Erinnerungen an 1978/79

Mehr Schnee als in Jahrzehnten nicht? Teilen Deutschlands drohen Wetterchaos und -20 Grad

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Stehen Teile Deutschlands vor einem Jahrhundertwinter? Aktuelle Wettermodelle prognostizieren heftige Schneemassen und Temperaturen von bis zu -20 Grad. Das Wetter im Überblick.

  • Am Wochenende um den 6. Februar drohen Deutschland heftige Schneefälle zu befallen.
  • Insbesondere der Norden der Bundesrepublik ist betroffen.
  • Es werden Erinnerungen an die Schneekatastrophe von vor 42 Jahren laut.

München - Der stärkste Schneefall seit Jahrzehnten - manche Menschen in Deutschland mögen von dieser Überschrift irritiert sein. Blickt man etwa in den Südwesten, sorgen vergleichsweise angenehme 14 Grad am Dienstagmittag wie im Breisgau nicht gerade für Wintergefühle. Im Süden, dem Südosten sowie der Mitte ist es mit neun bis elf Grad zwar etwas kühler, Schnee sucht man dort jedoch ebenfalls vergeblich. Komplett anders sieht es schon jetzt jedoch in der Nordhälfte der Bundesrepublik aus.

Wetter in Deutschland: Norddeutschland droht Schneechaos

Ein Grad wurde am Dienstagnachmittag in Hamburg oder Bremen gemessen. Der Norden des Landes ist gezeichnet von einer anhaltenden Kaltfront. Hoffnung auf Besserung in Form steigender Temperaturen ist derweil nicht in Sicht - im Gegenteil, der Norden droht im Schneechaos zu versinken.

Zum Wochenende erreicht die milde, feuchte Luft aus Süddeutschland zwar auch den Norden, gleichzeitig kommt aufgrund eines instabilen Polarwirbels aber auch arktische Kaltluft in Norddeutschland an. Die Folge dieses toxischen Zusammentreffens: extreme Schneefälle.

Wetter in Deutschland: Schneefälle im Norden - zwei Schnerarien möglich

Wie konkret sich der Neuschnee ausbreitet, werden die kommenden, aktualisierten Wettermodelle zeigen. Aktuell gibt es laut The Weather Channel zwei mögliche Szenarien.

Der arktische Kaltwind könnte einerseits an der obere Nordhälfte hängenbleiben und folglich nicht über diese hinauskommen. Dann hätten vor allem Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg mit Neuschnee zu kämpfen. Expandiert die Kaltluft allerdings aufgrund beispielsweise günstiger Windverhältnisse, so wären auch Bremen oder Berlin von Neuschnee betroffen.

Wetter in Deutschland: 60 Zentimeter Neuschnee und bis zu -20 Grad

Laut aktuellen Wetterprognosen droht von Samstag an auch im Flachland eine Schneedecke, die innerhalb von 48 Stunden auf bis zu 60 Zentimeter wachsen soll. Bei so viel ungewohntem Neuschnee drohen die entsprechenden Gebiete an ihre Grenzen zu stoßen. Straßenglätte und Schneeverwehungen wären die Folge.

Frostiger Nebeneffekt: Die Temperaturen erreichen Tiefstwerte von bis zu -20 Grad. Aufgrund dieser eisigen Temperaturen werde der Schnee wohl auch tagelang liegenbleiben. Einzelne Gebiete könnten so von der Außenwelt abgeschnitten werden, da entsprechende Straßen gesperrt werden könnten. Es empfiehlt sich daher für die Menschen in Norddeutschland, die aktuelle Wetterlage aufmerksam zu verfolgen.

Wetter in Deutschland: Erinnerungen an 1978/79 - Schneekatastrophe 2.0?

Meteorologen warnen bereits vor einem ähnlichen Wintereinbruch wie bei der Schneekatastrophe 1978/1979, Wetter-Experte Jan Schenk hält „den stärksten Schneefall der letzten Jahre oder vielleicht Jahrzehnte“ für möglich. Zum Jahreswechsel brachen damals heftige Schneefälle über Norddeutschland ein, sogar der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Ein Schneesturm mit Windstärke zehn wütete fünf Tage durch die Region.

Ein Räumfahrzeug bahnt sich zwischen Eckernförde und Kappeln einen Weg durch die Schneedecke. Städte und Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten, der Zugverkehr kam zum Erliegen und auf Autobahnen türmten sich meterhohe Schneemassen auf (Archivfoto vom 02.01.1979).

Wetter in Deutschland: Wiederholt sich Schneekatastrophe von 1978/79

Im Rückblick lassen sich bereits Parallelen zur aktuellen Situation ausmachen. Auch damals war der Norden von einer extremen Kaltfront gezeichnet. Während es in Kiel zu schneien begann, wurden im Breisgau noch 15 Grad gemessen (heute: 14), auch damals trafen eisige Kaltluft, von Nordskandinavien und Nordrussland kommend, und warme Luft aus dem Süden aufeinander.

Derartige Ereignisse sind in Norddeutschland äußerst selten und kommen durchschnittlich nur alle 50 Jahre vor. Die Schneekatastrophe ist nun ziemlich genau 42 Jahre her. (as) *merkur.de und msl24.de gehören zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Screenshot The Weather Channel

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