Plötzlich wieder Schnee in Deutschland

„Fies und eiskalt“: Langer Wintereinbruch? Meteorologe hat ernüchternde April-Prognose

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
    schließen

Wintereinbruch in Deutschland, und das im April. Laut Meteorologen war es das noch lange nicht mit Schnee. Auch höchst unangenehmer Wind wird prognostiziert.

München/Sylt - Das Wetter in Deutschland spielt verrückt. Und das Anfang April. So schneite es am 5. und 6. April gebietsweise stark. Und: Das soll es laut Meteorologen noch lange nicht gewesen sein mit dem unerwartet vielen Schnee.

Verantwortlich dafür sind das Hoch Peggy und das Tief Ulli, die über der Bundesrepublik aufeinandertreffen und für das Winter-Wetter mitten im Frühling sorgen. „Peggy und Ulli tanzen einen Schneewalzer über Deutschland. Beide zusammen führen die Kaltluft heran. Die kommen erst ab Donnerstag aus dem Takt, wenn dann etwas mildere Luft sich durchsetzt“, erklärt Klimatologe Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de der Bild. So soll sich am Wochenende (9. bis 11. April) zeitweise der Frühling durchsetzen.

Wetter in Deutschland: Eisiger Wind und Schnee - im April bleibt es überraschend winterlich

Aber eben nur zeitweise. Der Ostermontag und der anschließende Dienstag hatten bereits für Verkehrsunfälle und Behinderungen durch Schnee und Glätte auf den Straßen gesorgt. „Auf den Straßen ist das besonders gefährlich, da an einigen Stellen Schnee und Graupel liegen, während ein paar Meter weiter die Autobahn noch trocken ist“, sagte Brandt dazu. Zum Beispiel im Erzgebirge blieben Sattelschlepper auf hügeligen Abschnitten der Autobahn liegen.

Es sind Bilder, die sich bis Mitte April wiederholen könnten. „Der Winter lässt nicht locker. Er stößt immer wieder aus polaren Breiten bis zu uns nach Mitteleuropa vor“, erklärt Meteorologe Bernd Madlener vom Portal wetter.com: „Es pendelt sich immer wieder zwischen Polarluft und etwas milderer Luft aus Südwesten ein. Vor dem Wochenende kommt etwas wärmere Luft aus dem Südwesten rein, ansatzweise frühlingshaft. Doch dann gibt es in den nächsten sieben bis zehn Tagen ein Déjà-vu: Wieder ein Polarluft-Vorstoß aus dem hohen Norden, bei dem die Schneefallgrenze ganz runterkommt.“

Wintereinbruch in Deutschland: Vor allem im Norden bleibt das Wetter bis Mitte April winterlich

Gerade im Norden gebe es deutlich „unterdurchschnittliche Temperaturen“. Als Beispiel nennt Madlener die Nordsee-Insel Sylt. Mit „Schneeregen und Graupelschauern“ müsse „immer mal wieder“ gerechnet werden, auch mit „fiesem, eiskalten Wind“, vor allem aber mit wechselhaftem Wetter.

Im Süden, also in Bayern und Baden-Württemberg, sei „die Temperatur etwas höher als im hohen Norden“. In den Mittelgebirgen und den Alpen bleibe es in den kommenden zwei Wochen aber weiter winterlich, „mit wenigen Ausnahmen“. Festzuhalten bleibt: Der Frühling tut sich schwer im April, sehr schwer. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd März

Auch interessant

Kommentare