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Sahara-Luft bringt erste Hitzewelle zum Juni-Start - doch es folgen schon wieder Hiobsbotschaften

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Von: Elisabeth Urban

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Das Frühlingswetter in Deutschland hätte angenehmer ausfallen können - April und Mai waren 2021 ungewöhnlich kühl. Der Juni-Beginn verspricht jetzt Sonne und Wärme.

München - Der April 2021 war in Deutschland der kälteste April seit mindestens 40 Jahren, und auch im Folgemonat schien es nicht wirklich besser zu werden. Wechselhaftes und kühles Wetter - alle Aufzeichnungen deuten daraufhin, dass auch der Mai schon lange nicht mehr so kalt war wie in diesem Jahr. Besonders auffällig ist außerdem die Kombination aus den zwei kalten Frühlingsmonaten. „Es war in diesem Jahr deutlich kälter als in den vergangenen Jahren. Da reden wir von bis zu einem Grad Unterschied. Der Mai war der kälteste seit 1991“, so Diplom-Metereologe Dominik Jung gegenüber Merkur.de.

Wetter in Deutschland - Erste heiße Sommertage Anfang Juni nach kaltem Mai und April

Noch ist der Sommer in Deutschland in diesem Jahr aber vielleicht nicht ganz verloren: Beschränkt man den Blick einmal nur auf die Durchschnittstemperatur vom ersten bis zum 23. Mai, war es im gleichen Zeitraum 2019 sogar noch „zapfiger“ als 2021. Gerade 2019 folgte auf die eher kühlen Maitage dann der sogenannte Jahrhundert-Sommer mit einer massiven Hitzewelle Ende Juli.

Und tatsächlich soll es jetzt zumindest Anfang Juni schon einmal warm werden, in Teilen Deutschland könnte der Thermometerstand dank warmer Sahara-Luft sogar bis auf sommerliche 30 Grad klettern. Bereits für Sonntag, den 30. Mai, kündigt weather.com bis zu 25 Grad und Sonnenschein an. Von Westen aus schieben sich die warmen Luftmassen dann Richtung Osten. Mitte der Woche dürften die Höchstwerte zunächst am Rhein die 30 Grad-Marke knacken, gegen Freitag ist dann auch in Berlin mit entsprechenden Temperaturen zu rechnen - so die optimistische Vorhersage. Das Portal wetter.de gibt sich etwas vorsichtiger - hier werden die Höchsttemperaturen erst am Wochenende angepeilt, für Stuttgart sind dann beispielsweise 28 Grad prognostiziert, in München sollen es immerhin solide 24 Grad werden.

Nach der ersten kleineren Hitzewelle könnte dann allerdings noch einmal die sogenannte Schafskälte für Abkühlung sorgen. Dieses Wetterphänomen heißt so, weil Schafe üblicherweise bis Mitte Juni geschoren werden - wenn es dann noch einmal kalt wird, können die Tiere frieren. Zwischen dem 10. Juni und 20. Juni wird auch in Deutschland noch einmal ein Einbruch kalter Luftmassen erwartet, der die Sommer-Euphorie noch einmal etwas bremst. Während ab Mitte Juni die Tage dann schon wieder kürzer werden, darf die Hoffnung auf einen angenehmen Sommer aber trotz Schafskälte noch bestehen bleiben: Ab Ende Juni dürften sich noch einmal weitere Wettermuster für den restlichen Sommer abbilden.

Kühles Frühlingswetter in Deutschland trotz Erderwärmung?

Das frische Frühjahr scheint auf den ersten Blick nicht zur fortschreitenden Erderwärmung im Zuge des Klimawandels zu passen. Tatsächlich kann man die letzten kalten Monate wohl weder direkt auf den Klimawandel zurückzuführen, noch als Gegenargument anführen. Betrachtet man die Statistiken der letzten Jahrzehnte, war ein frischer Frühling in der deutschen Klima-Reihe tatsächlich schon überfällig. „Dass es mal einen regnerischen Mai gibt wie in diesem Jahr, ist eigentlich völlig normal“ meinte auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

Während es hierzulande also kühl blieb, kamen andere Gebiete allerdings massiv ins Schwitzen: Wie unter anderem die dpa berichtete, erlebten Teile Russlands Mitte Mai enorme Hitzerekorde. In der Stadt Petschora am Rand der Arktis maß der staatliche Wetterdienst am 20. Mai 32,5 Grad Celsius - die Durchschnittstemperatur im Mai lag dort von 1981 bis 2010 bei 4,2 Grad, der wärmste Wert wurde bislang im Jahr 1996 mit 26,6 Grad notiert. Die hohen Temperaturen in russischen Gebieten sorgen unter anderem dafür, dass die dortigen Permafrostböden schneller abtauen - das zieht nicht nur regionale, sondern weltweite Konsequenzen nach sich. (eu)

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