Temperaturen rauschen ab

Wetter in Deutschland: Experte erwartet nächste Woche „Polarrutsche“ – und ersten Schneefall

  • Marcus Giebel
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Der Winter gibt in Deutschland schonmal ein kurzes Stelldichein. In der kommenden Woche soll es deutlich kälter werden, dazu ist Schnee bis in Alpenvorland und Mittelgebirge vorhergesagt.

München - Es wird kalt in Deutschland. Frostig. Als würde der Winter schon einmal seine Muskeln spielen lassen. In der kommenden Woche gehen die Temperaturen deutlich in den Keller. Meteorologe Alan Burster von wetter.com kündigt sogar eine „Polarrutsche“ an. Dazu steht der erste Schneefall seit Monaten ins Haus.

Dominik Jung stimmt in diese Vorhersage mit ein. Gerade in Süddeutschland rauschen die Werte demnach deutlich unter das langjährige Klimamittel. Der Blick des Diplom-Meteorologen von wetter.net richtet seinen Blick vor allem auf den Mittwoch, denn dann „kommt richtig kalte Luft aus Nordeuropa in Richtung Deutschland geströmt“. Daraus könnten sich immer wieder kräftige Schauer bilden.

Wetter in Deutschland: „Es ist viel zu kalt für die aktuelle Jahreszeit“

In Form von Regen, aber eben auch Schneeflocken. „Es ist richtig kalt, verdammt kalt, viel zu kalt für die aktuelle Jahreszeit“, erklärt Jung, demzufolge auf 1500 Metern Höhe teilweise „fünf bis acht Grad“ weniger als an einem 13. Oktober üblich zu erwarten seien.

Angesichts dieser Verhältnisse gelte: „Im Alpenvorland bis 600 Meter, in den Mittelgebirgshöhen so ab 800 bis 900 Meter kann es nasse Schneeflocken geben.“ Der Wetter-Experte zählt Erzgebirge, Thüringer Wald, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayrischen Wald und Alpenvorland als mögliche Schneeregionen auf.

Wetter in Deutschland: Vor der „Polarrutsche“ kommt der „Goldene Oktober“

Immerhin: Die Kaltluft lässt sich nicht dauerhaft nieder, nach und nach steigen die Temperaturen in der zweiten Monatshälfte nochmal leicht an. Diese Woche winkt uns sogar noch ein bisschen „Goldener Oktober“.

Hoch „Nila“ beschert uns laut Jung schon an diesem Donnerstag vor allem im Osten und Westen viel Sonnenschein, der Südosten müsse hingegen mit „dichten Wolken und stellenweise Regen“ vorlieb nehmen. Diese Zweiteilung hält den ganzen Tag über an, der im Osten bis zu 18 Grad bringt, in Bayern werden die Thermometer höchstens 14 Grad anzeigen.

Der Winter schaut schon einmal vorbei: Mitte Oktober ist der erste Schnee seit Monaten zu erwarten.

Wetter in Deutschland: Am Freitag und Samstag viel Sonnenschein nach Dunst und Nebel

Noch schöner wird der Freitag, hier sind am Morgen zunächst sieben bis zehn Grad zu erwarten. Es werde „relativ freundlich, viel Sonnenschein nach Dunst und Nebel“, prognostiziert Jung. Allerdings werde sich die Sonne nicht überall vehement durchsetzen. Der Südwesten kann sich auf bis zu 20 Grad freuen, im Südosten sind 16 Grad die vorhergesagten Topwerte.

Es geht aber noch besser. Am Samstag winkt „überall ein wolkenloser Himmel, viel Sonnenschein, ein toller Tag für Ausflüge, zum Wandern, für Outdoor-Aktivitäten, für Gartenarbeiten“. Es sei keinerlei Regen in Sicht. Die Höchstwerte gibt der Meteorologe im Südosten mit 15, im Südwesten mit 19 Grad an. Dies gelte jedoch nur unter Sonneneinfluss, ansonsten gäbe es „nur zehn bis 13 oder 14 Grad“.

Wetter in Deutschland: Vor Sonntag steht „kälteste Nacht seit Ende Mai“ an

Die Nacht zum Sonntag werde teilweise frostig, im Süden kann es Minusgrade haben. „Es wird wahrscheinlich die kälteste Nacht werden seit Ende Mai“, mutmaßt Jung, der zugleich vor Bodenfrost warnt. Empfindliche Blumen sollten in jedem Fall geschützt werden. Der Tag selbst werde „sehr sonnig und trocken“ bei 15 bis 19 Grad.

Mit der neuen Woche folgt dann aber der Umschwung. Laut Jung startet der Montag „im Süden recht freundlich, mit Nebel, Dunst, später Sonnenschein“, im Norden sei es bewölkter und auch Regen möglich. Die Werte erreichen 13 bis 17 Grad.

Wetter in Deutschland: Tiefdruckgebiet bringt Kaltfront mit und zerstört Hochdruckbrücke

Burster erläutert die neue Wetterlage so: „Am Sonntag taucht langsam aber sicher ein Tiefdruckgebiet auf.“ Dieses sorge dafür, dass am Montag „die Hochdruckbrücke auseinandergebrochen“ werde und eine Kaltfront mit Niederschlag vom Nordwesten nach Süden durchs Land ziehe.

Während am Dienstag noch bis zu 13 Grad drin seien, gebe es am Mittwoch - dem Schneetag - überwiegend einstellige Grade: „Die Temperaturen machen einen ordentlichen Satz nach unten.“ Ein erster Vorgeschmack auf den Winter. (mg)

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa

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