Wie sieht der Winter 20/21 aus?

Wetter in Deutschland: Prognose für den ersten Schnee - gibt es weiße Weihnachten?

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Gibt es dieses Jahr weiße Weihnachten? Nun gibt es erste Prognosen über den ersten Schneefall in der Bundesrepublik.

  • Das Wetter in Deutschland wirkt im Moment alles andere als herbstlich.
  • Wann kommt der Wintereinbruch und damit auch der erste Schnee?
  • Die Hoffnung auf weiße Weihnachten stirbt zuletzt.

München - Deutschland erlebte bis jetzt einen ungewohnt warmen Herbst. 31 Grad wie am Dienstag in Freiburg erinnern doch eher an sommerliches Badewetter denn graue Herbsttristesse. Am Donnerstag (17. September) gab es in der Bundesrepublik zwar einen kleinen Temperatursturz, doch das für September oftmals prädestinierte Schmuddelwetter blieb bisher aus - doch wie lange hält der Sommer noch?

Wetter in Deutschland: Prognose für den ersten Schnee - gibt es weiße Weihnachten? 

Das Hitze-Hoch sollte aktuellen Wetterprognosen spätestens im Oktober passé sein. Wenn dann die Tage kürzer und die Temperaturen milder werden, rückt auch Weihnachten immer näher. Bis dahin sind es zwar immer noch mehr als drei Monate, doch das Langfristenmodell des amerikanischen Wetterdienstes National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wagte bereits eine erste Prognose. Wann kommt der erste Schnee? Dürfen wir uns über weiße Weihnachten freuen?

Laut NOAA wird der Winter 2020/21 viel zu warm sein - so weit, so fast schon normal. Im Bundesdurchschnitt sollen die Temperaturen auch im Dezember mit 1 bis 2 Grad den Gefrierpunkt nicht unterschreiten. Avanciert Schnee damit abermals zur Mangelware? Aufgrund des Phänomens des sogenannten Weihnachtsstauwetters sinken die Chancen auf ein weißes Fest wegen transportierter milder, feuchter Luft. Aus diesem Grund waren die Winter um die Jahreswende zuletzt deutlich wärmer als noch vor Jahrzehnten. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin war der Winter 2019/20 sogar der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. 

Wetter in Deutschland: Langzeitmodel zeigt - immer weniger Schnee in Europa

Einen signifikanten Faktor nimmt laut Wetter.com-Meteorologe Paul Heger derweil auch der Klimawandel ein. Die Polarregionen erwärmen sich viel schneller und das Eis schmilzt, was wiederum Auswirkungen auf den sogenannten Polarwirbel hat. Dieses großflächige Höhentief sorgt in der Regel für kalte Winter in Deutschland. Verändert sich nun aber der Polarwirbel, verschiebt sich auch die Wetterlage in Europa und Deutschland hätte mit „gravierenden Auswirkungen“ auf den Winter zu rechnen.

Reiner referiert über ein Langzeitmodell, dass die Frosttage bis zum Jahr 2100 prognostiziert. Demnach gibt es in Mitteleuropa in 80 Jahren rund 30 Frosttage weniger als bisher. Weil diese Entwicklung exponentiell verläuft, ist davon auszugehen, dass es in Deutschland in den nächsten Jahren immer weniger Schnee gibt. Die Veranschaulichung des sich wandelnden Polarwirbels ist in folgendem Video zu sehen.

Wetter in Deutschland: Weiße Weihnachten? Schnee wohl erst im Januar

Aber wann kommt nun der erste Schnee? Laut Wetter.com sind auch in diesem Jahr die Chancen auf weiße Weihnachten relativ gering. Vielmehr wird der erste Schneefall erst im neuen Jahr erwartet. Der Januar ist traditionell der kälteste Monat in Deutschland. Liegen die Temperaturen kontinuierlich im negativen Bereich, wird das Land weiß eingefärbt. Die Rechnung ist simpel.

Aufgrund der langfristigen Prognose bleibt insgesamt abzuwarten, inwiefern sich die Lage in drei Monaten gestaltet. Dem Wetterdienst zufolge könnte wegen arktischer Polarluft doch noch ein Kaltwinter mit Dauerfrost bevorstehen, auch wenn es danach aktuell nicht aussieht. Somit bleibt zumindest eine kleine Hoffnung auf weiße Weihnachten. In Deutschland war kürzlich ein milchiger Schleier am Himmel zu beobachten. Hinter dem Wetter-Phänomen stecken verheerende Hintergründe. (as)

Rubriklistenbild: © Fabian Stratenschulte / dpa

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