Höhepunkt wohl am Wahlsonntag

Wetter in Deutschland: Plötzlich bahnt sich ein Sommer-Comeback an - Alarmierende Zahlen zum September

  • Marcus Giebel
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Aktuell sinken die Temperaturen im Land, der nahende Herbst macht sich bemerkbar. Doch es winkt wohl nochmal ein kurzes Sommer-Comeback. Schon vorher alarmieren einige September-Zahlen.

München - Neue Woche, neues Wetter! Nachdem sich die jüngsten Prognosen mit einem sonnigen und weitgehend milden Montag nicht so ganz bewahrheitet haben, folgt der nächste Vorhersage-Anlauf. Und der lässt tatsächlich nochmal auf ein allerletztes sommerliches Wochenende hoffen. Aber vorher muss durchaus auch mal gezittert werden.

Denn der Winter hat bereits erste Vorboten geschickt. „Wie vergangene Woche angekündigt, hat es am Sonntag in den Alpen den ersten Schnee der kommenden Wintersaison gegeben“, betont Dominik Jung, Geschäftsführer vom privaten Wetterdienst „qmet“ laut wetter.net: „Sonst erwarten wir in dieser Woche eher ruhiges Altweibersommerwetter.“

Wetter in Deutschland: Dienstag beginnt in Alpentälern mit Bodenfrost

Zunächst empfiehlt der Diplom-Meteorologe für die ersten Stunden des letzten kalendarischen Sommertages jedoch eine „dicke Jacke“. Denn in der Mitte und im Westen Deutschlands sei ebenso wie in den Alpentälern im Süden am Dienstagmorgen mit Bodenfrost zu rechnen.

Hier werde es in den Morgenstunden deutlich unter zehn Grad haben. Im Laufe des Dienstag soll es in der Mitte und im Süden auflockern, ehe „wieder dichtere Wolkenfelder, stellenweise Dunst“ aufziehen können. Der Norden muss sich sogar auf „den einen oder anderen Regenschauer“ einstellen.

Herrliche Aussichten: Auch in Regensburg schien die Sonne im September häufig.

Wetter in Deutschland: „Der Altweibersommer fährt wirklich Achterbahn“

Insgesamt erwarte uns aber ein Auf und Ab. „Der Altweibersommer fährt wirklich Achterbahn“, warnt Jung. Zum Herbstanfang soll es sich deutlich abkühlen, „aber zum Wochenende könnte es markant wärmer werden, punktuell sogar Temperaturen um oder sogar über 25 Grad“.

Der Höhepunkt wird am Tag der Bundestagswahl erwartet, wenn gut 60 Millionen Menschen an die Urnen gebeten werden. „Badewetter am Wahlsonntag, die Frage: Welche Partei geht am Sonntag baden? Drückt das schöne Wetter die Wahlbeteiligung? Möglich wäre das, wir wollen es aber nicht hoffen“, macht sich Jung so seine Gedanken.

Volle Freibäder, aber leere Wahlkabinen? Wer vorsorgen will, kann ja die Briefwahl nutzen. Um sich ausgiebig Gedanken über die richtige Wahl zu machen, bleibt in den kommenden Tagen genug Zeit. Denn vor dem Temperaturaufschwung steht erst einmal ein -abfall.

Wetter in Deutschland: Mittwoch zieht ein „Kaltluftbatzen“ vorbei

So kann in der Mitte sowie im Westen und Süden auch der Mittwoch mit Bodenfrost starten. Jung verweist auch auf einen „Kaltluftbatzen“, der zum Herbstanfang an Deutschland vorbeiziehe, sich aber wahrscheinlich nur in den östlichsten Regionen bemerkbar mache.

Ein bisschen Spektakel bringt dann der Donnerstag. Wenn auch vor allem im hohen Norden. Der Tag werde windig, „Sturm nur an der Nordseeküste, bis zu 75 km/h, und auf der Nordsee bis zu 85 km/h“. Im übrigen Land können die Böen 50 km/h erreichen. „Im Süden und Südwesten merkt man von alldem relativ wenig, da bleibt es zumeist freundlich“, prognostiziert der Wetter-Mann, demzufolge sich nur wenige Wolken blicken lassen.

Wetter in Deutschland: „Sehr warmes letztes September-Wochenende“

Und am Freitag? Da sollen kühle Luftmassen im Nordwesten vorbeistreifen, ehe die Wärme aus dem Westen das Kommando übernehme. Laut US-Wettermodell ist es am Samstag so weit, das europäische Modell sieht den Umschwung bereits früher.

„Das würde insgesamt ein sehr warmes letztes September-Wochenende bedeuten, mit Temperaturen von 22 bis zum Teil sogar 26 oder 27 Grad“, frohlockt Jung. Sicher ist: „Der kühle Herbst kann sich noch nicht dauerhaft etablieren.“

War im September bislang sehr fleißig: Die Sonne hat sich zuletzt überdurchschnittlich häufig blicken lassen.

Wetter in Deutschland: Kaum Regen in dieser Woche zu erwarten

Insgesamt gelte für die kommenden Tage: „Wir sind umgeben von Hochdruckgebieten.“ Daher bleibe die Wetterlage „relativ ruhig“. Es gebe gute Chancen auf „längere Zeit trockenes Wetter und immer wieder auch Sonnenschein“.

Die Wettermodelle aus den USA, Europa und Deutschland erwarten über der Bundesrepublik bis ins Wochenende hinein so gut wie keinen Niederschlag. Lediglich im Norden, ganz im Süden sowie womöglich im Osten könnte etwas Regen fallen. Laut Jung mutmaßlich aber nur „ein bis fünf Liter pro Quadratmeter“.

Wetter in Deutschland: Im September bislang sehr viel Sonne und deutlich zu wenig Regen

Diese Werte besorgen nicht nur den Meteorologen: „Das bedeutet: Der September könnte sehr trocken ausfallen.“ Bis zum vergangenen Sonntag - also nach knapp zwei Dritteln des Monats - ist das Regensoll für den September mit 20 Millilitern erst zu 32 Prozent erfüllt. Derweil war die Sonne übermäßig präsent - sie hat mit 124 Stunden bereits 82 Prozent ihres Soll erreicht.

Ein ebenso alarmierendes Signal wie die geringe Niederschlagsmenge: Mit einem Temperaturschnitt von 16,1 Grad war der September bis zum Sonntag um 2,1 Grad zu warm. Damit steuern wir auf den sechsten Monat des Jahres zu, der über dem Mittel endet.

Wetter in Deutschland: Sommer-Comeback endet wohl schon am kommenden Dienstag

Gerade angesichts des noch anstehenden Sommer-Comebacks. Das wird aber vermutlich sehr kurz ausfallen. Schon am kommenden Dienstag sollen dem europäischen Wettermodell zufolge wieder kältere Luftmassen ins Land strömen.

Jung verweist auf Kaltluft, die bereits in Nordosteuropa bereitliegt: „Ob die dann zu uns vorstößt, da ist noch ein größeres Fragezeichen dahinter.“ Wie hinter so vielem bei den Wetterprognosen. (mg)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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