuerwehr musste den Mann befreien. Auch andernorts kam es in der Stadt in der Nacht zu vielen Problemen. In der Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs sammelte sich nach Angaben eines Polizeisprechers so viel Regenwasser, dass mehrere Autos nicht mehr weiterkamen. Die Feuerwehr habe die Fahrer aus ihren Fahrzeugen holen müssen, sagte der Sprecher. Und weiter: „Wir haben diverse Stellen im Stadtgebiet, wo Straßensperrungen aktuell vorliegen.“ Hänge seien abgerutscht und Fahrbahnen überflutet und teilweise beschädigt worden.

Deutschland im Juli 2021: Mancherorts sind Straßen komplett überflutet - auch in Ortschaften oder Städten wie hier in Hagen.

Erstmeldung vom 14. Juli:

München - Der Sommer 2021 schreibt beinahe täglich Schlagzeilen. Und zwar über Katastrophenmeldungen im Zuge des unbeständigen Wetters. Denn neben sonnigen Abschnitten bieten diese Tage auch immer wieder kräftige Regengüsse mit Unwetterpotenzial*, teilweise sogar Hagelschauer und in unschöner Regelmäßigkeit obendrein Gewitter*. So geht es mittlerweile schon seit Wochen, weil ein Tiefdruckgebiet* auf das andere folgt.

Längst sind Flüsse über die Ufer getreten, Keller vollgelaufen, Straßen und Unterführungen in den Wassermassen versunken. Betroffen ist vor allem der Süden Deutschlands*, doch die Gewitterzellen ziehen oftmals quer durch die Bundesrepublik und verschonen kaum eine Region. Einsatzkräfte sind Tag für Tag, Nacht für Nacht im Dauereinsatz. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht beinahe rund um die Uhr neue Gefahrenmeldungen.

Die kurzfristigen Aussichten* versprechen kaum Besserung. Weiterhin ist mit Niederschlag* zu rechnen. Dass die damit einhergehenden Temperaturen nicht wirklich sommerlich ausfallen, ist beinahe schon geschenkt. Deutschland befindet sich im Wetter-Chaos. In einem wahren Sommer-Schlamassel. (mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Alex Talash/dpa

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